Viele wollen in Calden helfen

Kommunen und Landkreis Kassel müssen Personal für Impfzentrum bereitstellen

Die Vorbereitungen für das Impfzentrum des Landkreises Kassel in Calden laufen auf Hochtouren.
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Die Vorbereitungen für das Impfzentrum des Landkreises Kassel in Calden laufen auf Hochtouren.

Die Vorbereitungen für das Impfzentrum des Landkreises Kassel in Calden laufen auf Hochtouren - allerdings wird für den Start Personal benötigt.

Kreis Kassel – Damit alles reibungslos abläuft, werden neben medizinischem und Betreuungsfachpersonal auch Helfer benötigt, die sich um die Verwaltungsaufgaben kümmern, berichtet Landkreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage. Dafür sollen voraussichtlich 46 Mitarbeiter des Landkreises und 64 aus den Kommunen abgestellt werden. Die Städte und Gemeinden seien bereits informiert worden. Allerdings, so Kühlborn, werden weder sie noch der Landkreis dafür vom Land finanziell entschädigt. Lediglich die Kosten für das medizinische Personal würden – Stand jetzt – vom Land getragen. „Es gibt noch viele Unwägbarkeiten“, sagt Kühlborn.

Überwältigend ist laut Vizelandrat Andreas Siebert die Zahl der Freiwilligen, die sich gemeldet haben, um im Impfzentrum mitzuarbeiten: 632 Menschen insgesamt, darunter 106 Ärzte und 305 medizinische Fachangestellte, Arzthelferinnen und Pflegekräfte. Hinzu kämen 54 Apotheker und Pharmazeutisch-technische Assistenten sowie 167 sonstige Helfer, Übersetzer und Betreuer.

„Es haben sich sowohl Aktive wie Ruheständler der verschiedenen medizinischen Fachrichtungen gemeldet“, berichtet Siebert. Es werden laut Kühlborn trotz der hohen Freiwilligenzahl Hilfskräfte aus den Verwaltungsbereichen von Kommunen und Landkreis benötigt. Wie viele Mitarbeiter abberufen werden, richte sich nach der Größe der Kommune. An sieben Tagen in der Woche soll im Zwei-Schicht-System geimpft werden. Der Landkreis rechnet damit, dass jeden Tag rund 120 Menschen für den Betrieb des Impfzentrums benötigt werden. „Wir bereiten uns auf alle Eventualitäten vor“, so Kühlborn.

Baunatal wird mindestens 7,5 sogenannte Vollzeitäquivalente zur Verfügung stellen müssen, berichtete die Bürgermeisterin Silke Engler in der Stadtverordnetenversammlung am Montag. Das Vollzeitäquivalent ist eine Hilfsgröße bei der Messung von Arbeitszeit. Der Einsatz sei zunächst auf drei Monate befristet.

Dass es in manchen Abteilungen durch den Abzug von Mitarbeitern etwas langsamer laufe, könne leider nicht ausgeschlossen werden. Engler findet es einerseits schwierig, dass das Land die Personalkosten nicht übernimmt, andererseits „müssen wir jetzt diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe erfüllen“. Vermutlich muss ab dem 28. Dezember Personal der Kommunen bereitgestellt werden, so Lohfeldens Bürgermeister Uwe Jäger, genau stehe das aber noch nicht fest. Lohfelden müsse 3,5 Vollzeitäquivalente entsenden. Aus jedem Fachbereich soll eine vollbeschäftigte Person entsendet werden – woher die verbleibende halbe Kraft kommt, stehe noch nicht fest.

„Selbstverständlich ist das nicht einfach“, Personal für das Impfzentrum zur Verfügung zu stellen, sagt Jäger – gerade unter den aktuellen Corona-Bedingungen, den Jahresabschlussarbeiten, den Planungen für den Haushalt 2021 und den Vorbereitungen für die Kommunalwahlen. Diese Entscheidung, dass die Kommunen für das abbestellte Personal nicht entschädigt werden, sei bedauerlich, aber hinnehmbar. „Im Moment geht es nur darum, diese nationale Aufgabe auch im Landkreis Kassel zu bewältigen. Lamentieren hilft jetzt nicht“, findet Jäger.

Für die Stadt Vellmar wurden fünf Vollzeit-Stellen angefordert, berichtet Stadtsprecherin Astrid Kneuer. Es sollen zehn Mitarbeiter als halbe Stellen entsendet werden. Darüber hinaus gebe es drei Mitarbeiter, „die der Katastrophenschutzeinheit angehören und im Bedarfsfall abberufen werden“, sagt Kneuer.

Die Abordnung von Mitarbeitern ist ein Pflichtbeitrag für die Allgemeinheit, findet Bürgermeister Manfred Ludewig – auch wenn das womöglich zu Einschränkungen im eigenen Dienstbetrieb führe. (Lara Thiele)

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