Ein Krankenhaus zieht um

Nach Koch-Klinik-Schließung in Bettenhausen: Kaufunger DRK-Standort erweitert

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Sind seit Anfang der Woche Kollegen: Ex-Bettenhäuserin Corinna Waldmann und das Kaufunger Urgestein Thomas Lipphardt.

Knapp einen Monat hatten sie Zeit, um drei Lkw-Ladungen Altersmedizin einzupacken und in die Klinik nach Kaufungen zu bringen. Jetzt arbeiten 30 neue Kollegen am Kaufunger DRK-Standort. 

Wer den Wohnort wechselt, braucht starke Nerven. Kisten müssen gepackt und Möbel abgebaut werden, während der Alltag weitergehen soll. 

Was in einem Privathaushalt schon kniffelig sein kann, ist in einer Klinik wirklich eine Herausforderung – vor allem, wenn die Zeit drängt. „Wir haben am 2. September bekannt gegeben, dass die ehemalige Koch-Klinik in Bettenhausen geschlossen wird. Zum 1. Oktober wollten wir den Umzug nach Kaufungen gemacht haben“, sagt Claudia Nehrig, Geschäftsführerin DRK-Kliniken Nordhessen. 

Hoffunge: Durch Verkleinerung auf zwei Standorte wieder Gewinn erwirtschaften

Zuletzt hatte das Unternehmen ein deutliches Defizit erwirtschaftet. „Wir hoffen durch den Umzug und die Verkleinerung von drei auf zwei Standorte zumindest auf einen kleinen Gewinn“, sagt Nehrig jetzt.

„Zu erfahren, dass der Standort geschlossen wird, war für uns Mitarbeiter erst mal eine bittere Pille“, sagt Corinna Waldmann. Die 24-Jährige hatte bis dato in Bettenhausen als stellvertretende Abteilungsleiterin gearbeitet. „Es half aber nichts: Wir haben unsere Sachen gepackt, im laufenden Betrieb.“

70 Betten, ein Dutzend Pflege- und Iso-Wägen, dazu noch Kisten mit Binden, Medikamenten und anderes Gebrauchsmaterial. Drei Lkw-Ladungen – alles, was man für Altersmedizin braucht – mussten in die Klinik in Kaufungen. „Seit rund einer Woche haben wir hier Zuwachs“, sagt Thomas Lipphardt, einer der Pflegedienstleiter in Kaufungen. „Jetzt muss sich erst einmal alles finden, wir haben 30 neue Kollegen und 30 Patienten mehr“, so der Mann, der mit 23 Jahren am Standort ein echtes Urgestein ist. 

Alles noch ungewohnt am DRK-Standort in Kaufungen

Neue Dienstpläne schreiben, die Kollegen, die Patienten und manches Gerät kennenlernen, für alles einen Platz finden. „Auch hier geht der Betrieb ja trotzdem weiter, das ist schon intensiv“, sagt Lipphardt. „Eigentlich wollte ich eine Willkommens-Girlande für die Kollegen aufhängen“, dazu sei er aber noch nicht gekommen, erzählt er und lacht. Lipphardt ist optimistisch: „Noch stehen einige Kartons und Dinge wie Absauggeräte im Keller, aber dafür wird sich ein Ort finden.“

Dass der Umzug der Koch-Klinik innerhalb knapp eines Monats geschafft sein musste, hat laut Claudia Nehrig einen einfachen Grund: „So sparen wir kurzfristig Geld bei Service, Reinigung, der Pforte und so weiter.“ Mit der Schließung erhoffe man sich längerfristig Einsparungen im sechsstelligen Bereich. 

Vertragsänderungen und Kündigungen gibt es nicht

Veränderungen der Verträge der Mitarbeiter oder betriebsbedingte Kündigungen gebe es nicht. „Auch unsere Leistungen bleiben gleich“, sagt Nehrig. In Kaufungen werde jetzt, neben der Geriatrie und Frühreha, auch die Altersmedizin angeboten. Am Standort Wehlheiden, wohin rund 15 Mitarbeiter gewechselt hätten, biete man nun Diabetologie an.

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