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Reaktionen aus Kaufungen und Helsa auf die Verzögerung der A 44-Planung

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Von: Moritz Gorny

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Hier wird gerade gebaut: Der schon begonnene Bauabschnitt der A 44 zwischen Helsa (im Vordergrund) und Helsa-Eschenstruth neben der B 7. Im Hintergrund ist der Tunnel Hirschhagen zu sehen.
Hier wird gerade gebaut: Der schon begonnene Bauabschnitt der A 44 zwischen Helsa (im Vordergrund) und Helsa-Eschenstruth neben der B 7. Im Hintergrund ist der Tunnel Hirschhagen zu sehen. © Ruth Brosche

Die schon begonnenen Bauarbeiten der A44 zwischen Helsa-Ost und Kassel-Ost verzögern sich, der Genehmigungsprozess dauert noch mindestens zwei Jahre länger.

Kaufungen/Helsa – Mehr planen, prüfen und erheben: Mindestens zwei Jahre länger dauert der Genehmigungsprozess in Sachen Autobahn 44 zwischen Helsa-Ost und Kassel-Ost. Das hat auch Auswirkungen für die Anrainer-Kommunen Helsa und Kaufungen, die die Planung in Form von Einwendungen kritisiert hatten. Wir haben in den Rathäusern nachgefragt, wie die Nachricht der Autobahngesellschaft des Bundes eingeschätzt wird.

Helsa

Dass sich das Sichten und Überprüfen der Pläne nun deutlich in die Länge zieht, „verwundert mich nicht“, sagt Helsas Bürgermeister Andreas Schönemann (SPD). Die Masse an Unterlagen, über 1300 Stellungnahmen, müsse man erst mal überprüfen. Neue Gutachten und Erhebungen müssten auch in die Wege geleitet werden.

Trotzdem ist Schönemann zwiegespalten. „Ich finde es einerseits gut, dass ausgiebig und gründlich geprüft wird.“ Entsprechend zeige die Autobahn GmbH, dass sie die Einwendungen ernst nehme. Außerdem ließen sich so wahrscheinlich eher Planungsfehler vermeiden und „hoffentlich gute Lösungen für die Menschen hier finden“.

Andererseits bleibt die Verzögerung wohl nicht folgenlos für die Helsaer Bürger. Denn der angrenzende Autobahnabschnitt zwischen Helsa-Ost und Hessisch Lichtenau-West soll am 7. Oktober freigegeben werden. „Von hier wird der Verkehr auf die B 7 geleitet.“ Schönemann hält es für möglich, dass sich dort dann mehr Fahrzeuge als derzeit bewegen. Bei Stau oder stockendem Verkehr auf der B 7 befürchtet Schönemann ein Ausweichen auf die Leipziger Straße in den Ortschaften. „All das würde für eine stärkere Lärm- und Luftbelastung sorgen“, sagt der Bürgermeister. Und zwar, bis der letzte A 44-Abschnitt vor Helsas und Kaufungens Toren fertiggestellt ist. Durch den längeren Genehmigungsprozess verschiebt sich auch die freie Fahrt auf der A 44 in die weitere Zukunft.

Kaufungen

Auch der schriftlichen Stellungnahme von Arnim Roß auf HNA-Anfrage merkt man an: Es ist ambivalent, wenn es darum geht, die Verzögerung zu bewerten. Positiv ist für den Kaufunger SPD-Verwaltungschef der Aspekt, dass eine Einhausung der A 44 wieder ins Gespräch gebracht wurde. Der Hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte eine Trassenvariante mit einer solchen lärmdämmenden Hülle für die Autobahn für möglich erklärt. In den Dialoggesprächen 2014 bis 2016 zwischen Anrainern und Verkehrsministerium sei diese Variante schon auf den Tisch gekommen, sagt Roß. Aus Kostengründen entschied man sich seitens der Planer dagegen.

Aus Sicht von Roß hätte die Variante aber große Vorteile: Weil der Geräuschpegel stark vermindert wäre, könnte die A 44 wie bereits angedacht näher an Kaufungen heranrücken. Das wäre notwendig, weil der derzeit anvisierte Trassenverlauf gefährlich nahe am Tiefbrunnen Kohlenstraße entlangführen würde. „Das Kostenargument darf hier nicht wichtiger sein als der Schutz der Bevölkerung vor Lärm und Emissionen und die Sicherheit der Trinkwasserversorgung“, so Roß. Der Bürgermeister hatte stets betont: Wenn sich die Autobahn schon nicht verhindern lasse, müsse eine möglichst verträgliche Variante her. Diese ließe sich vermutlich vergleichsweise schnell umsetzen. Denn das bisherige Verfahren, das bereits 2006 begonnen worden war, zeichne sich durch „atemberaubende Langsamkeit“ aus.

Wie auch Schönemann mahnt Roß an, dass der Autobahnverkehr über die Bundesstraße 7 rollen würde. Er fordert, die A 44 erst freizugeben, wenn der letzte Abschnitt im Lossetal fertiggestellt ist. Bis dahin müsse ein Lkw-Durchfahrtverbot auf der B 7 beibehalten werden. Dazu hätten sich bislang weder Bund noch Land abschließend geäußert.

Von Moritz Gorny

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