Nur ein Pult steht noch

Nach der Brandstiftung an der IGS Kaufungen: So läuft die Sanierung der Schule

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Ein letztes Überbleibsel: Volker Deist vom Landkreis Kassel und Schulleiterin Christine Saure stehen am Lehrerpult in einem der Physikräume in der IGS Kaufungen.

An der IGS in Kaufungen erinnert im Physiktrakt kaum noch etwas daran, dass hier mal Unterricht stattgefunden hat. Nach der Brandstiftung läuft die Sanierung der Schule.

Blanker Stein, offene Kabel und freie Steckdosenbuchsen. Im Physiktrakt der Integrierten Gesamtschule (IGS) Kaufungen erinnert nichts mehr daran, dass hier Unterricht stattgefunden haben könnte. Nichts, außer einem Lehrerpult, das noch in einem der Räume steht.

"Wir haben jetzt die drei Fachräume und drei Materialräume entkernt“, sagt Volker Deist. Er kümmert sich um Bauvorhaben an Schulen des Landkreises Kassel und ist Dauergast in der IGS. 

Seit dem Brand in der Nacht zum 26. Juli, den ein Jugendlicher an einer Mülltonne vor der Schule gelegt hatte und der dann auf die Schule übergesprungen war, kümmert er sich mit Schulleiterin Christine Saure und Lehrern der Schule darum, dass bald nicht mehr Kreidephysik ohne Anschauungsmaterial gemacht werden muss. Beim Brand war alles zerstört worden: Mehrere hunderttausend Euro Schaden entstanden am Gebäude.

IGS Kaufungen muss wieder ausgestattet werden

Auch weit über 300.000 Euro teures Inventar wie Tische, Stühle, Tafeln sowie Trafos und Messgeräte seien Flammen und Ruß zum Opfer gefallen. Nach gut sechs Wochen seien die Räume wieder frei von Schadstoffen. „Jetzt müssen sie wieder ausgestattet werden“, sagt Saure.

Was womöglich als Dummer-Jungen-Streich begann, hat ieinen Brand an der IGS Kaufungen ausgelöst – mit rund 200.000 Euro Schaden.

„Wir wollen sie auf einen möglichst modernen Stand bringen, mit interaktiven Tafeln und schnellerem Internet“, ergänzt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Und natürlich technische Geräte für die Versuche. „Dafür haben wir einen Katalog mit Bildern von etwa 240 verbrannten Geräten und Gegenständen angelegt“, erklärt Saure. „Anhanddessen versuchen wir, herauszufinden, was und wie viel wir nachkaufen müssen.“

Hinzu kämen Pulte, Schränke, Regale, Tische und Stühle. Etwas rosiger sieht es in den Biologieräumen aus, die an den Physiktrakt angrenzen. Hier hatte der Brand nur leichte Rußschäden verursacht. Die habe eine Fachfirma größtenteils beseitigen können. „Das war eine Sisyphos-Arbeit“, sagt die Schulleiterin. Molekular- und Organmodelle, Mikroskope oder Skelette – „überall war Ruß.“ Der sei jetzt weg und es könne bald wieder Unterricht in den Biologieräumen stattfinden.

Lehrer weichen noch auf Computerräume aus

Das große Problem bleibt jedoch: „Wir müssen unsere Zehntklässler in Physik auf die weiterführende Schule vorbereiten“, sagt Saure. Derzeit wichen die Lehrer noch auf Computerräume aus. Das wird wohl noch ein paar Monate so gehen müssen; „Bis April in etwa wollen wir alles auf Vordermann gebracht haben“, sagt Deist.

Der Kreistag hat für die Bau-Sanierung 430.000 Euro bereitgestellt. 70.000 Euro für die Entkernung will der Landkreis direkt an die Versicherung abtreten. „Die Kosten für das Inventar stehen noch nicht fest. Sobald wir das wissen, können wir sie im Haushalt bereitstellen und mit der Versicherung abstimmen“, sagt Kühlborn.

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