A 44-Ausbau

Mit Rädern gegen die Autobahn: Kaufunger reichen 650 Einwendungen ein

Mitglieder der Bürgerinitiative „Keine A 44 – Verkehrswende jetzt!“ haben rund 650 Einwendungen beim Regierungspräsidium (RP) Kassel abgegeben. RP-Mitarbeiter Susanne Linnenweber (Zweite von rechts) und Fabian Schmidt (ganz rechts) nahmen sie entgegen.
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Mitglieder der Bürgerinitiative „Keine A 44 – Verkehrswende jetzt!“ haben rund 650 Einwendungen beim Regierungspräsidium (RP) Kassel abgegeben. RP-Mitarbeiter Susanne Linnenweber (Zweite von rechts) und Fabian Schmidt (ganz rechts) nahmen sie entgegen.

Gegen den weiteren Ausbau der A 44 sind Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Keine A 44 – Verkehrswende jetzt!“ am Montag von Kaufungen nach Kassel geradelt. Dort haben die Aktivisten rund 650 Schriftstücke mit Einwendungen abgegeben.

Kaufungen/Kassel – RP-Mitarbeiter Susanne Linnenweber, Abteilungsleiterin der Sparte Verkehr, Planung und ländlicher Raum, und Fabian Schmidt vom Verkehrsdezernat nahmen sie entgegen. „Wir möchten, dass Sie Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen“, sagte BI-Sprecher Jona Königes an Linnenweber und Schmidt als RP-Repräsentanten gerichtet. Das Regierungspräsidium ist für das Offenlegungsverfahren rund um das Bauvorhaben des A 44-Abschnitts zwischen Kassel-Ost und Helsa-Ost sowie die Einwendungen dazu zuständig.

Bei der Übergabe verwies Königes auf die jüngsten Hochwasserereignisse nicht nur in Deutschland: Diese Krise werde durch CO2-Emmissionen und Flächenversiegelung befeuert. Auch im Raum Kaufungen, ist sich Königes sicher: „In der engen Tallage des Lossetals weitere Flächen zu versiegeln, ist eine Unverantwortlichkeit“, sagte der Sprecher. Komme es zu Starkregenereignissen, „sieht es bei uns auch so aus wie im Ahrtal und im Erftal“.

Linnenweber und Schmidt zeigten sich geduldig und hörten sich die Kritik bei der Übergabe an. „Wir nehmen Ihre Einwendungen ernst“, sagte Linnenweber. Die Abteilungsleiterin schränkte jedoch ein, dass das Regierungspräsidium als Behörde letztlich nichts grundlegendes am Bauvorhaben ändern könne. „Wir haben nur den Auftrag, es durchzuführen und nicht, es grundsätzlich zu hinterfragen.“ Die Entscheidung darüber, ob die Autobahn gebaut wird, treffe der Bund. Der habe im Verkehrswegeplan festgelegt, dass die Trasse entstehen soll.

Einige der Einwendungsüberbringer machten ihrem Wunsch Luft, dass eine neue Regierung im September das Vorhaben möglicherweise noch stoppen könnte. „Hoffentlich ohne Scheuer“, sagte in diesem Zusammenhang einer der Teilnehmer.

Einwendungen zur A 44 können noch bis einschließlich Montag, 26. Juli, beim RP eingereicht werden. Danach sichtet die Behörde die Unterlagen und reicht sie schließlich an die Autobahn GmbH des Bundes weiter.

Von Moritz Gorny

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