Ordnungsämter sehen sich aber kaum in der Lage, das neue Verbot zu überwachen

Keine Böller am Fachwerk

In diesem Jahr erstmals bundesweit verboten: In „unmittelbarer Nähe“ zu Fachwerk darf nach einem seit Oktober gültigen Bundesgesetz kein Feuerwerk mehr gezündet werden. Fotomontage: hna

Kreis Kassel. Die Gesetzeslage ist seit Oktober bundesweit eindeutig: In „unmittelbarer Nähe“ zu Fachwerkhäusern dürfen keine Feuerwerkskörper abgebrannt oder Silvesterraketen in den Himmel gefeuert werden. Angenommen wird ein Mindestabstand von 200 Metern.

Streng genommen dürfte also in der Silvesternacht in keinem der vielen Fachwerkdörfer im Landkreis Kassel das neue Jahr mit Knallerei begrüßt werden. Immerhin droht bei Missachtung des Verbotes eine Geldstrafe von 50 000 Euro.

Allein: Viele Ordnungsämter in den Rathäusern sehen sich nicht in der Lage, die Einhaltung des neuen Gesetzes auch zu kontrollieren.

So ist es auch in Baunatal. „Wir werden Silvester nicht rumgehen“, sagt Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz. Das Rathaus setze eher auf die Einsicht der Menschen, die Feuerwerk abbrennen.

„Kein größerer Zwischenfall“

Mit dem Verhalten der Feiernden hat die Stadt laut Engler-Kurz bislang gute Erfahrungen gemacht. Es sei in den vergangenen Jahren zu keinem größeren Zwischenfall durch falschen Umgang mit Feuerwerkskörpern gekommen. „Das hat auch eine Rücksprache mit der Feuerwehr bestätigt“, sagt die Erste Stadträtin. „Bislang haben sich die Leute vernünftig verhalten.“

Grundsätzlich weist die Vizebürgermeisterin aber darauf hin, dass das Verbot natürlich auch in den Baunataler Stadtteilen mit Fachwerk gelte. Bei Anzeigen würden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Kontrollieren in der Silvesternacht will auch die Gemeinde Schauenburg nicht. „Wir sind dazu nicht in der Lage“, sagt Bürgermeisterin Ursula Gimmler und stellt dazu die schlichte Frage: „Wen soll ich in der Silvesternacht losschicken?“

In allen fünf Schauenburger Ortsteilen gibt es Fachwerk. Gimmler: „Wenn wir überall kontrollieren wollten, bräuchten wir 20 Leute.“

Von Thomas Stier und Sven Kühling

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