Wilhelm-Orgel in Kaufunger Stiftskirche auf Prüfstand – Fest im Oktober

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Können wieder gezogen werden: die 21 Register der Wilhelm-Orgel, die für verschiedene Klangfarben sorgen.

Die Sanierung der Wilhelm-Orgel in Kaufunger Stiftskirche ist abgeschlossen. Nach der Prüfung gibt es ein Fest im Oktober. 

Kaufungen – Bevor Andreas Bartram die ersten Akkorde spielt, herrscht andächtige Stille in der Kaufunger Stiftskirche. Nach fünfjähriger Sanierung soll der Orgelsachverständige prüfen, ob und wie das Schmuckstück der Kaufunger Stiftskirche klingt und natürlich, ob die Orgel für ihren großen Auftritt bei dem Orgel-Musik-Festival am 20. Oktober bereit ist.

Der Mann von der evangelischen Kirche setzt an, drückt – und die Kirche wird mit satten Tönen erfüllt. Konzentriert, aber auch ein wenig selig, improvisiert der 59-Jährige, zieht verschiedene Hebel (sogenannte Register) mit denen unterschiedliche Pfeifengruppen angesteuert werden. „Das ändert die Klangfarben“, erklärt er. Mal sind die Töne höher, mal kommen dröhnend-tiefe hinzu.

Bartram spielt ohne Noten, „so kann ich mich besser auf den Klang konzentrieren“, erklärt er. Um ihn herum stehen Ralf Jehmlich und Andreas Hahn, Geschäftsführer und Orgelbauer der Orgelbaufirma Jehmlich aus Dresden. Ihre Arbeit, die ihrer Kollegen und vieler Engagierter, steht ein letztes Mal auf dem Prüfstand. Doch Bartram hat nichts zu beanstanden. Er spricht ein Lob aus: „Mich fasziniert die klangliche Fülle bei den leisen Tönen. Tolle Arbeit“, sagt er über das Instrument mit über 1500 Pfeifen und die Firma Jehmlich. Auch als die Mechanik unter die Lupe genommen wird, gibt es von Bartram, der den Umbau bereits von Anfang an begleitet und immer wieder überprüft hat, keinen Tadel.

Das hört Ralf Jehmlich gern: „Wir haben versucht, alles möglichst so hinzubekommen, wie es beim Bau 1802 war“, sagt der Chef der Firma Jehmlich. „Das ist uns wohl gelungen.“ Sein Mitarbeiter Andreas Hahn sagt dazu: „Ich bin sehr dankbar, dass die Sanierung so gut ausgegangen ist.“ Insgesamt zehn der 21 Register (Pfeifengruppen) habe die Firma komplett neu bauen müssen, Pfeifen zwischen acht Millimeter und fünf Meter Größe und dazu noch andere Holz- und Lederteile. Viele tausend Arbeitsstunden stecken darin. „Es haben sich hier viele Menschen engagiert und das Ganze möglich gemacht“, sagt Andreas Hahn bescheiden. Nun klingt die Orgel wieder. Und mit Bartrams Segen kann der Kirchenvorstand die Abnahme der Orgel mit Unterschriften besiegeln.

Wenn das Instrument nun wieder im vollen Glanz dasteht, frisch gestrichen und mit goldenem Messing verziert ist, ist man doch noch nicht ganz am Ziel angelangt: „Etwa 440 000 Euro kostet die Sanierung der Orgel insgesamt, rund 30 000 Euro fehlen uns jetzt noch“, sagt Dekanin Carmen Jelinek. Dafür hoffen die Kirchenvertreter auf weitere Spenden.

Service: Über eine Kirchenorgel sollen sich viele freuen – so ist das natürlich auch bei der Wilhelm-Orgel. Deswegen gibt es am Sonntag, 20. Oktober, eine ganz offizielle Vorstellung des Instruments. Um 14 Uhr beginnt das Orgel-Musik-Festival mit einem Festgottesdienst. Es wirken mit: Katrin Wienold-Hocke (Predigt), Dekanin Carmen Jelinek (Liturgie), Martin Baumann (Orgel). 15.15 Uhr: Grußworte und Vorstellung der Orgelfestschrift. 15.45 Uhr: Orgelführungen, Kaffee und Kuchen. Ab 18 Uhr findet der Konzert-Teil des Orgel-Musik-Festivals mit Prof. Gerhard Weinberger, München (Orgel) statt.

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