Mit Mikro, Mischpult, Kameras und Funk

Ökumenischer Gottesdienst in Stiftskirche Kaufungen wird live übertragen

Die Technik spielt eine Hauptrolle: Horst Elm (vorn) und Volker Fischer verleihen dem Gottesdienst mit wechselnden Kameraeinstellungen und Bildschnitten Dynamik.
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Die Technik spielt eine Hauptrolle: Horst Elm (vorn) und Volker Fischer verleihen dem Gottesdienst mit wechselnden Kameraeinstellungen und Bildschnitten Dynamik.

Ein Gottesdienst mit Premierencharakter wird am Sonntag ab 11 Uhr in der Stiftskirche Oberkaufungen zum Ökumenischen Kirchentagssonntag gefeiert.

Kaufungen – Nicht nur, weil ihn der katholische Bischof des Bistums Fulda, Dr. Michael Gerber, und Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, mit hohen kirchlichen Würdenträgern beider Konfessionen gemeinsam feiern.

Premiere hat vor allem der hohe technische Aufwand. In Zeiten von Corona haben die Kirchengemeinden schon viele Gottesdienste mit dem Tablet aufgenommen und für die Gläubigen ins Internet gestellt. Diesmal können sie den Gottesdienst live, per Streaming im Internet, verfolgen – oder ihn wahlweise später anschauen.

Gestern Nachmittag stand Bezirkskantor Martin Baumann am Keyboard, während Jochen Engel am Rand des großen Altarraums sein Tenorsaxofon auspackte. Die drei Sängerinnen des Gospel- und Jazzchors Kaufungen, den Baumann dirigiert, sollten später hinzustoßen. Die drei Mikrofone für sie standen schon mit viel Abstand voneinander bereit.

Eine Technikprobe stand auf dem Programm. Dafür sind die beiden Veranstaltungstechnik-Experten Horst Elm und Volker Fischer aus Fulda schon seit ein paar Stunden mit Mikros, schier endlosen Kabeln, Scheinwerfern und Kameras in dem weiten Kirchenschiff unterwegs. „Die vielen Meter, die wir laufen, zählen wir nicht“, sagt Elm. Die Stiftskirche stelle ihn vor keine großen Herausforderungen. Schließlich habe er – oft gemeinsam mit Fischer – schon Dutzende Gottesdienste im Fuldaer Dom aufgenommen und gesendet. Und der sei noch ein Stück größer.

Elm und Fischer führen auch diesmal wieder souverän Regie. Ihre Geräte, unter anderem Mischpulte, Laptops, die Fernsteuerung für die Kameras und große Bildschirme, auf denen man mehrere Kameraeinstellungen parallel sehen und steuern kann, haben sie seitlich im Kirchenschiff aufgebaut – mit freiem Blick auf das Geschehen im Altarraum. Fischer und Elm bauen noch eine Antenne auf. Das kabelgebundene Internet sei im Bereich der Kirche zu schwach, deshalb streame man per Funk, erläutert Elm.

Während die Veranstaltungsbranche ansonsten schwer unter dem Corona-Lockdown leidet, profitieren Elm und Fischer eher davon. „Streaming ist immer mehr gefragt“, sagt Elm. Er betreibt die Firma Arctis und zählt vor allem die katholische Kirche zu seinen Kunden. Fischer hat sich mit „MPT-Fischer“ ebenfalls selbstständig gemacht und 20.000 Euro in zusätzliche Ausrüstung investiert. „Die Streaming-Angebote kommen den Menschen immer mehr ins Bewusstsein“, sagt Fischer. Auch die Kirche habe die Vorteile erkannt. Sie erreichten oft ein größeres Publikum als mit den normalen Gottesdiensten vor Corona.

Für Kantor Martin Baumann sind die Internet-Gottesdienste schon Routine geworden. Jedoch fehle ihm die Rückmeldung des Publikums. Nach dem Gottesdienst treffe er sonst mit vielen Besuchern am Ausgang zusammen. Beim Streaming sei das anders. „Die Leute rufen ja nicht an und sagen, ob es ihnen gefallen hat“, sagt er. (Peter Dilling)

Den Gottesdienst kann man auf Youtube verfolgen. Den Link gibt es unter anderem auf ev-kirche-oberkaufungen.de

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