Arbeiten an Haferbachbrücke verzögern sich erneut

Tram-Brücke in Niederkaufungen wird erst 2021 saniert

Auf dem Bild ist ein Auto zu sehen, das auf an einer grünen Ampel vorbeifährt und auf eine Brücke mit Unterführung zu rollt.
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Seit Mai können Autos unterhalb der Haferbachbrücke in Niederkaufungen fahren. Bis dahin war die Durchfahrt komplett gesperrt, nachdem im August 2019 ein Lastwagen das Bauwerk beschädigt hatte.

Verlässlichkeit ist ein hohes Gut, wenn es um öffentliche Verkehrsmittel geht. Bei der Sanierung der Haferbachbrücke in Kaufungen wird die Fertigstellung immer wieder verschoben. So auch jetzt.

Kaufungen - Im Dezember vergangenen Jahres hieß es noch, ab April könne grundhaft saniert werden. Im April war dann die Rede davon, die Brücke bis Ende des Jahres erneuert zu haben (wir berichteten). Nun rückt auch dieser Termin in weite Ferne. „Für November 2021 ist die Fertigstellung geplant“, sagt Heidi Hamdad, Sprecherin der Regionalbahn Kassel (RBK), auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Tram-Brücke, die im August vergangenen Jahres durch den Aufprall eines Lastwagens schwer beschädigt wurde, soll abgerissen und neu aufgebaut werden. Noch in diesem Jahr will die RBK die Ausschreibungen für das Bauprojekt auf den Weg bringen. Im ersten Quartal 2021 soll dann der Auftrag vergeben werden. Die Bauarbeiten sind laut der RBK-Sprecherin ab dem Frühsommer geplant. In den Herbstferien werde die Tramstrecke gesperrt, um die Brücke mit einem neuen Oberbau zu versehen.

Den deutlich verschobenen Zeitplan begründet Hamdad damit, dass sich die RBK eng mit der Gemeinde Kaufungen abstimme. „Das wurde durch die Corona-Pandemie erschwert, da wir und die Gemeinde personell schlechter besetzt sind.“ Außerdem verzögerten Gutachten und rechtliche Fragen den Bau. „Obendrein haben wir Fördergeld beim Land Hessen beantragt. Wir wissen noch nicht, ob wir den Zuschuss bekommen“, sagt die RBK-Sprecherin. Gebe das Land kein Geld, müsse man sich mit der Gemeinde abstimmen, wie das Bauprojekt bezahlt wird – die Planung könne sich erneut verschieben.

Ein weiterer Grund für die Verzögerung: „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, die Lossetalstrecke wenn möglich nur noch einmal jährlich zu sperren“, sagt Wolfgang Sprenger. Der örtliche Betriebsleiter Infrastruktur der RBK verweist darauf, dass die Strecke gerade jetzt – und damit für 2020 – gesperrt sei, um die Gleise zu bearbeiten und Bäume zurückzuschneiden. Demnach könnten die Arbeiten an der Haferbachbrücke ohnehin erst kommendes Jahr beginnen. „Dann steht noch im Raum, ob die angefragten Firmen direkt anfangen können.“

Aber: „Durch unsere Hilfsbrücke, die wir September 2019 aufgebaut haben und auch durch die Möglichkeit, die Brücke mit einem Auto zu queren, ist die Lage nicht mehr ganz so heikel“, sagt Sprenger. Denn vor allem die Sperrung für Autos hatte bei den Kaufungern für Unmut gesorgt. Seit Mai ist die Unterführung allerdings für Fahrzeuge freigegeben, die niedriger als drei Meter sind. Bis dahin mussten Autofahrer eine Umleitung über die Leipziger Straße, Am Setzebach und Am Rosengarten fahren.

Mittlerweile haben sich die Wogen wohl geglättet: Zwar müssten Großfahrzeuge nach wie vor die Umleitung nehmen. „Der laufende Straßenverkehr ist jedoch eher minimal betroffen und es sind bisher auch keine nennenswerten Beschwerden seitens der Bürger aufgetreten“, heißt es aus dem Kaufunger Rathaus.

Von Moritz Gorny

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