Kaufunger verärgert über Besuch

Ärger an der Haustür: Telekom macht Werbebesuche - trotz Corona-Lockdown

Ralf Jastrzembowski aus Kaufungen steht in seiner Eingangstür. 
 
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Hat sich an die HNA gewandt: Ralf Jastrzembowski aus Kaufungen erhielt kürzlich einen unangemeldeten Werbebesuch eines Dienstleisters, der im Auftrag der Deutschen Telekom unterwegs war.  

Ein Werbebesuch an der Haustür - und das mitten im Corona-Lockdown. Ein Mann aus Kaufungen im Landkreis Kassel ist verärgert über die Telekom.

Kaufungen – Sport ist gestrichen, Restaurant- und Theaterbesuche ebenso. Menschen halten Abstand, bleiben wenn möglich zuhause und schränken sich ein. Während ein Großteil des Lebens still steht, hat die Deutsche Telekom Werbebesuche bei Menschen in Altkreis Kassel veranlasst. Zum Ärger von Ralf Jastrzembowski.

Der Oberkaufunger traut seinen Ohren kaum, als es vor wenigen Tagen an seiner Haustür klingelt und er Werbebesuch bekommt. Ein Mann, der im Auftrag der Deutschen Telekom unterwegs sei, wie er sagt, möchte Jastrzembowski über einen Glasfaserhausanschluss informieren. Der 57-Jährige öffnet seine Tür nicht und wimmelt den Besucher schließlich über die Gegensprechanlage ab. So erzählt es uns der aufgebrachte Kaufunger.

„In diesen Zeiten, in denen es so sehr um Schutz geht, ist das ein Unding von der Telekom“, sagt Jastrzembowski. Schließlich gebe es genügend Menschen, die aus Höflichkeit die Haustür öffneten, vielleicht nicht gleich einen Mund-Nasen-Schutz parat hätten und so Gefahr liefen, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren.

Verärgert über den unerwünschten Besuch, ruft der Oberkaufunger kurzerhand bei der Telekom-Zentrale in Bonn an. „Ich wollte wissen, ob das vielleicht eine Betrugsmasche ist, oder ob der Konzern tatsächlich Werbebesuche veranlasst hat.“ Wie der Kaufmann berichtet, bestätigt ihm eine Telekom-Mitarbeiterin die Besuche. Er weist darauf hin, dass der Konzern das Ganze überdenken sollte und beendet das Telefonat.

Auf HNA-Anfrage bestätigt die Telekom die Besuche: „Wir möchten weiterhin Service und Beratung vor Ort gewährleisten und unter anderem auch damit zu einem funktionierenden Homeoffice beitragen“, schreibt Sprecher George-Stephen McKinney. Die von der Telekom eingesetzten Dienstleister und ihre Mitarbeiter, nähmen ihre Verantwortung hinsichtlich Arbeits- und Gesundheitsschutz sehr ernst. Sie seien „angehalten, die strengen Hygienevorschriften einzuhalten“. Allerdings hat die Telekom ihre Werbebesuche nach eigener Aussage noch am selben Tag gestoppt, an dem sie auch die HNA-Anfrage beantwortete. „Die Maßnahmen werden fortlaufend überprüft und wenn notwendig, entsprechend an die sich verändernde Situation angepasst“, begründet das McKinney.

Von Moritz Gorny

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