Weiterer Widerstand gegen Autobahnbau

Kampf gegen A44: Gruppe aus Kaufungen verfolgt ein drastisches Ziel

Mehrere Menschen mit Masken stehen in einem Waldstück und halten Fahnen und ein Transparent hoch.
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Hier wollen sie auch künftig Waldspaziergänge anbieten: Die Bürgerinitiative „Keine A44 – Verkehrswende jetzt!“ hat sich kürzlich gegründet und will die A44 verhindern. Unser Foto zeigt sie im Stiftswald.

Weiterer Widerstand gegen die Autobahn 44 im Lossetal: Nun hat sich die Bürgerinitiative (BI) „Keine A44 – Verkehrswende jetzt!“ in Kaufungen gegründet. 

Kaufungen - Während viele Kaufunger Interessensvertreter eher Schadensbegrenzung betreiben wollten, hätten sie ein drastischeres Ziel: „Wir wollen die Autobahn verhindern“, sagt der BI-Sprecher Jona Königes.

Es spräche nichts für den Bau zwischen Kassel-Ost und Helsa, allerdings einiges dagegen: Zig Hektar Wald müssten gerodet und die Bechsteinfledermaus im Stiftswald umgesiedelt werden. Hinzu kämen die ungewissen Folgen der Trasse für den Trinkwasserbrunnen Kohlenstraße und nicht zuletzt Lärm und Umweltverschmutzung.

Im Dezember vergangenen Jahres hat Hessen Mobil den Antrag für das letzte Teilstück der A44 in Richtung Kassel eingereicht.

Bürgerinitiative gegen A44: Autobahn bringe Autofahrern kaum einen Vorteil

„Wir haben die A 38 und die A 4 ganz in der Nähe und die B 7 hier. Wir brauchen die A 44 nicht“, sagt Königes. Obendrein bringe sie den Autofahrern kaum einen Vorteil. Die Autobahnstrecke verlaufe über mehrere Brücken und durch zahlreiche Tunnel, wo ohnehin nur 80 Stundenkilometer erlaubt seien. „Trotzdem hält man daran fest. Das ist Irrsinn.“

Jona Königes

Dem wollen die bisher rund 20 BI-Mitglieder entgegentreten – und auch anderen zeigen, dass sie noch aktiv werden können gegen die Autobahn. „Ich habe das Gefühl, viele haben längst resigniert. Aber es gibt noch Möglichkeiten“, sagt BI-Mitglied Katharina Jung.

Welche das sind, will die BI in Aktionen zeigen. Raddemos, Waldspaziergänge und Schild-Aufstellaktionen seien geplant. Dabei solle es beispielsweise darum gehen, wie man eigentlich einen Einwand, offiziell Einwendung genannt, schreibt und einreicht – „und dass das jeder Bürger kann, sofern er einen triftigen Grund gegen die Autobahn hat“, sagt Jung.

Bürgerinitiative gegen A44: Protestaktionen mit Baumbesetzungen geplant?

Schlussendlich sollen es so viele Einwendungen wie möglich werden. Richtwert seien die 1000 aus dem letzten A 44-Planfeststellungsverfahren. Diese sollen während der Offenlegung im aktuellen Planfeststellungsverfahren versand werden – die soll laut Autobahn GmbH zwischen Oster- und Sommerferien stattfinden.

Und wenn das alles nicht die gewünschten Früchte trägt und doch Bäume abgeholzt werden? Folgt auf „Hambi bleibt“ und „Danni bleibt“ so etwas wie „Stifti bleibt“ für den Stiftswald? Gibt es womöglich Protestaktionen mit Baumbesetzungen und Abseil-Aktionen über Autobahnen? „Wir wollen einen bunten, kreativen Protest“, sagt Königes dazu. Sich von den aufsehenerregenden Aktionen distanzieren wolle er nicht. Aber solcher Protest sei für die Kaufunger Bürgerinitiative derzeit kein Thema, so Königes. Man wolle erst einmal die Menschen zum Einwendungen schreiben mobilisieren. (Moritz Gorny)

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