Kaufungen verlangt Mund- und Nasenschutz für Kinder über 12 Jahre

Spielen ja, aber bitte mit Maske

Eine FFPs-Maske
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Einige Menschen tragen ihre Masken nicht korrekt, die meisten Regeln werden aber eingehalten.

Muttertag auf dem gemeindlichen Spielplatz am Steinertsee. Die Sonne lacht vom Himmel, es ist warm, ein starkes Lüftchen weht. Eltern schieben ihre Kinder auf der Schaukel an, graben mit Schüppchen im Sand, unterhalten sich. Richtig voll ist der Platz in Kaufungen allerdings nicht.

Kaufungen - Nicht ganz ins Idyll passen allerdings zwei freundlichen Herren des Sicherheitsdienstes Protex. Sie weisen die Erwachsenen darauf hin, dass auf dem Spielplatz Maskenpflicht herrscht und fordern Eltern und Großeltern auf, einen Mund- und Nasenschutz anzulegen. Masken hatte bis dahin kaum einer auf dem Platz getragen. Die meisten Besucher reagieren überrascht. Sie hätten von einer Maskenpflicht noch nichts bemerkt, sagen viele. Am folgenden Sonntag wiederholen sich solche Szenen.

Aber es stimmt: Auf den Spielplätzen Kaufungens gilt Maskenpflicht für alle, die älter als zwölf Jahre alt sind, wie die Gemeinde auf Anfrage bestätigt. „Spielplätze sind Orte, an denen sich zeitweise viele Menschen versammeln und an denen das Einhalten der Abstandsregeln oft nicht möglich ist. Daher hat sich der Gemeindevorstand nach intensiven Beratungen entschlossen, die Maskenpflicht auf allen Spielplätzen beizubehalten, um eine mögliche Übertragung des Virus einzudämmen“, teilt eine Sprecherin mit. Protex sei zur Vorbeugung weiterer Vandalismusschäden ohnehin am Steinertsee unterwegs. Bußgelder wegen fehlender Masken auf Spielplätzen seien noch keine verhängt worden.

Allerdings gilt die Maskenpflicht nicht in den Nachbargemeinden Helsa, Söhrewald, Nieste und Niestetal. Auch in Baunatal, Lohfelden und Vellmar gelten diese Regeln nicht, heißt es auf HNA-Nachfrage. In Baunatal und Vellmar hat das Thema es nicht mal in die gemeindlichen Gremien geschafft.

Der Landkreis Kassel habe im Herbst 2020 eine Verordnung über die Maskenpflicht auf Spielplätzen erlassen, diese sei aber dann von der Corona-Rechtsverordnung des Landes Hessen abgelöst worden, teilt Sprecher Harald Kühlborn mit. Darin ist keine Maskenpflicht bestimmt. Es heißt nur, eine Mund- Nasenbedeckung müsse im Freien getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könne.

Der Erfolg der Kontrollen durch Protex-Sicherheitsleute ist augenscheinlich überschaubar. „Ich habe bisher noch kein entsprechendes Gebotsschild gesehen“, sagt Dominik Bub aus Nieste, der mit seinen Kindern am Sonntag auf dem Kaufunger Spielplatz war. Er steht damit nicht allein da. Das einzige Maskenschild ist über Augenhöhe und schlecht einsehbar an einem Baum angebracht und leicht zu übersehen. Es seien mal mehr gewesen, sagt ein Protex-Mann. Diese würden aber immer wieder abgerissen. Die Gemeinde bestätigt das.

Die Beobachtung an den vergangenen Sonntagnachmittagen zeigte am Steinertsee, dass die meisten Besucher auf Aufforderung zunächst Masken anlegten, diese dann aber ablegten, wenn die Sicherheitsleute außer Sicht waren. Die Gemeinde sagt, auf den Spielplätzen müsse „nur gelegentlich“ auf die Maskenpflicht hingewiesen werden. Alle seien einsichtig. (Peter Dilling)

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