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Kosten für Entsorgung bleiben trotz hoher Dieselpreise konstant

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Von: Theresa Novak

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Freuen sich, dass die Müllgebühren erst einmal nicht erhöht werden: Tobias und Matilda Novak aus Dörnhagen.  
Freuen sich, dass die Müllgebühren erst einmal nicht erhöht werden: Tobias und Matilda Novak aus Dörnhagen.   © Theresa Novak

Trotz hoher Inflationsrate und steigenden Kosten, gibt es einen Lichtblick: Die Müllgebühren im Landkreis Kassel werden nicht erhöht.

Kreis Kassel – Die Inflationsrate hält sich seit Monaten auf Rekordniveau und ein Ende ist nicht in Sicht. Verbraucher zahlen für fast alles mehr und ächzen unter den finanziellen Belastungen. Doch bei einem Thema gibt es gute Nachrichten: Die Müllgebühren im Landkreis Kassel werden im kommenden Jahr trotz der stark gestiegenen Kosten für Diesel und anderen preistreibenden Faktoren nicht erhöht.

„Wir rechnen zurzeit mit keiner Gebührenanpassung während des laufenden Kalkulationszeitraums“, sagt Uwe Pietsch, Betriebsleiter der Abfallentsorgung im Landkreis Kassel. Zuletzt wurden die Müllgebühren zum 1. Januar 2021 erhöht und für drei Jahre kalkuliert. Auch 2020 gab es schon eine Erhöhung.

„Wir haben für die kommenden Jahre gut gerechnet und gleichen etwaige Verluste aus, indem wir in anderen Bereichen einsparen“, sagt Pietsch. „Wenn die Preise also in nächster Zeit nicht völlig aus dem Ruder laufen, kommen wir so aus.“

Neben den Preisen für Diesel seien die Personalkosten ein wichtiger Faktor, der sich auf die Höhe der Abfallgebühren auswirkt. Mitte Oktober hat die Gewerkschaft verdi ihre Forderungen für die anstehenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst bekannt gegeben, die eine Lohnerhöhung von 10,5 Prozent beinhaltet. „Da müssen wir mal sehen, wo die Reise letztendlich hingeht“, sagt Pietsch. „Wir beschäftigen 180 Leute auf den Abfallentsorgungshöfen in Lohfelden, Fuldatal und Hofgeismar. Das sind dann riesige Summen für Personal, die zusammenkommen.“

Weiterer Aspekt ist der Vermarktungspreis für Altpapier. Der sei in diesem Jahr um fast 80 Prozent eingebrochen. Dadurch reduzieren sich die Einnahmen des Landkreises, der mit der Papiervermarktung Geld einnimmt. Die Rahmenbedingungen sind also insgesamt nicht günstig.

Dass die Müllgebühren trotz allem erst einmal konstant bleiben und „die Haushalte nicht noch zusätzlich zu Kostensteigerungen in fast allen Bereichen belastet, war uns ganz wichtig“, sagt Pietsch. „Das sehe ich auch als eine unserer Aufgaben, in diesen Zeiten Optimismus zu verbreiten.“

Vor dem Jahr 2020 waren die Abfallgebühren im Landkreis Kassel stetig gesunken. 2012 haben die Entscheidungsträger die Gebühr um 13,7 Prozent gesenkt, 2017 noch einmal um 3,3 Prozent. In diesen Jahren hatte der Landkreis Rücklagen gebildet, wodurch die Senkung möglich wurde. Dass die Gebühr dann in kurzer Zeit zweimal gestiegen war, (2020 und 2021) habe an den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Märkte für Abfälle und Wertstoffe gelegen, erklärt Uwe Pietsch. Die Abfallgebühren gelten für den gesamten Kreis, außer für die Kommunen Fuldabrück, Reinhardshagen, Kaufungen und Baunatal. „Die Gemeinde Fulda-brück hat vor zwanzig Jahren entschieden, die Gebührenhoheit für Abfallentsorgung selbst zu behalten“, erklärt Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD). „Das gibt uns die Möglichkeit, sie individuell zu gestalten.“

Im Fall von Fuldabrück sind die Müllgebühren sogar etwas günstiger. Dasselbe gilt für Baunatal. Die Gemeinde Reinhardshagen erhebt dieselben Gebühren wie der Landkreis. ARCHIVFOTO: THOMAS THIELE

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