Geplante Fusion ist vorerst vom Tisch

Kirchengemeinde Heilig Geist Vellmar berät über mögliche Zusammenschlüsse

Die Katholische Kirchengemeinde Heilig Geist hat ihre Mitglieder über die neuen Entwicklungen im Bistum Fulda informiert. Die geplante Fusion zur Großpfarrei am Ende des Jahres ist geplatzt.
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Die Katholische Kirchengemeinde Heilig Geist hat ihre Mitglieder über die neuen Entwicklungen im Bistum Fulda informiert. Die geplante Fusion zur Großpfarrei am Ende des Jahres ist geplatzt.

Die Katholische Kirche befindet sich im Wandel. Weil es immer weniger Gläubige gibt und die finanziellen Mittel schrumpfen, muss sich die Kirche seit einigen Jahren neu strukturieren.

Vellmar – Die Pfarreien im nördlichen Landkreis sind in der Folge näher zusammengerückt. Allerdings könnte es künftig neue Konstellationen geben. Zumindest im Fall der Kirchengemeinde Heilig Geist in Vellmar ist das denkbar. 

Aber von vorn: Seit 2005 arbeiten die Pfarreien Vellmar, Fuldatal, Reinhardshagen, Immenhausen/Espenau und Grebenstein/Calden in dem Pastoralverbund EdithStein- Reinhardswald zusammen, um den neuen Bedingungen zu begegnen. Das Ziel der katholischen Kirche ist es, den Menschen Gott nahe zu bringen. „Kirche will deshalb vor Ort bleiben“, erklärt Sandra Bonenkamp, Gemeindereferentin der Kirchengemeinde Heilig Geist. In den vergangenen Jahren haben die fünf Pfarreien im nördlichen Landkreis deshalb auch über den Pastoralverbund hinaus auf die Fusion zu einer Großpfarrei hingearbeitet. Der Zusammenschluss war für den 1. Januar 2022 geplant. Das Verwaltungszentrum sollte in Vellmar entstehen. In dem Verbund der fünf Pfarreien gibt es aktuell etwa 7000 Gläubige. Aufgrund neuer Planungen im Bistum Fulda, sowie einem anstehenden Pfarrerwechsel in Fuldatal, ist diese Fusion allerdings auf Eis gelegt worden.

Pastoralverbund Edith Stein-Reinhardswald

Der Pastoralverbund besteht aus den Gemeinden Heilig Geist Vellmar, Heilig Geist Grebenstein, Heilig Kreuz Ihringshausen, St. Clemens Maria Immenhausen und St. Wigbert Reinhardshagen. Der Moderator des Pastoralverbunds ist bislang Dechant Martin Gies, Pfarrer in Ihringhausen und Reinhardshagen. Mit dem Weggang von Manuel Peters vor vier Jahren übernahm Andreas Schreiner aus Immenhausen/Espenau auch die Pfarrei in Vellmar. Pfarrer Thomas Seifert betreut die Kirchengemeinden Grebenstein/Calden. alh

Vellmarer Kirchengemeinde berät über Zusammenschlüsse

Dechant Martin Gies wird die Pfarrei Fuldatal/Reinhardshagen verlassen. Auf ihn wird Stanislas Abena folgen, der dort die Seelsorge übernimmt. Verwaltet werden die Pfarrgemeinden Fuldatal und Reinhardshagen künftig von Pfarrer Andreas Schreiner, der dann die Verantwortung für vier Pfarreien trägt. Bislang verantwortete der Geistliche zwei Pfarreien.

Ziel der Fusion war es eigentlich, die drei Pfarrer in den fünf Pfarreien zu entlasten, damit diese wieder mehr Zeit für die Seelsorge haben. 2018 wurde deshalb bereits ein Verwaltungsleiter eingesetzt. Im Gegenzug sollten sich die fünf Pfarreien schon in diesem Jahr zur Großpfarrei zusammenschließen. Wegen der Corona-Pandemie waren die Pläne aber auf das kommende Jahr verschoben worden.

Vellmar: Geplante Fusion ist vorerst vom Tisch

Gemeindereferentin Sandra Bonenkamp

Aufgrund der neuen Entwicklungen innerhalb des pastoralen Prozesses im Bistum Fulda gibt es nun allerdings das strategische Ziel, die etwa 75 im Bistum Fulda auf 25 Pfarreien zu reduzieren, erklärt Bonenkamp. Dadurch ergibt sich nun die Option für die Vellmarer Kirchengemeinde Heilig Geist, aus dem aktuellen Verbund auszutreten und sich Kassel-Mitte anzuschließen.

Wie es künftig weitergehen soll, darüber müssen sich die Kirchengemeinden in den kommenden Monaten Gedanken machen. „Wir haben in der Pfarrversammlung unsere Gemeindemitglieder darüber informiert und sind mit ihnen ins Gespräch gekommen“, berichtet Bonenkamp. Dazu habe man Fragen aus der Kirchengemeinde gesammelt. Dabei ging es beispielsweise um die Struktur der Großpfarreien, um die Zukunft der Kirchenorte und auch um die Verantwortung und die Aufgaben der vielen Ehrenamtlichen, die sich in der Kirche engagieren.

Fusion vorerst vom Tisch: Vellmarer Kirchengemeinde berät

Auch der Pfarrgemeinderat hat sich mit den neuen Entwicklungen im pastoralen Prozess beschäftigt. Ein erstes Stimmungsbild hat das Gremium kürzlich bei der Pfarrversammlung mitgeteilt. „Es gibt eine Tendenz, sich Kassel anzuschließen“, sagt Jan Uhlenbrock, Sprecher des Pfarrgemeinderats. Für Kassel spreche die örtliche Nähe und die gute Infrastruktur, dagegen indes die andere staatliche Ordnung, weil Vellmar zum Landkreis gehöre. Die Verwaltung könne komplizierter werden, so die Befürchtung. Manche würden auch einfach im alten Verbund bleiben wollen. Uhlenbrock betont, dass die Kirchengemeinde in die Entscheidung eingebunden werde. Aufgrund des Zusammenschlusses in den vergangenen Jahren gebe es eine enge Beziehung zu den anderen Pfarreien im Pastoralverbund.

Und wie geht es jetzt weiter? Für Oktober ist ein Klausurtag geplant. Dann soll darüber diskutiert werden, wie Kirche unter den neuen Bedingungen aussehen kann. Von Alia Shuhaiber

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