Becken bei Helsa und Kaufungen sollen bis 2025 fertig werden

Regenrückhaltebecken sollen Lossefluten stoppen

Bilder, wie dieses aus Kaufungen, sollen bald der Vergangenheit angehören: Der Hochwasserschutz an der Losse wird kontinuierlich ausgebaut.
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Bilder, wie dieses aus Kaufungen, sollen bald der Vergangenheit angehören: Der Hochwasserschutz an der Losse wird kontinuierlich ausgebaut.

Der Wasserverband Losse, zu dem Helsa, Hessisch Lichtenau, Kassel, Kaufungen und Niestetal gehören, hat ein Hochwasserschutzkonzept entwickelt. Eckpfeiler des Papiers sind zwei neue Rückhaltebecken.

Bilder wie im Mai 2019 – als die Losse ganze Ortsteile überflutete, soll es in Zukunft nicht mehr geben. Bei beiden Projekten gibt es Fortschritte zu vermelden, sagt Verbandsvorsteher Arnim Roß. 2024 und 2025 soll jeweils ein neues Regenrückhaltebecken in Betrieb genommen werden.

„Geologische und naturschutzrechtliche Untersuchungen und Planungen sind beim Helsaer Becken inzwischen abgeschlossen“, sagt Helmut Rother vom Ingenieurbüro Rother und Partner (Meißner). Dabei wurden verschiedene Standorte geprüft. Das Becken soll nun zwischen Helsa-Waldhof und dem Hergesbachtal, parallel zu und zwischen der Bundesstraße 7 und der Tramtrasse entstehen.

Dabei solle man sich kein Becken mit riesigen Betonwänden vorstellen, so Roß. „Es wird so ähnlich aussehen wie die Deiche an der Nordsee“, erklärt Wasserverbands-Geschäftsführer Andreas Graf. Die bestehende Böschung wird befestigt und ein neuer Querdamm errichtet. Reguliert werden der Zu- und Ablauf der Losse über ein Auslassbauwerk. „Das ist dann tatsächlich auch aus Beton“, sagt Graf.

Ziel der Untersuchungen sei gewesen, die Anlage so zu gestalten, dass die Natur möglichst wenig beeinträchtigt wird, so Rother. Außerdem sollte der geologisch und baulich beste Standort gefunden werden. „Allein die naturschutzrechtlich Untersuchung dauerte ein Jahr, da eine ganze Vegetationsperiode abgebildet wird.“

Doch bevor tatsächlich gebaut werden kann, müssen die Pläne geprüft und genehmigt werden. Die Unterlagen werden laut Verband im 1. Quartal 2021 eingereicht. Neben der fachlichen Prüfung durch das RP Kassel können im Planfeststellungsverfahren auch Bürger und Verbände Einwände erheben. Diese müssen bearbeitet werden. Da das RP in die Planung einbezogen wurde, mache man sich da kein Sorgen, so Roß. Durch die Einwände der Bürger könne es aber zu Verzögerungen kommen. Der Verband hofft, 2022 mit dem Bau beginnen zu können und 2024 fertig zu sein. Ein Jahr später soll dann auch das Becken in Kaufungen in Betrieb genommen werden.

Das Verfahren ist dasselbe wie am Standort Helsa. Die Untersuchungen haben bereits begonnen, sagt Rother. Das Becken soll am Ortseingang Oberkaufungen zwischen Bahndamm und B 7 errichtet werden. Bei Starkregen könnte auch weiterhin die Kreisstraße oder nach deren Rückbau, der Rad- und Fußweg, überflutet werden.

Es finden Gespräche mit Hessen Mobil und der Regionalbahn Kassel statt, so Graf, um die bestmögliche Lösung zu finden. Eine Kostenschätzung habe ergeben, dass eine ähnliche Summe wie in Helsa investiert werden muss. Insgesamt sollen die Becken 26 Millionen Euro kosten. 80 Prozent davon können durch das Land Hessen gefördert werden. Der Antrag für das Becken in Helsa wird ebenfalls im 1. Quartal des kommenden Jahres gestellt.

Auch wenn es keinen 100-prozentigen Schutz geben könne, sollen Anwohner künftig deutlich besser vor Fluten geschützt werden, sagt Verbandsvorsteher Arnim Roß. Das Fassungsvermögen sei beachtlich: „Die Becken können 1,1 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten.“ Das entspreche einer Wassersäule von 155 Metern auf der Fläche eines herkömmlichen Fußballfelds.

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