Zwischen Helsa und Hess. Lichtenau

A44-Tunnelbau Hirschhagen geht in die letzte Phase

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Blick auf das Ostportal des A 44-Tunnels Hirschhagen bei Hessisch Lichtenau: Der Tunnel-Rohbau ist mittlerweile komplett abgeschlossen. In den nächsten Monaten wird das Bauwerk mit Technik ausgestattet. Der Tunnel Hirschhagen ist der zweitlängste Tunnel in Deutschland.

Im A44-Tunnel Hirschhagen zwischen Helsa und Hessisch Lichtenau beginnt nach sechs Jahren nun die letzte Bauphase. Die geplante Freigabe wurde auf 2022 verschoben.

Sechs Jahre nach dem Baustart beginnt im A 44-Tunnel Hirschhagen zwischen Helsa und Hessisch Lichtenau nun die letzte Bauphase.  „Der Rohbau ist abgeschlossen, nun startet der Einbau aller technischen Anlagen“, sagt Stefan Brühne, Dezernent für Tunnelausstattung bei Hessen Mobil.

Dabei ginge es vor allem um den Einbau der Stromversorgung mitsamt Beleuchtung und Belüftung sowie um die ganze Verkehrs-, Steuer-, Überwachungs-, Sicherheits- und Brandschutztechnik.

Hier wird der neue Tunnel auf der A44 gebaut.

Übernehmen wird die Tunnelausstattung die Schweizer Firma Porr. In Deutschland hat das Unternehmen bereits den drei Kilometer langen Jagdbergtunnel bei Jena (A4) ausgestattet. Mit dem 4.2 Kilometer langen Hirschhagen-Tunnel – dem zweitlängsten in Deutschland – sattelt Porr nun noch einmal einen Kilometer drauf.

A44: Tunnel-Ausbau durch Schweizer Firma

Aktuell arbeite die Firma an der Montage- und Bauablaufsplanung. Anders gesagt: „Porr macht sich gerade ein genaues Bild vom Tunnel, um alle abzuarbeitenden Gewerke logistisch gut hintereinander zu bekommen“. 

So werden Facharbeiter in den kommenden Monaten allein 735 Kilometer Kabel durch die Leerrohre rechts und links der Fahrbahnen im Tunnel einziehen, um später alle Anlagen mit Strom versorgen und ansteuern zu können. „Damit dabei kein Durcheinander entsteht, setzt Porr eigens eine spezielle Planungssoftware ein“, sagt Stefan Brühne.

Gleiches gelte für den Einbau einzelner Komponenten wie der Strahlventilatoren oder der Brandmelder. „Jedes Teil wird genau beauftragt und exakt dann geliefert, wenn es installiert werden soll“, erläutert Projektleiter Ingo Henkel. Logistisch werde hier Präzisionsarbeit geleistet, um die Bauabläufe im Tunnel zu optimieren.

Tunnel-Ausbau auf A44: Jede 150 Meter ein Brandmelder im Tunnel

Allein bei der Sicherheits- und Brandschutztechnik wird großer Aufwand getrieben. Alle 150 Meter werden in Wandnischen Brandmelder und Notrufanlagen installiert. Eine Notbeleuchtung weist alle 25 Meter auf die nächste Fluchtmöglichkeit hin. 

Im Brandfall wird stets die parallele Tunnelröhre als Fluchtweg genutzt. Insgesamt 15 Querstollen hinüber zur anderen Tunnelseite (also alle 300 Meter einer) sollen ein zügiges Verlassen der Gefahrenzone ermöglichen.

Mithilfe eines Brandmeldekabels direkt unter der Tunneldecke lassen sich etwaige Feuer sofort lokalisieren, um Rettungskräften das Erreichen des Brandherdes zu erleichtern. Insgesamt 54 Strahlventilatoren ziehen den Rauch ab, je nach Brandsituation über die Tunnelportale oder über den 80 Meter hohen Entrauchungsschacht in der Mitte des Tunnels.

66 Hydranten im neuen A44-Tunnel

„Zudem steht im Tunnel alle 150 Meter ein Hydrant, insgesamt sind es 66“, sagt Brühne. Löschkräfte können dort bis zu 1200 Liter Wasser pro Minute zapfen – und das eine Stunde lang. 

Am Westportal bei Helsa wurde dafür eigens ein Löschwasserspeicher gebaut mit 72 Kubikmetern Fassungsvermögen. „Und selbst wenn der Strom ausfällt, sorgen Batterien dafür, dass alle Systeme noch gut eine viertel Stunde lang laufen, die Tunnel-Verkehrstechnik sogar noch eine Stunde lang.

Wie lange der technische Ausbau des Tunnels Hirschhagen nun dauern wird, lässt sich aktuell nicht sagen. Sicher aber ist: Hessen Mobil hat die Verkehrsfreigabe für den Tunnel inzwischen auf das Frühjahr 2022 verschoben. Im Februar 2016, also zur Zeit des Tunneldurchstichs, waren die Planer noch von einer Fertigstellung des Bauwerks Ende 2019 ausgegangen.

A44: Bauabschnitt kostet 341 Millionen Euro

Nach aktuellen Kalkulationen wird der gesamte A 44-Bauabschnitt zwischen Helsa und Hessisch Lichtenau zusammen mit dem Tunnel Hirschhagen 341 Mio. Euro kosten. 

Kalkulationen aus dem Jahr 2010 waren noch von 324 Mio. Euro ausgegangen. Dergesamte A44-Weiterbau von Kassel bis zur A4 bei Herleshausen-Wommen (69 Kilometer) wird mit 1.8 Milliarden Euro veranschlagt.

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