1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel
  4. Kaufungen

Weg mit der Wegwerf-Windel: Kaufungerin bietet Windelfrei-Kurse an

Erstellt:

Von: Alia Diana Shuhaiber

Kommentare

Mit Achtsamkeit und Gelassenheit: Victoria Burtzyk bietet Windelfrei-Kurse und Waldbaden an. Unser Bild zeigt sie im Kaufunger Wald mit Sohn Maro.
Mit Achtsamkeit und Gelassenheit: Victoria Burtzyk bietet Windelfrei-Kurse und Waldbaden an. Unser Bild zeigt sie im Kaufunger Wald mit Sohn Maro. © Privat/nh

Woher weiß ich, ob mein Baby mal muss? Darum und ein möglichst stressfreies „Trocken werden“ geht es in den Windelfrei-Kursen von Victoria Burtzyk.

Kaufungen – Die Kaufungerin ist selbst Mutter eines zweijährigen Sohnes und aus ganz praktischen Gesichtspunkten zur Windelfrei-Beraterin geworden. Eigentlich hat die 40-Jährige einen technischen Hintergrund und arbeitet als Konstrukteurin für einen Automobil-Zulieferer.

„Ich habe das erste Mal in der Schwangerschaft von Windelfrei gehört und mir gedacht, keine Windeln? Das ist doch super.“ Dabei heißt Windelfrei nicht, komplett auf das Tragen von Windeln zu verzichten. Aber: „Babys haben von Beginn an ein Gefühl für Reinlichkeit.“ Es gebe ein neurologisch programmiertes und angeborenes Reinlichkeitsbedürfnis. Etwa 90 Prozent der Weltbevölkerung nutze gar keine Wegwerfwindeln und diese Kinder seien in der Regel schon mit einem Jahr sauber. „In den ersten drei Monaten machen sich schon viele Kinder bemerkbar, wenn sie ausscheiden müssen“, erklärt Burtzyk. Und dort setze das Konzept Windelfrei an. Dabei gehe es darum, die unterschiedlichen Signale des Kindes zu erkennen. Dieses Wissen werde in ihren Kursen vermittelt. Es sei eine Illusion, dass sich das Thema „Trocken werden“ spätestens von allein klärt, wenn die Kinder in die Kita kommen. „Bei manchen klappt es, bei anderen aber nicht.“

Burtzyks Sohn Maro trägt seit einem Dreivierteljahr keine Windeln mehr. Nach und nach habe die Kaufungerin von Wegwerf- auf Stoffwindeln umgestellt. Die ersten Windelfrei-Versuche habe sie selbst erst mit fünf Monaten gemacht. „Natürlich läuft nicht alles gleich reibungslos und es kann zu Unfällen kommen“, sagt Burtzyk, die auch eine Fortbildung zur Entwicklungspädagogin und zur Waldbademeisterin gemacht hat.

Die heute am Markt verfügbaren Einwegwindeln seien problematisch, weil es kein Nässefeedback gebe. Beim Tragen von Stoffwindeln würden die Kinder indes ein Nässegefühl wahrnehmen. Ebenfalls bedenklich sei, dass die Windeln immer größer werden: „Mittlerweile gibt es Windeln für Kinder bis 19 Kilogramm.“ Das führe dazu, dass viele Kinder erst später – teilweise erst mit vier oder fünf Jahren trocken sind.

Windelfrei hat für Burtzyk mehrere Vorteile. Zum einen ist es ökologischer. Durch das Einsparen von Windeln wird das Plastikmüllaufkommen reduziert. „Windeln bestehen aus Stoffen, die die Haut austrocknen, außerdem entstehen beim Verbrennen Schlacken, also Sondermüll.“ Auch ökonomisch gesehen, habe Windelfrei Vorteile. Eltern könnten mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen. „Stattdessen kann man sich ein gutes Paket Stoffwindeln für 400 Euro kaufen.“

Burtzyk beschäftigt sich viel mit den Themen Achtsamkeit, Bedürfnisse, Sicherheit, Geborgenheit und Zugehörigkeit. Insbesondere Achtsamkeit sei ein Thema, das die Entwicklungspädagogik, zu der auch Windelfrei zählt, mit dem Waldbaden verbindet. Dazu bietet die Kaufungerin Kurse für Eltern und Kindern in der Trage, aber auch für Schwangere zur Geburtsvorbereitung an. „Entspannung und Gelassenheit sind wichtige Faktoren für eine stressfreie Geburt und damit auch für das ungeborene Kind“, sagt sie. Doch auch Väter könnten von den Kursen profitieren: „Sie können die Mütter entlasten, sich mehr einbringen und dadurch eine stärkere Bindung aufbauen“, zählt Burtzyk auf.

Ihre Kurse bietet die Windelfrei-Beraterin für 99 Euro an. Dafür gibt es fünf Stunden Theorie und Praxis.

vitalitybalanceacademy.de

Auch interessant

Kommentare