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Kita-Träger im Kreis Kassel setzen auf Aushilfen

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Von: Moritz Gorny

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In der Kita Rengershausen wird ab dieser Woche eine Alltagshelferin eingesetzt. Unser Bild zeigt Lias (von links), Hugas und Kristjanas, die die Kita besuchen.
In der Kita Rengershausen wird ab dieser Woche eine Alltagshelferin eingesetzt. Unser Bild zeigt Lias (von links), Hugas und Kristjanas, die die Kita besuchen. © Moritz Gorny

Genügend Kita-Personal zur Verfügung zu haben, stellt Träger vor Herausforderungen. Krankheit und Elternzeit gestalten die Planung schwierig, der Fachkräftemangel verschärft das Problem. Wie gehen die Träger damit um?

Baunatal

Um in ihren Kitas für etwas Entlastung zu sorgen, setzt die Stadt Baunatal jetzt in zwei Einrichtungen eine Alltagshelferin ein. „Das ist ein Pilotprojekt“, sagt Bürgermeisterin Manuela Strube (SPD). Mit 30 Stunden pro Woche soll diese Woche eine der beiden Alltagshelferin in der Kita Rengershausen anfangen. „Wir freuen uns darüber, das sind zwei helfende Hände mehr“, sagt Leiterin Ulrike Hempel-Steinbock. 123 Kinder sind derzeit in der Einrichtung angemeldet. Für die 14 pädagogischen Fachkräfte ist das viel Arbeit.

Da kommt die Alltagshelferin sehr gelegen. „Sie kann verschiedene Aufgaben übernehmen“, sagt Co-Leiterin Jasmin Prison. Obst schneiden für das Frühstück, Essen austeilen, Kinder zur Toilette begleiten, Bastelaktionen vorbereiten. Dabei ersetze die Alltagshelferin keine ausgebildete Erzieherin, „aber sie entlastet “, sagt Leiterin Hempel-Steinbock. Und vielleicht habe die Helferin so viel Freude an der Arbeit, dass sie selbst eine Erzieherausbildung beginnt.

Mit den beiden Stellen schaffe Baunatal einen Zusatz über den Betreuungsschlüssel hinaus. „Die Alltagshelferinnen sind darin bislang nicht abgebildet“, sagt die Bürgermeisterin. Sie möchte aber beim Land erreichen, dass sich das ändert. „Wir würden dann unseren Schlüssel von 14 Stellen leicht erweitern“, sagt Strube. Sie betont, dass so keine Erzieherstellen wegfielen, sondern die Alltagshilfe weiterhin hinzukomme.

Kaufungen

Auch in den sieben Kaufunger Kitas ist der Personalmangel Thema. Aktuell seien zwar alle Stellen besetzt. Für das Kita-Jahr ab dem 1. August aber habe die Gemeinde drei Arbeitsplätze ausgeschrieben, sagt eine Gemeindesprecherin. „Wir verzeichnen tendenziell einen Rückgang an Bewerberzahlen.“

Christa Ment
Christa Ment © Moritz Gorny

Um die pädagogischen Fachkräfte zu unterstützen, verfolge Kaufungen bereits seit Jahren ein ähnliches Konzept wie Baunatal, mit sogenannten Erziehungshelfern. Der eigentliche Personalschlüssel werde mit Fachkräften abgedeckt. Finanziert über den Gemeindeetat gebe es pro Kita eine Helferin mit je einer halben Stelle. Da drängt sich die Frage auf, ob das Fachpersonal nicht ausreicht, um die Arbeit zu stemmen. „Doch, aber so haben die Erzieher mehr Zeit für die wesentlichen Dinge“, sagt eine Rathaussprecherin.

„Unsere Erziehungshelferinnen sind Gold wert“, ergänzt Christa Ment, zuständig für Kindertagesstätten und Jugendarbeit bei der Gemeinde Kaufungen. Laut Ment helfen sie beim Anziehen und Wickeln, kümmern sich aber auch um Arbeiten im Bereich Hauswirtschaft. Ihre Qualifikationen seien verschieden: Tänzerin, Germanistin und auch eine Sonderschullehrerin sei dabei.

Vellmar

Bei der Stadt Vellmar setzt man auf einen Notfallplan, um fehlendes Personal abzufangen, teilt Katharina Hausmann vom Fachbereich Allgemeine Verwaltung und Bürger-Service der Stadt Vellmar mit. „Wenn eine Erzieherin krank wird, können wir sie durch eine Erzieherin aus einer anderen Kita ersetzen“, ergänzt ihr Kollegin Annika Figge. Das funktioniere gut. „Wir versuchen, darauf zu achten, dass die Kinder die vertretende Erzieherin schon kennen, das macht es leichter“, sagt Figge.

Laut der Kita-Verwalterin ist Vellmar auch für die Zukunft gut gewappnet: „Wir haben vor allem jüngere Erzieherinnen, sodass wir in den kommenden Jahren voraussichtlich kaum Stellen nachbesetzen müssen.“ archivFoto: moritz gorny

Von Moritz Gorny

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