„Die Kirche ist fast wie ein Kind“

Ingenieur Martin Burischek schaut auf Sanierung der Stiftskirche zurück

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Wertvolles Gut: Die Sandsteine, die zur Dachdeckung des Turms verbaut wurden, sind nur noch über vier Dachdecker in Deutschland erhältlich, da sie in dieser Form nicht mehr produziert werden.

Der Countdown läuft: Am Sonntag wird die Kaufunger Stiftskriche feierlich wiedereröffnet. In einer Serie zeigen wir Ausschnitte der Sanierung und die beteiligten Personen. 

Martin Burischek wird die Stiftskirche vermissen, wenn die Sanierung des historischen Gebäudes wie geplant im Spätsommer diesen Jahres endgültig abgeschlossen ist.„Für einen Ingenieur für Architektur ist so ein Projekt fast wie ein Kind, das man großzieht“, sagt der 50-Jährige. 

„Man sieht die Entwicklung von Anfang an bis zum fertigen Objekt und betreut alles sehr intensiv“, sagt der Mann aus Fulda, der auch Vater zweier Kinder ist. 13 Jahre hat er sich mit der Kirche beschäftigt – und war mehrmals in der Woche vor Ort.

Wertvolles Gut: Die Sandsteine, die zur Dachdeckung des Turms verbaut wurden, sind nur noch über vier Dachdecker in Deutschland erhältlich, da sie in dieser Form nicht mehr produziert werden.

Dadurch habe sich auch eine enge Beziehung zu den Menschen entwickelt, die sich um die Kirche kümmern. Zum Beispiel zu Dekanin Carmen Jelinek und Silke Does, die sich ehrenamtlich im Kirchenvorstand und im Bauausschuss engagiert.

Eine Herausforderung für den Ingenieur für Architektur, der seit 24 Jahren im Geschäft ist und schon so manches historische Bauwerk erneuert hat, war die Sanierung des Turms der Stiftskirche. Hier galt es, das Dach nach historischem Vorbild mit Sandsteinen einzudecken. Das Problem: „Diese Art von Steinen wird heutzutage nicht mehr für den Bau verwendet und dementsprechend auch nicht mehr produziert“, sagt Burischek. Deswegen hätten die Arbeiter die vorhandenen Steine zum Teil auch wiederverwendet, wenn sie noch in Ordnung waren.

Wertvolles Gut: Die Sandsteine, die zur Dachdeckung des Turms verbaut wurden, sind nur noch über vier Dachdecker in Deutschland erhältlich, da sie in dieser Form nicht mehr produziert werden.

„Ungefähr 70 Prozent konnten wir recyceln“, so der Ingenieur. Für die restlichen dreißig Prozent mussten sie auf Spezialisten zurückgreifen: „Nur vier Dachdecker in Deutschland kommen an diese Steine heran.“ Mithilfe von Ausschreibungen hätten die Bauherren aber das fehlende Material für die Kaufunger Stiftskirche zusammenbekommen.

Wertvolles Gut: Die Sandsteine, die zur Dachdeckung des Turms verbaut wurden, sind nur noch über vier Dachdecker in Deutschland erhältlich, da sie in dieser Form nicht mehr produziert werden.

Aber das ist bereits lange her: Mittlerweile ist der Bauherr in Sachen Stiftskirchensanierung im Schlussspurt eines langen Rennens: Immer wieder könne er die Früchte der harten Arbeit vieler Menschen sehen. Dieser Tage erfreue er sich besonders daran, dass die Arbeiten im Kirchenchor ihren Abschluss finden: „Es ist ein fantastischer Moment, wenn der Chor ausgerüstet wird, also die Arbeiter das Gerüst abbauen“, sagt er. Dann komme die Lichtarchitektur richtig zum Tragen und der Raum wird hell erleuchtet.

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