Tennisclub Kaufungen steht nach Hochwasser vor dem Aus

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Von hier kam das Wasser: Ralf Kohl zeigt die Stelle, an der das Wasser vom Steinertsee kommend über den Parkstreifen den Schotter mitriss und die Plätze verwüstete.

Kaufungen – Die Tennisplätze des TC Kaufungen 1974 in Niederkaufungen im Rohrweg gegenüber des Schützenhauses sehen aus wie eine Dünenlandschaft – die Belege schlagen Wellen. Die Plätze sind nicht mehr bespielbar.

Das Hochwasser kam am Vormittag des 21. Mai und hat in wenigen Stunden drei Hart- und zwei Sandplätze des Vereins völlig zerstört.

„Im Moment wissen wir nicht, wie es weitergehen soll“, erzählt der Vorsitzende des Vereins, Uwe Sauerländer, in gedrückter Stimmung. „Die Saison ist für uns schon Mitte Mai für dieses Jahr beendet und damit auch alle geplanten Veranstaltungen für diesen Sommer“. Nach ersten Einschätzungen und Nachfragen bei Fachfirmen soll allein die Entsorgung der Hartplatzauflagen bis zu 30 000 Euro kosten. „Dann müssen neue Belege drauf, Befestigungen, Netze und noch so einiges“, meint Sauerländer.

Getroffen hat es auch die beiden Sandplätze. Da der Steinertsee überlief, ergossen sich die Wassermassen in den Rohrweg, der ebenfalls komplett zentimeterhoch unter Wasser stand. Die Tennisplätze liegen etwas unterhalb der Straße, so dass das Wasser über die neuen Parkplätze lief, die die Gemeinde angelegt hat, den lockeren Schotter mitriss und sich über die Tennisanlage ergoss. „Vielleicht hätte ein Bordstein die Wassermassen etwas abgelenkt, aber so haben sie durch das Gefälle noch an Kraft gewonnen“, meint Kassierer Ralf Kohl. Zur finanziellen Lage des Vereins führte er aus: „Unsere Eigenmittel betragen derzeit circa 20 000 Euro. Mit viel Eigenleistung bekommen wir es vielleicht hin, zumindest die Sandplätze wieder bespielbar zu machen. Aber wir müssen erst noch Angebote einholen“. Der gesamte Platz stand gut 30 Zentimeter unter Wasser. Die Fluten sind von dort in die Losse abgelaufen – nach vier Stunden war das ganze Spektakel vorbei und hat eine Stätte der Verwüstung hinterlassen.

Der Verein hat 120 Mitglieder, davon rund 40 Jugendliche. Für diese hat der Club einen hauptamtlichen Trainer eingestellt, um die Jugendarbeit zu fördern. „Ob wir den Trainer weiter beschäftigen können, steht in den Sternen“, meint Jugendtrainerin Christina Meyer. Spontane Hilfe, was den Spielbetrieb angeht, kam aus den umliegenden Tennisvereinen. Die Vereine in Helsa, Nieste und auch Kassel-Bettenhausen prüfen derzeit ihre Belegungspläne, um den Kaufungern Plätze zur Verfügung stellen zu können.

„Alleine können wir den finanziellen Aufwand nicht stemmen, meint der Vereinsvorsitzende. „Wir haben uns zwei Tage nach der Katastrophe schriftlich an die Gemeinde mit der Bitte um Hilfe gewandt. Sie wäre bereit, uns mit einem zinslosen Darlehen zu unterstützen. Langfristig wäre uns mit einer Hochwassersicherung mehr geholfen“. Auf Nachfrage der HNA teilte der Gemeindevorstand mit, dass aus Mitteln des Sondervermögens eine Förderung von 10 Prozent der notwendigen Investitionen möglich sei. „Weitere finanziellen Zuwendungen sind im Rahmen der Gleichbehandlung der Hochwassergeschädigten nicht möglich“, hieß es in dem Schreiben.

Spendenkonto: TC Kaufungen, Raiffeisenbank Baunatal, Kontonummer: DE58 5206 4156 0007 2450 25

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