Eine Ehre für ‘s Annchen

Weg zur Kita Eulennest in Kaufungen nach Mundartexpertin Almut Weingart benannt

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Freut sich sehr über das neue Schild: Bernhard Weingart, Mann der 2016 gestorbenen Almut Weingart, steht auf dem Weg zur Kita Eulennest, der jetzt nach seiner Frau benannt ist.

Kaufungen. Sie konnte als ‘s Annchen Mundart schnuddeln, wie kaum eine Zweite, hatte ein Herz für Kaufungen und engagierte sich, wo es nur ging.

Jetzt ist Almut Weingart – die 2016 nach langer Krankheit starb – eine besondere Ehre zuteilgeworden. Wer jetzt von der Straße Am Stechkopf zur Kita Eulennest läuft, benutzt den „Almut-Weingart-Weg.“ Demnächst soll am Straßenschild noch ein Zusatzschild angebracht werden, auf dem über das Leben und Wirken der Kaufungerin informiert wird.

„Ich freue mich sehr darüber, denn das ist eine Ehre und zeigt viel Wertschätzung“, sagt ihr Mann Bernhard Weingart aus Kaufungen, während er unter dem frisch aufgestellten Schild steht. Der 76-Jährige hofft, dass seine Frau dadurch lange im Gedächtnis der Menschen bleibt und sie immer einen Bezug zu ihr behalten.

Frau mit großem Talent: Almut Weingart.

„Und ich finde es absolut passend, dass sie jetzt die Kinder auf ihrem Weg zur Kita begleitet“, sagt Weingart. Schließlich habe sie sich neben ihren drei Kindern auch für viele andere Kaufunger Krappen stark gemacht: Sie rief neben der Kindersachenbörse auch das Purzelturnen in der LG Kaufungen ins Leben. „Viele Kaufunger, die damals als Kinder zum Purzelturnen kamen, werden jetzt ihren eigenen Nachwuchs über den Almut-Weingart-Weg zur Kita bringen“, sagt Weingart.

Putzfrau des Bürgermeisters

Außerdem engagierte sie sich im Mittelalterverein und bei Kirchen- und Ortsführungen. Über die Grenzen Kaufungens bekannt machte sie aber vor allem ihre HNA-Kolumne „Annchens Tagebuch“, in der sie als Putzfrau des Bürgermeisters Anekdoten in bester Mundartmanier erzählte. Doch damit nicht genug: ‘s Annchen trat auch als Büttenrednerin auf und brachte tausende Menschen zum Lachen – „von Göttingen bis Obersuhl“, wie ihr Witwer stolz erzählt. Daran war er übrigens nicht ganz unbeteiligt: „Wir waren an vielen Wochenenden für ihre Auftritte unterwegs. Autofahren wollte sie aber nicht selber – wir sind sehr viele Kilometer gefahren“, erinnert sich Bernhard Weingart, der nach eigenen Angaben wirklich nur ab und an als Erich in den Sketchen seiner Frau vorkam.

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