Ärger in Tierklinik Kaufungen über fehlende Genehmigung für Neubau

Veterinär im Dilemma: „Wir müssen Patienten wegschicken“

Der Kaufunger Tierarzt Dr. Wolfgang Kähn muss nach eigenen Angaben Halter mit kranken Tierpatienten wegschicken, weil er sie nicht versorgen kann. Eigentlich könnte er das Problem lösen, wenn ihm nicht eine Baugenehmigung fehlen würde.

Der Kaufunger Veterinär Dr. Wolfgang Kähn würde gern seine Klinik erweitern, wenn er denn dürfte. Diese Illustration zeigt einen Planungsentwurf. Rechts ist das neue Gebäude zu sehen.

Der Leiter der Tierklinik Kaufungen steht unter großem Druck, wie er sagt. Immer mehr Kliniken in der Umgebung würden schließen und so kämen mehr Patienten nach Kaufungen. Sei es von Warburg, Northeim oder Bad Hersfeld. „Meine Mitarbeiter stöhnen schon, sie kommen einfach nicht hinterher.“ Die Situation werde noch durch ein weiteres Dilemma verschärft, in dem Kähn steckt.

Wie berichtet, wollte der Veterinär seine Klinikräumlichkeiten mit einem Neubau erweitern. Schon im kommenden Monat sollten die Bauarbeiten losgehen. Doch die Baugenehmigung, die Kähn Anfang des Jahres ausgestellt worden war, wurde wieder zurückgezogen. Nun schieben sich die beteiligten Behörden gegenseitig die Verantwortung zu.

Dr. Wolfgang Kähn

Laut HNA-Informationen hatte der Landkreis Kassel die Genehmigung ausgestellt, ohne zuvor mit der Autobahn GmbH Rücksprache zu halten. Die wiederum hatte für den Bereich an Kähns Tierklinik eine Veränderungssperre eingerichtet, damit dem Bau der Autobahn 44 hier nichts in die Quere kommen kann.

Kähn hat nach eigenen Angaben schon längst neue Pläne an die Autobahn GmbH geschickt. „Ich habe den Bau so umplanen lassen, dass er nicht mehr mit der Autobahn kollidiert“, sagt der Tierarzt. Passiert sei aber bislang nichts. „Wir werden von den Behörden einfach hängen gelassen“, kritisiert Kähn. Käme der Bescheid, könnte er mehr Behandlungsräume schaffen und der Lage Herr werden.

Stattdessen spitze sich die Lage zu. Schon jetzt müsste er Akutpatienten nach Hann- over oder Gießen schicken. „Die tierärztliche Versorgung hier ist gefährdet.“ Er habe sogar den Landrat ins Boot geholt, der wiederum an die Autobahn GmbH einen Brief geschrieben habe. Das bestätigt Kreissprecher Harald Kühlborn. Demnach sei ein unterstützendes Schreiben an die Autobahn GmbH gegangen – leider bislang ohne Erfolg. Sie verweist auf HNA-Anfrage wiederum an den Landkreis Kassel. Schließlich sei der Landkreis für die Baugenehmigung zuständig, heißt es. Wolfgang Kähn sagt: „Uns läuft die Zeit davon.“ Foto: Moritz Gorny

Von Moritz Gorny

Rubriklistenbild: © Döring Architekten/nh

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