Komfort-Klo?

Sanierung der Kaufunger Grillhütte: 150.000 Euro nur für die Toilette

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Die Grillhütte am Steinertsee soll nun ein neugeb autes Toilettenhaus bekommen. Der Sanierung der 50 Personen fassenden Hütte hat das Parlament bereits zugestimmt. 

Wie viel Komfort können Besucher einer Grillhütte erwarten, wenn sie dort auf Toilette gehen? Diese Frage spaltet die Gemeindevertreter in Kaufungen.

Denn wenn die Grillhütte am Steinertsee saniert wird, soll auch das Toilettenhaus erneuert werden – es soll neu gebaut werden, und zwar für nun 150.000 Euro.

Dass sowohl an der Grillhütte als auch an den maroden Toilettenanlagen etwas getan werden muss, darüber sind sich die Fraktionen einig. Auch der Neubau der WC-Anlage war bereits beschlossen. Über die Kosten jedoch gibt es Streit.

Nun hat ein Architekt geprüft, ob auch ein Toiletten-Fertigbau reiche, und ob der möglicherweise günstiger sei. Das Ergebnis: Ein Toilettenhaus in dem Umfang, wie es bereits besteht, also mit jeweils drei Toiletten und einer behindertengerechten, ist als Fertiglösung genauso oder sogar teuer wie ein Neubau.

Teure Toilette an Grillhütte Kaufungen: Wenig Zustimmung

Hinzu kommt: Der Architekt hat auf Grundlage der Ausschreibung der Toiletten am neuen Festplatz die Kosten für das Häuschen an der Grillhütte um 25.000 Euro nach oben korrigiert. Abgestimmt werden sollte jetzt also über 150.000 Euro für den Neubau. Das stieß auf wenig Zustimmung.

Erwin Schmidt, Fraktionsvorsitzender der CDU, kündigte an, den Antrag abzulehnen. Er halte den Umfang für nicht angemessen. „Es ist immer noch eine Grillhütte“. Da erwarte man keine Toiletten wie in einer Hotelanlage oder einem Veranstaltungssaal. Außerdem sehe man kritisch, dass für die Hütte so viel Geld ausgegeben werde. Die Kostenschätzung für die Kaufunger Grillhütte beläuft sich nun auf insgesamt 232.000 Euro.

Neue Abstimmung ist nötig

Torsten Felstehausen (GLLK) beantragte, den Antrag zu überarbeiten und dann neu einzubringen. Er störte sich daran, dass im Antrag steht, bei einer „wesentlichen Überschreitung des Budgets“ müsse neu entschieden werden. „Was heißt wesentlich“? Die Mehrheit war zwar dagegen, den Antrag zurückzustellen. Aber sie entschied sich dafür, das Wort „wesentlich“ aus dem Antrag zu streichen. Wenn das Häuschen nun teurer wird, muss darüber erneut abgestimmt werden. Um das einfacher zu machen, sollen alle Gewerke gleichzeitig vor Baubeginn ausgeschrieben werden.

Die SPD äußerte sich in der Sitzung nicht, stimmte aber mit den Grünen mit 17 Stimmen zu 14 Gegenstimmen für den 150.000 Euro teuren Neubau. Die Grillhütte wurde ursprünglich 1982 gebaut, 1989 kam ein Toilettengebäude hinzu. Im Oktober 1994 brannte die Hütte nieder. 1995 wurde sie abgerissen und neu gebaut.

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