Kirchenkreis Kaufungen

An den Gotteshäusern sparen: Zwei Kirchen werden Mittel gestrichen

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Verlierer: Das Kirchenzentrum Vellmar-Mitte gilt nur als lokale Kirche. Für bestimmte Renovierungsarbeiten muss die Kirchengemeinde nun verstärkt eigene Mittel aufwenden.

Kreis Kassel. Die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck setzt den Rotstift bei den Bau- und Unterhaltungsmitteln an. 25 Prozent weniger sollen in den Kirchenkreisen jährlich ausgegeben werden.

Vor allem durch die Kategorisierung von Gotteshäusern nach ihrer Bedeutung für die Kirchengemeinde und die Region: Kirchen, die als weniger wichtig eingestuft werden, können aus dem landeskirchlichen Etat keine Finanzierung von Extras oder von Verschönerungsarbeiten erwarten.

Für die 41 Kirchen im Kirchenkreis Kaufungen wird es aber wohl gar nicht so schlimm kommen. Denn 35 von ihnen wurden als „regional“ bedeutend eingestuft. Gemeinden müssten auch nicht befürchten, dass man Gotteshäuser dem Verfall preisgebe, sagte Kirchenkreisamtsleiter Peter Blumenstein. „Alle Kirchen sollen gebrauchsfähig erhalten werden“, versicherte Pröpstin Katrin Wienold-Hocke. 

Gewinner der Kategorisierung: Die Kirche in Lohfelden-Crumbach mit angeschlossenem, modernem Gemeindezentrum ist als überregional eingestuft worden. 

Die Synodalen haben der Kategorisierung inzwischen nach kontroverser Diskussion mit großer Mehrheit zugestimmt. Das letzte Wort hat die Landeskirche. Diese hat auch bestimmt, dass die Einstufung regelmäßig auf den Prüfstand kommt. Baulich zwingend notwendige Investitionen könnten weiterhin finanziell unterstützt werden. Auch sei es den Kirchengemeinden weiterhin möglich, Anträge an den Kirchenerhaltungsfonds zu richten, erklärte Blumenstein.

Gewinner der Kategorisierung, die nach einem Punktesystem erfolgte, sind vier Gotteshäuser: Die Kreuzkirche in Großenritte, das Kirchenzentrum in Lohfelden-Crumbach, die Adventskirche in Niedervellmar und die Nikolai-Kirche in Helsa wurden als Häuser mit überregionaler Bedeutung eingeordnet. Kriterien waren unter anderem die Zahl der Gemeindemitglieder, die Qualität der Infrastruktur in ihrem Einzugsbereich und die geschichtliche Bedeutung der Kirche. Diese vier Gotteshäuser können beispielsweise weiter mit landeskirchlichem Geld für die Grunderneuerung ihrer Heizungsanlage, für Renovierung des Kirchenschiffs oder Restaurierungen rechnen. Dinge, für die es sonst aus dem normalen Etat keine Mittel mehr gibt.

Einschränken müssen sich das Kirchenzentrum Vellmar-Mitte und die Kirchengemeinde Elmshagen (Schauenburg). Sie sind als lokale Kirchen eingestuft und erhalten kein Geld mehr für die Erneuerung von Kirchenbänken oder die Modernisierung der Heizung oder Orgel.

Das löste bei einem Vellmarer Synodalen Unruhe aus: Das Kirchenzentrum sei schon 30 Jahre alt, eine neue Heizung sicher in absehbarer Zeit fällig. Und auch das Uhrwerk der Kirche in Eiterhagen werde nicht erhalten, obwohl es sich bei dem Gotteshaus in Söhrewald um eine regionale Kirche handele, sagte der Synodale Peter Harz und meinte: „Die Kirche entzieht sich der Verantwortung.“

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