Erstes Projekt dieser Art in der Region

Trotz Wolken Sonnenstrom fürs Auto: Solartankstelle in Kaufungen kommt

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So soll sie aussehen: An der Theodor-Heuss-Straße in Kaufungen soll eine Solartankstelle mit insgesamt neun Pkw-Stellplätzen und vier Ladepunkten entstehen. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage geplant. Der Strom kann in einem Großspeicher aufgefangen werden. 

In Kaufungen soll eine Solartankstelle für Elektroautos entstehen. An der Theodor-Heuss-Straße, direkt am Park-and-Ride-Parkplatz, plant die Regionale Versorgungswerke Kassel (RVW) ein Carport mit neun Stellplätzen.

„Das Besondere daran ist, dass wir nicht nur eine Photovoltaikanlage bauen möchten, sondern auch einen Speicher und dazu zwei AC- und eine DC-Schnellladesäule (rund 30 Minuten Ladezeit) mit zwei Anschlüssen“, sagt Marc Clinckaert, Vorstand der Regionalen Versorgungswerke. „In dieser Kombination gibt es das noch nicht in der Region.“ Auch wenn es den ganzen Tag bewölkt ist und die Solaranlage gerade keinen Strom produziert, könnten durch den Großspeicher etwa acht Fahrzeuge pro Tag aufgeladen werden, erläutert Clinckaert. Ist der Speicher doch mal leer, ziehe man Ökostrom aus dem Netz. „Andersherum speisen wir auch überschüssigen Strom ins Netz ein“, so Clinckaert.

1,1 Millionen Euro soll das Projekt auf der 650 Quadratmeter großen Fläche kosten, die die Firma RVW von der Gemeinde Kaufungen pachtet. „Der Platz ist ideal, weil viele wichtige Anlaufpunkte in nächster Nähe sind“, sagt der Vorstand und zählt auf: „Einzelhandel, Restaurants, die Tram.“ So könne das Auto abgestellt und geladen werden, während die Kunden ihre Einkäufe erledigen. 

Clinckaert gibt sich hoffnungsvoll: „Die Baugenehmigung haben wir und mit den Erdarbeiten wollen wir in diesem Sommer anfangen.“ Er plane Ladesäulen und Speicher bald zu bestellen. „Die haben allerdings eine Lieferzeit von bis zu sieben Monaten.“ Es werde also bis mindestens bis Ende des Jahres dauern, bis an der Theodor-Heuss-Straße die ersten E-Mobile Sonnenstrom tanken.

Schaut man sich in der Region um, wird klar, dass das Projekt in der Tat ein besonderes ist: „Im Landkreis haben wir bislang keine solchen Ladepunkte“, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Es gebe natürlich bereits E-Tankstellen mit Kapazitäten, um mehrere Autos auf einmal zu laden. Aber die Kombination aus Speicher, Photovoltaikanlage und Ladesäulen an einem Ort sei neu.

Auch mit Blick auf Hessen ist das Vorhaben in Kaufungen ein Novum: „Uns ist keine Solartankstelle in dieser Form bekannt“, sagt Jürgen Schilling von der Hessischen Landesenergie-Agentur, Geschäftsstelle Elektromobilität. „Das ist eine gute Sache, zumal die Kombination bewirkt, dass Menschen wissen, die Energie kommt von der Sonne“, erläutert der Energiefachmann.  

Im Kaufunger Rathaus steht man dem Projekt ebenfalls positiv gegenüber. „Die Gemeinde möchte die Elektromobilität fördern und damit zur notwendigen Infrastrukturerweiterung beitragen“, sagt Sprecherin Iris Sager. Deswegen stelle die Gemeinde gern die Fläche als Standort für die Stromladestellen zur Verfügung.

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