Wehr war im Zweiten Weltkrieg im Einsatz

Seit 100 Jahren Leben retten: Feuerwehrverein Oberkaufungen feiert Geburtstag

Mit der frisch gekauften Hand-Druckspritze: Das historische Bild entstand 1922 und zeigt die Einsatzabteilung der damaligen Feuerwehr Oberkaufungen. Mittig steht der damalige Bürgermeister Martin Berge.
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Mit der frisch gekauften Hand-Druckspritze: Das historische Bild entstand 1922 und zeigt die Einsatzabteilung der damaligen Feuerwehr Oberkaufungen. Mittig steht der damalige Bürgermeister Martin Berge.

Vor 100 Jahren, am 30. September 1921, wurde der Feuerwehrverein Oberkaufungen mit der Freiwilligen Feuerwehr Oberkaufungen gegründet.

Kaufungen – Zeppeline folgen damals in der Luft, Kutschen fuhren auf den Straßen und die Feuerwehrgeräte wurden von Pferden gezogen. Schon ein Jahr später, 1922, schafften die Wehrleute eine Hand-Druckspritze auf einem Kutschenwagen an, der im Stiftsareal untergestellt war. Um das Gerät zu finanzieren, war man auf Spenden von Kaufunger Geschäftsleuten und Handwerkern angewiesen. Aber auch Mitgliedsbeiträge halfen.

Gut zwei Jahrzehnte darauf war die Wehr mitten im Krieg auch bei Luftangriffen im Einsatz. Laut Rudi Viehmann, dem 2. Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, war eine Gruppe junger Frauen dafür ausgebildet worden, die ausgedünnte Einsatzabteilung zu unterstützen. „Sie fuhren regelmäßig nach Kassel“, sagt Viehmann. Logistisch sicherlich nicht einfach, fehlte doch seinerzeit noch ein zentrales Feuerwehrhaus. „Neben Geräten am Stift gab es am Brauplatz beispielsweise noch Equipment.“

Als der Krieg vorbei war, war Viehmann zufolge Fingerspitzengefühl notwendig, als es um eine neue Jugendabteilung ab 15 Jahren ging. „Es gab Diskussionen, ob man junge Männer für einen freiwilligen Dienst in Uniformen stecken sollte.“ Das sorgte Anfang der 1950er-Jahre für Schwierigkeiten, die Jugendarbeit aufzubauen. Trotzdem konnten einige Nachwuchsbrandschützer gehalten werden und engagierten sich später als Feuerwehrleute.

Kurz darauf gab es Grund zum Feiern, denn mit dem Stückwerk von im Ort verteilten Gerätschaften war 1963 Schluss: An der Niester Straße, wo heute der Bauhof angesiedelt ist, bezogen die Wehrleute ein neues Feuerwehrhaus. „Es gab zwar nur eine Toilette, aber insgesamt war es toll, dort alles an einem Platz zu haben“, sagt Viehmann, der selbst hier auch seinen Dienst tat.

Der nächste Umzug fand 1995 statt, in den heutigen Stützpunkt an der Theodor-Heuss-Straße. Während die Einsatzabteilungen von Ober- und Niederkaufungen zusammengelegt wurden, blieben die Feuerwehrvereine eigenständig. „Unsere Aufgabe heute ist es, die Arbeit der Feuerwehr zu unterstützen und bekannt zu machen“, sagt Viehmann über den Oberkaufunger Verein.

Das funktioniere über die Beiträge der 268 Mitglieder und Spenden. So könnten Geräte gekauft, Fahrzeuge für die 56 Aktiven mitfinanziert sowie Fahrten und Veranstaltungen bezahlt werden. (Moritz Gorny)

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