Meister im Abheben

Stefan Wachsmuth aus Kaufungen wurde Dritter bei WM im Hubschrauber-Modellflug

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Für ihn lief die Saison mehr als gut: Modellflieger Stefan Wachsmuth aus Kaufungen trainiert mit seinem Hubschrauber auf dem Flugplatz bei Nieste. Er ist vier mal in Folge Deutscher Meister geworden. 

Stefan Wachsmuth aus Kaufungen ist mit seinem Modellhubschrauber Dritter bei der Weltmeisterschaft geworden. Wir haben ihn auf dem Flugplatz besucht.

In den letzten Sonnenstrahlen eines Herbsttages lässt Stefan Wachsmuth seinen Hubschrauber steigen. Er hat ihm dieses Jahr viel Glück gebracht – Bronze bei der Weltmeisterschaft in Sachsen-Anhalt zum Beispiel. Auf dem Flugplatz zwischen Nieste und Kaufungen ist es kühl, hier geht die Saison langsam zu Ende.

Stefan Wachsmuth kann zufrieden sein. „Es war mein bisher bestes Jahr.“ Und sein Sommer wäre auch ohne WM noch erfolgreich. Zum vierten Mal in Folge ist der 34-Jährige Deutscher Meister geworden. Vergangenes Wochenende kam der Hobbypilot als Sieger von seinem letzten Wettkampf der Saison aus Spanien zurück.

Hier auf dem Flugplatz trainiert er – vor den Wettkämpfen jeden Tag. Dann stellt er seinen Hubschrauber auf die Markierung im Gras, zwischen zwei kleine Plastikhütchen, und geht auf die neun Meter entfernte Piloten-Markierung.

Ein bisschen wie Ballett

Im Wettkampf fliegen die Piloten einen weltweit vorgegebenen Ablauf an Schwebe- und Kunstflugfiguren. „Es ist ein bisschen wie Ballett“, sagt Wachsmuth und führt die erste Übung vor. Technisch sehen die Drehungen aus, die der Helikopter in einigen Metern Höhe entlang einer imaginären Linie zeichnet.

Jetzt zeigt er das, was Spaß macht, sagt Wachsmuth und legt los mit der Kunstflugfigur. Der Hubschrauber schießt in die Höhe, dreht sich, rast weit nach rechts, dann nach links – so, als wollte der Pilot damit den Himmel in Stücke schneiden.

5000 Euro kostet ein Modellhubschrauber in der oberen Preisklasse, sagt Stefan Wachsmuth. Er hat zwei davon. Geht etwas kaputt, repariert er es normalerweise selbst mit Ersatzteilen. In der Regel baut der Pilot das Flugzeug auch selbst zusammen, denn es wird als Baukasten geliefert.

Modellflug 1984: Das Foto zeigt Stefan Wachsmuths Vater Günter (Mitte) bei der Europameisterschaft in Eibergen in den Niederlanden. Von ihm hat er das Hobby quasi geerbt.

Einer, der bei Stefan Wachsmuths Wettkämpfen immer dabei ist, ist sein Vater Günter. Er ist auch der Grund dafür, warum Wachsmuth mit dem Sport angefangen hat. „Mein Vater macht seit über 35 Jahren Modellflug“, sagt Wachsmuth. Er war selbst mehrmals Deutscher Meister und schaffte es irgendwann auch, seinen Sohn für den Wettkampf zu motivieren. Denn eigentlich hatte er sich davor drücken wollen. Das hätte ihm einige Medaillen gekostet.

Nun überlegt der Meisterpilot, seinen Hubschrauber an den Nagel zu hängen. „Es kann passieren, dass es nächste Saison nicht mehr so gut läuft.“ In den kalten Monaten wird er nur an den Wochenenden trainieren können. Nach seinem Feierabend in einer Kasseler IT-Beratungsfirma ist es auf dem Flugplatz schon dunkel. Erst im April gehen die nächsten Wettkämpfe wieder los – so lange hat der Meister im Abheben jetzt Bedenkzeit.

Hubschrauber-Modellflug: Schon gewusst?

  • Die Wettkämpfe im Modellhubschrauberflug bestehen aus einem Programm von vorgeschriebenen Schwebe- und Kunstflugfiguren, die der Pilot abfliegen muss.
  • In einer Höhe zwischen zwei und sieben Metern vollführt der Pilot die Schwebefigur, ab 20 Metern Höhe beginnen die Kunstflugfiguren. 
  • An der Weltmeisterschaft nehmen maximal vier Piloten einer Nation teil. Das Programm mit den Figuren gilt weltweit und wird nun nach vier Jahren im Frühjahr erneuert. 
  • Das Abfluggewicht eines Wettkampf-Hubschraubers darf 6,5 Kilogramm nicht überschreiten.
  • Geschwindigkeit erreicht der Hubschrauber nur durch Schieflage.

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