KWG und Naturfreunde Kaufungen äußern sich

Nach Videokonferenz: Kaufunger üben Kritik - „Die wichtigsten Themen sind nach wie vor ungeklärt“

Eine Straße ist zu sehen.
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Simualtion von Hessen Mobil zur geplanten A44 zwischen Kassel und Helsa bei Niederkaufungen mit Blick nach Osten. Hinten links die B7 mit der Ziegelhütte

Wer glaubt, dass die Videokonferenz über die A 44-Planung bei allen Beteiligten Zufriedenheit hinterlassen hat, irrt. Die Kaufunger Wählergemeinschaft und die Kaufunger Naturfreunde äußern Kritik.

Kaufungen – Wie berichtet, hatte die Gemeinde Kaufungen mit Akteuren des Runden Tisches sowie Hessen Mobil und dem Land über das Bauprojekt konferiert. Es sollte geklärt werden, ob Themen wie Lärmschutz und Tiefenbrunnen genügend berücksichtigt sind. Während sich Bürgermeister Arnim Roß (SPD) mit den Ergebnissen durchaus zufriedengab, werden nun kritischere Stimmen von anderen Teilnehmern laut. Die Kaufunger Wählergemeinschaft (KWG) und die Naturfreunde Kaufungen äußern sich:

KWG

Aus Sicht der KWG besteht erheblicher Nachholbedarf. „Denn die wichtigsten Themen sind nach wie vor ungeklärt“, zum Beispiel der Lärmschutz: „Wir können nicht entgegennehmen, dass ein Optimum erreicht worden sei“, heißt es in der Mitteilung. Man wolle ein Maximum an Lärmschutz. Hessen Mobil habe „ein paar Schutzwälle und eine zwei Meter hohe Wand angekündigt“. Das reiche für die nördliche Talseite nicht aus. Hinzu komme die Schadstoffbelastung, die durch die Autobahn „im Lossetal und an den Umleitungsstrecken in Lohfelden und Niestetal“ entstehe. Die Auswirkungen von Stickoxiden, Feinstaub, CO2 und Ozon in Form von Asthma und Krebs hätte Hessen Mobil nicht zur Sprache gebracht. Ebenso wenig Möglichkeiten, diese Belastungen zu verhindern.

Auch der Brunnen Kohlenstraße ist Thema: „Hessen Mobil garantiert nicht, dass der Brunnen erhalten bleibt“, so die Fraktion. Die Verfügbarkeit von bestem Wasser werde aufs Spiel gesetzt und die Gesundheit von Menschen und Natur riskiert, obwohl die Trassenführung durch die Söhre günstiger und verträglicher wäre.

Naturfreunde

Es stimme nicht, dass die Interventionen der Kaufunger bei Hessen Mobil Erfolg hatten, so die Naturfreunde Kaufungen. Es seien zwar Zugeständnisse gemacht worden, allerdings habe Hessen Mobil Fragen offen gelassen.

Der Verein kritisiert, dass die Behörde obendrein noch schnell das Planfeststellungsverfahren in die Wege geleitet hat, bevor die Planungs- und Bauhoheit ab 2021 an die Autobahn GmbH in Hannover und Kassel gehe. Wer klagen möchte, habe nun keine andere Wahl, als auf die Offenlegung der Dokumente zu warten, schließlich seien die online zur Verfügung gestellten Unterlagen nicht auf dem neuesten Stand. Das habe auch Lars Kistner von Hessen Mobil während der Videokonferenz bestätigt.

Ein weiterer Kritikpunkt: Um erfolgreich klagen zu können, seien Gruppenarbeiten notwendig, die durch Corona erschwert würden. Die Naturfreunde stellen gleichzeitig infrage, ob die Autobahn überhaupt wie geplant fertiggestellt wird. Denn Verkehrsminister Tarek Al-Wazir habe bereits verdeutlicht, dass die Verkehrszahlen gerade so ausreichten, um den Bau zu rechtfertigen. Die Naturfreunde fordern stattdessen eine durchgängige Autobahn von Helsa bis Baunatal, die „Wirtschaft, Umwelt und Mensch in einem Kontext“ sieht.  mgo

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