16 neue Messstellen für Radfahrer sollen eingerichtet werden

Radler in Stadt und Kreis Kassel werden jetzt gezählt

Am Radweg zwischen Niederkaufungen und Papierfabrik soll ein Gerät die Radfahrer zählen. Die Daten kommen einer Radschnellwegplanung zugute. Unser
+
Am Radweg zwischen Niederkaufungen und Papierfabrik soll ein Gerät die Radfahrer zählen. Die Daten kommen einer Radschnellwegplanung zugute. Unser

Mehr als eine kleine Unebenheit werden Radfahrer kaum spüren, wenn sie im kommenden Jahr über eine von 16 Zählstellen in Stadt und Landkreis Kassel fahren.

Die Geräte sollen Daten über den Radverkehr in der Region sammeln. Fünf dieser Induktionsschleifen sind im Kasseler Stadtgebiet geplant, elf im Kreis, teilen Hessen Mobil und Stadt Kassel mit. Der Aufbau der Messstellen soll im Frühjahr beginnen. Einen genauen Zeitplan gebe es noch nicht.

Als Standorte in Kassel sind laut einem Stadtsprecher das Königstor, Fiedlerstraße, Menzelstraße, Sophie-Scholl-Straße und An der Karlsaue angedacht. Hier gebe es einen besonders hohen Radverkehrsanteil. „Klar ist, dass es in Kassel weitere Stellen gibt, an denen das Zählen sinnvoll wäre“, sagt der Sprecher. Es könnten künftig also noch weitere Zählstellen im Stadtgebiet installiert werden. Die Daten will die Stadt eigenen Angaben zufolge in die Mobilitätsplanung einfließen lassen. So erhoffe man sich Informationen zum Mobilitätsverhalten und Erkenntnisse zum Bedarf von Radwegen und Abstellplätzen.

Anders als beispielsweise in Göttingen – wo die Zahl der Radfahrer über eine digitale Anzeige erkennbar ist – werden die Daten bei den insgesamt 270 hessischen Zählstellen, die das Land bezahlt, gesammelt, aber nicht angezeigt. „Mittelfristig wollen wir die Daten öffentlich machen“, sagt Hessen Mobil-Sprecher Marco Lingemann. Das könne in Kommunen bei verkehrspolitischen Entscheidungen helfen.

Radinitiativen, mit denen im Arbeitskreis Radverkehr die Standorte besprochen wurden, sehen das Vorhaben im Grundsatz positiv. „Bislang gibt es nur Schätzungen dazu, wie viele Radler wo in Stadt und Landkreis unterwegs sind“, sagt Robert Wöhler aus dem Vorstand des ADFC Kassel Stadt und Land. Die Messstellen könnten das ändern. Nur mit belastbaren Daten ließe sich das Radwegenetz sinnvoll ausbauen. Auch der Sicherheitsaspekt sei wichtig: „Menschen steigen eher aufs Rad, wenn sie genug Platz haben.“ Wenn bekannt sei, wo viele Radler unterwegs sind, könne dort ausgebaut werden.

Thomas Hofmann von der Initiative Radentscheid hält die Messstellen grundsätzlich für sinnvoll. „Schade ist aber, dass keine Anzeigen geplant sind. Damit vergibt man eine Chance, Öffentlichkeitsarbeit für das Radfahren zu machen.“ Und er verweist darauf, dass dem Projekt auch bessere Radwege folgen müssten.

Zählstellen erfassen auch Wetterdaten

Die Induktionsschleifen, die im kommenden Jahr eingebaut werden, können erkennen, welches Fahrzeug, in welcher Fahrtrichtung darüber fährt. Wetterdaten werden ebenfalls erfasst, sagt Hessen Mobil-Sprecher Marco Lingemann. Neu geschaffene Radverkehrsprofessuren an hessischen Hochschulen sollen dabei helfen, die Informationen der Zählstellen auszuwerten. Rund 3,5 Millionen Euro investiert das Land Hessen in 270 Zählstellen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.