Fragen und Antworten

Keine zentrale Registrierung der Arztpraxen im Landkreis Kassel - Doppelte Impftermine melden

Ältere Frau erhält eine Corona-Impfung in den Oberarm.
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Ein kleiner Piks: Für den vollen Impfschutz gegen Corona ist diese Prozedur zwei Mal notwendig. (Symbolbild)

In dieser Woche ist die Impfung gegen Covid-19 in den Hausarztpraxen angelaufen. Auch einige Ärzte im Landkreis impfen gegen das Virus.

Kreis Kassel – Währenddessen haben sich in der laufenden Woche weniger Menschen im Kreis mit dem Virus infiziert. Doch wie läuft die Organisation der Termine ab, wenn nun auch Hausärzte impfen? Fragen und Antworten dazu.

Wo gibt es eine Übersicht darüber, welche Hausärzte im Landkreis impfen?
Die Arztpraxen, die ihre Patienten gegen das Coronavirus impfen, werden nicht zentral registriert, weder beim Bund noch beim Land Hessen. Das teilt das Sozialministerium des Landes mit. Auch der Landkreis hat keine Übersicht darüber.
Gibt es bei der Kassenärztlichen Vereinigung einen Überblick?
Nein, auch die Kassenärztliche Vereinigung hat keinen Überblick, welche Hausarztpraxen impfen. „Weil die Praxen das freiwillig tun, müssen sie sich nicht bei uns melden“, sagt ein Sprecher.
Wie sollen Impftermine koordiniert werden, wenn man sich auch bei Hausärzten anmelden kann?
„Da der Bund kein zentrales Register vorsieht, werden sich insbesondere am Anfang Doppelterminvergaben nicht völlig ausschließen lassen“, teilt das Ministerium mit. Auch der Landkreis stellt klar, dass er keine Möglichkeiten hat, die Termine mit Hausärzten zu koordinieren.
Was sollen Menschen tun, die bereits für eine Impfung in Calden registriert sind, nun aber bei ihrem Hausarzt geimpft werden?
Jeder, der einen Termin über einen Hausarzt bekommt, wird gebeten, einen möglicherweise bereits bestehenden Termin im Impfzentrum oder seine Registrierung bei der zentralen Terminvergabe des Landes zu stornieren, um anderen so eine Option zur Impfung zu eröffnen, heißt es vom Ministerium.
Was gilt für diejenigen, die bereits einen Impftermin im Impfzentrum haben?
Diejenigen, die einen Termin beim Impfzentrum Calden hatten, aber eine hausärztliche Impfung vorgezogen haben, werden gebeten, ihre Termine zu stornieren, teilt der Landkreis mit. Das gelte auch für über 80-Jährige, die sich auf das Anschreiben der Hessischen Landesregierung für einen Impftermin zuhause gemeldet haben und jetzt über ihre Hausarztpraxis geimpft werden. Bei der Stornierung sollen Name, Adresse und falls vorhanden, der vorherige Termin angegeben werden. So könnten mehr Menschen geimpft werden. Die Stornierung funktioniert über die Mailadresse iz-koordination@landkreiskassel.de
Woher bekommen die Arztpraxen den Impfstoff?
Laut Sozialministerium bestellen die Praxen über die Apotheken den Impfstoff direkt beim pharmazeutischen Großhandel. In den ersten beiden Wochen nach Impfbeginn werde ausschließlich mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft, heißt es. Dann kämen weitere Impfstoffe hinzu.
Wie viele Impfdosen bekommt eine Praxis?
Der Bund hatte zunächst eine Liefermenge von etwa 20 Dosen pro Praxis versprochen. Höhere Mengen seien bereits angekündigt, die Zahl der Dosen werde dann kontinuierlich steigen, teilt das Ministerium mit.
Wie viele Hausärzte impfen im Landkreis?
Weil eine Übersicht fehlt, gibt es dazu keine Zahl. Die Bereitschaft zu impfen sei bei den Praxen aber hoch, sagt ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. Ein Terminchaos befürchte man hingegen nicht. Es sei zwar großer Aufwand für Hausärzte im Terminmanagement. „Jeder Arzt entscheidet noch mal selbst innerhalb seines Patientenkreises und der Vorgaben, wer einen Termin bekommt“, so der Sprecher. Aber ein Problem sei das nicht.
Wie geht es mit den Terminen im Impfzentrum in Calden weiter?
Nach einem internen Problem im Ablauf der zentralen Impfterminvergabe des Landes werden ab sofort wieder mehr Termine für das Impfzentrum Calden vergeben. Am 9. April war das Zentrum laut Landkreis zum ersten Mal voll ausgelastet. Bis zum 18. April seien wieder Termine freigegeben. Dann müsse man die nächsten Impfstofflieferungen abwarten.
Wie haben sich die Zahlen der Infizierten im Landkreis entwickelt?
470 Menschen im Landkreis Kassel sind aktuell mit dem Coronavirus infiziert. Das sind über 60 mehr als in der Woche zuvor. 197 haben sich innerhalb der vergangenen Woche infiziert, das sind 55 weniger als in der Woche zuvor. Gestiegen sind die Infektionszahlen in Fuldatal (plus 14) und Lohfelden (plus 13). Laut Kreissprecher Harald Kühlborn sei in den beiden Fällen aber keine Institution oder Einrichtung betroffen. „So ein Anstieg lässt sich dann meist mit der britischen Mutante erklären. Wenn sich einer infiziert, hat es gleich die ganze Familie.“ (Theresa Novak und Valerie Schaub)

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