Kaufunger BUND plant Protest-Aktionen

Weiterer Widerstand gegen die A 44 formiert sich in Kaufungen

Ein Mann mit rot-weißer Winterjacke und langem, zusammengebundenen Haar hält ein Stoffbanner in der Hand mit der Aufschrift „A44 schmeckt mir nicht“.
+
Will der Autobahn etwas entgegensetzen: Claus Brechmann, Vorsitzender des BUND-Ortsverbands Kaufungen, mit einem Anti-A 44-Banner mit der Aufschrift „A 44 schmeckt mir nicht.“

Für Claus Brechmann ist es unverständlich, dass die Autobahn 44 tatsächlich gebaut werden soll. Er spricht für den BUND-Ortsverband Kaufungen, der sich gegen die Baupläne stellt.

Kaufungen – Dabei gehe wertvoller Wald verloren, die Kaufunger Wasserversorgung werde gefährdet, die Schadstoffbelastung sei hoch, die Naherholung in Gefahr und vieles mehr. „Dagegen müssen wir etwas tun“, sagt der Vorsitzende des BUND-Ortsverbands Kaufungen, der sich Ende 2019 gegründet hat. Während die Planung der Verkehrskosteneinheit 11 – so heißt der Autobahnabschnitt zwischen Kassel-Ost und Helsa im Amtssprech – zwar fortgeschritten und der Bau anderer Abschnitte abgeschlossen ist, herrsche im Kaufunger Ortsverband noch Hoffnung, die Fertigstellung abzuwenden.

Brechmann schaut dabei auch nach Österreich, wo sich die Regierung kürzlich gegen den Bau der sogenannten Waldviertel-Autobahn entschieden hatte. Grund dafür: die Autobahn würde zu spät kommen und überwiegend überregional wirken. Das dadurch eingesparte Geld solle stattdessen in den öffentlichen Nahverkehr investiert werden.

Für solch eine Lösung möchte auch Brechmann mit seinen BUND-Mitstreitern werben – und im Umkehrschluss möglichst für einen Planungs- und Baustopp der A 44. Dennoch will der Kaufunger realistisch bleiben. Reines Kritisieren reiche nicht aus, es müssten konkrete Alternativen her. „Die A 44 ist unter anderem für den Schwerlastverkehr zwischen Ost und West gedacht.“ Aus seiner Sicht könne, statt der A 44, zwischen Paderborn und Eisenach eine Art Huckepack-System für Lastwagen auf Zügen funktionieren.

Ihm sei auch bewusst, dass der ÖPNV für Pendler zwischen Kassel und Eschwege nicht ausreiche. Hier könnten laut Brechmann die Millionen Euro eingesetzt werden, die man durch einen Bau- und Planungsstopp der A 44 einsparen würde, „wie in Österreich“.

Während der Offenlegung im Planfeststellungsverfahren wollen sich die BUND-Mitglieder die Unterlagen genau ansehen und gegebenenfalls Einwendungen machen. Dabei solle es aber nicht bleiben: Um ihren Befürchtungen Ausdruck zu verleihen, soll es in den kommenden Monaten mehrere Aktionen über Auswirkungen des Autobahnbaus geben. „Da geht es zum Beispiel um unsere Wasserversorgung, den Stiftswald, oder das FFH-Gebiet, das betroffen sein wird“, erklärt der Vorsitzende.

Die Aktionen sollen corona-konform ablaufen, betont Brechmann. Und womöglich hat der Mann, der in der Kommune Niederkaufungen als Koch arbeitet, dann auch sein „A 44-schmeckt-mir-nicht“-Banner dabei. (Moritz Gorny)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.