Betreibergesellschaft prüft den Bau

Weitere Windräder für Windpark Stiftswald bei Kaufungen geplant

Das Bild zeigt aus der Vogelperspektive eine Windkraftanlage bei der Montage. Eine Gondel wird auf den Turm gesetzt.
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Der Windpark Stiftswald mit seinen bislang neun Windkraftanlagen zählt zu den besten Windkraftstandorten in ganz Nordhessen. Allein im ersten Quartal 2020 produzierten die Anlagen mit 34 000 Megawattstunden 36 Prozent mehr als in aktuellen Planungen vorgesehen.

Kreis Kassel – Möglicherweise schon in drei Jahren könnte der Windpark Stiftswald um bis zu sieben Windkraftanlagen erweitert sein. Zumindest prüft aktuell die Windpark Stiftswald GmbH als Betreibergesellschaft einen entsprechenden Ausbau.

Angedacht sind der Bau von Windrädern der Fünf-Megawatt-Klasse. Windräder dieser Leistungskategorie können Rotordurchmesser von bis zu 160 Meter sowie eine Nabenhöhe von bis zu 166 Meter erreichen (Enercon). Die angedachten Standorte liegen im Bereich des Ritterschaftlichen Stifts am Michelskopfsee sowie von Hessen Forst am Belgerkopf.

Aktuell zählt der Windpark rund um den Bielstein und den Großen Belgerkopf neun Windräder der Drei-Megawatt-Klasse (Enercon, Nabenhöhe: 149 Meter, Rotordurchmesser: 115 Meter). Sie wurden 2016 in Betrieb genommen und produzieren jährlich mindestens 73 Gigawattstunden Strom, was für die Versorgung von 29 000 Haushalten reicht.

„Ein Ausbau des Windparks dort bietet sich an“, erklärt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke, die mit 33 Prozent an dem Windpark beteiligt sind. Einerseits zähle der Windpark zu den ertragreichsten Standorten in ganz Nordhessen. „In den vergangenen Jahren hat der Windpark im Schnitt 20 Prozent mehr Strom produziert als zunächst kalkuliert.“ Andererseits lassen die dort im Regionalplan ausgewiesenen Vorrangflächen für Windkraftanlagen (Großer Belgerkopf: 83 Hektar; Bielstein: 130 Hektar) den Bau von vier weiteren Anlagen zu. „Eine adäquate Ausweitung der Vorrangflächen im Regionalplan würde den Bau von noch einmal drei Anlagen erlauben“, sagt Pijanka. Der Regionalplan wird aktuell fortgeschrieben, sodass noch keine konkreten Angaben gemacht werden können.

Doch mit Blick auf die Erweiterung um zunächst vier Windräder, muss viel geprüft und kalkuliert werden. „Bis Oktober werden die notwendigen naturschutzfachlichen Untersuchungen beispielsweise zu Fledermäusen, Greif- und Zugvögeln erstellt“, sagt Pijanka. Sollten keine Konflikte erkennbar sein, würden im zweiten Schritt die möglichen Windkraftanlagen im Rahmen eines vorgezogenen Vergabeverfahrens ausgewählt. „Nach der Detailplanung könnten ab Juli 2021 die Genehmigungsanträge beim Regierungspräsidium Kassel eingereicht werden“. Sollten die Planungen bis dahin erfolgreich verlaufen, wäre mit einer Genehmigung frühestens im Juni 2022, mit einer Inbetriebnahme frühestens im Juli 2023 zu rechnen.

Wenn es zu einem Ausbau kommt, sollen erwirtschaftete Gewinne – wie auch schon jetzt – an die Gesellschafter der Windpark Stiftswald GmbH ausgeschüttet werden. „Die Investitionen kommen somit der ganzen Region zugute“, sagt Pijanka. Wertschöpfung und Gewinne blieben dem heimischen Raum erhalten. Neben den Städtischen Werken sind am Windpark Stiftswald die Stadtwerke Eschwege und Bad-Sooden-Allendorf, die Gemeinden Kaufungen und Lohfelden, die Regionalwerke Region Kassel sowie die sechs Bürgerenergiegenossenschaften Kaufunger Wald, Wolfhagen, Niestetal, Kassel & Söhre, Werra-Meißner und die Waldhessische Energiegenossenschaft beteiligt.

Schon jetzt zeichnet sich eine hohe Akzeptanz für das Vorhaben bei den benachbarten Kommunen Kaufungen und Helsa ab, ebenso bei Hessen Forst und dem Ritterschaftlichen Stift Kaufungen.

Welche Windkraftanlagen bei einer möglichen Erweiterung konkret zum Einsatz kommen könnten, steht noch nicht fest. Sicher ist nur, dass es sich um Fünf-Megawatt-Anlagen handeln wird. „Falls wir tatsächlich im ersten Schritt vier weitere Anlagen bauen würden, könnten wir damit im Jahr etwa 50 000 Megawattstunden Strom produzieren und damit rund 20 000 Haushalte versorgen“, sagt Pijanka.

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