Einsatz bei klirrender Kälte

Wohnhaus brennt in Papierfabrik: Zwei Bewohner verletzt – Ursache noch unklar

Ein Feuerwehrfahrzeug steht vor einem brennenden Haus.  Alles ist mit Schnee bedeckt.
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Feuerwehrleute aus Kaufungen, Helsa und Niestetal löschten am Mittwocheinen Brand in einem Einfamilienbungalow am Bettenhäuser Weg in Kaufungen-Papierfabrik.

In einem Einfamilienbungalow in Kaufungen-Papierfabrik ist am Mittwochmorgen ein Feuer ausgebrochen, bei dem zwei Menschen verletzt wurden.

Laut Polizeisprecher Matthias Mänz wurde gegen 7 Uhr der Alarm ausgelöst. Durch den Brand wurden zwei Hausbewohner verletzt. Eine 81-Jährige und ihr 57-jähriger Sohn wurden mit Rauchvergiftungen in ein Krankenhaus eingeliefert, der Mann erlitt leichte Verbrennungen.

Lebensgefahr besteht laut Mänz nicht. Am Haus am Bettenhäuser Weg entstand ein Schaden, der auf eine niedrige sechsstellige Summe geschätzt wurde. Die Ursache für das Feuer war noch unklar.

„Als wir kurz nach 7 Uhr hier waren, kamen schon Flammen und dichter Rauch aus drei Fenstern des Hauses“, sagte Mattias Böttger von der Feuerwehr Kaufungen. Die beiden Hausbewohner seien zu dem Zeitpunkt bereits aus dem Gebäude gerettet von den Rettungskräften versorgt worden.

Kurze Teepause: Kai Brückmann (von links), Nico Mertens und Maik Werner (alle drei von der Feuerwehr Niestetal) und ihre Feuerwehrkameraden bekamen von Anwohnerin Anke Verzak Tee gebracht.

Obwohl die rund 60 Einsatzkräfte vor Ort den Brand recht schnell – gegen 9.30 Uhr – unter Kontrolle hatten, waren sie doch schwer gefordert. Sie bekamen es nicht nur mit dem Feuer zu tun, sondern auch mit klirrender Kälte. Minus 20 Grad zeigte das Thermometer an. „Die Temperaturen sind unser größtes Problem. Uns frieren ständig die Strahlrohre ein“, sagte Böttge

r. Die Pumpen seien ebenso betroffen gewesen. Um sie warm zu halten, habe man sie durchgehend laufen lassen. Gleichzeitig habe der Bauhof der Gemeinde Kaufungen laut Sprecherin Iris Sager die Straße mit Salz bestreuen müssen, damit sich dort durch das Löschwasser keine dicke Eisdecke bildet.

„Kalte Füße und kalte Hände lassen sich heute nicht immer vermeiden“, so Böttger. Damit sich die Wehrleute immer wieder aufwärmen und stärken konnten, war im Dorfgemeinschaftshaus Papierfabrik am Kaufunger Weg kurzfristig eine Verpflegungsstation eingerichtet worden. „Wir arbeiten quasi in Schichten, also in kleinen Gruppen“, erklärte Böttger. So habe keiner allzu sehr frieren müssen.

Dazu trug auch eine engagierte Anwohnerin bei. Anke Verzak stapfte urplötzlich mit zwei Taschen durch den Schnee und brachte den Wehrleuten heißen Pfefferminztee in Thermoskannen. „Das war der Erste, den ich finden konnte. Wenn Sie wollen, habe ich noch Sanddorntee“, sagte sie. Kai Brückmann, Nico Mertens und Maik Werner von der Feuerwehr Niestetal nahmen die Getränke dankend an und wärmten sich die Hände an den Tassen: „Eine tolle Geste von Ihnen“, sagten sie.

Vor Ort waren Einsatzkräfte der Feuerwehren Kaufungen, Helsa und Niestetal, der Polizei und des Rettungsdiensts. Ebenso war der Kaufunger Bauhof vertreten. Die Kripo ermittelt nun laut Mänz wegen der Brandursache. (Moritz Gorny)

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