Inzwischen ist der Schleichweg mit Baken versperrt

A44: Autofahrer nehmen vor Bergshäuser Brücke Abkürzung über Grünstreifen

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Hier wird aussortiert: Im Bereich der Lkw-Waage werden Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gestoppt. Sie werden anschließend über eine Behelfsspur auf die A 49 abgeleitet. 

Seit Wochen sorgt die geänderte Verkehrsführung auf der A44 vor der Bergshäuser Brücke bei Kassel für Schlagzeilen. Einige Autofahrer nehmen sogar eine Abkürzung über einen Grünstreifen.

„Immer wieder sehe ich Autofahrer, die über die Wiese zurück auf die A 44 fahren“, berichtet eine Autofahrerin aus Kassel im Gespräch mit der HNA. Der Schleichweg über ein Rasenstück und eine derzeit gesperrt Fahrspur befindet sich zwischen den Autobahnen 44 und 49, genauer gesagt auf der Abfahrt von der A 44 zur A 49 Richtung Kassel. Auf der Wiese hat sich durch die offenbar zahlreichen Nutzer der Querfeldeinstrecke bereits eine Art Fahrspur herausgebildet.

Die Frau vermutet, dass sich die Verkehrsteilnehmer im Bereich der neu eingerichteten Lkw-Waage vor der Bergshäuser Brücke versehentlich auf die Ableitung zur A 49 eingeordnet haben, die auch von Lkw-Fahrern mit Gefährten über 3,5 Tonnen Gewicht genutzt werden muss. 

„Wenn denen das auffällt, fahren sie über den Rasen zurück auf die A 44 in Richtung Bergshäuser Brücke“, so die Vermutung der Fahrerin. „Zweimal hat das schon ein Autofahrer direkt vor mir so gemacht. Zunächst dachte ich, da kommt einer von der Fahrbahn ab und hat einen Unfall“, berichtet die Kasselerin von ihren Erfahrungen weiter. Später erst habe sie gemerkt, dass die Fahrer offenbar den Weg als Rückweg auf die A 44 nutzten.

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Bei der zuständigen Verkehrsbehörde Hessen Mobil zeigt man sich auf Anfrage der HNA zunächst erstaunt über diese Theorie. „Uns ist noch kein konkreter Fall bekannt“, sagt Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus noch am Donnerstag. „Ich kann das so nicht bestätigen. Uns ist bislang nichts aufgefallen.“ Und ist die an dieser Stelle von einigen Verkehrsteilnehmern angewandte Praxis nicht gefährlich? „Ja“, sagt der Behördensprecher. Wenn sich derartige Verhalten bestätige, „dann müssen wir das dichter machen“.

Das ist inzwischen auch so geschehen. Tatsächlich seien auf der Wiese Fahrspuren festgestellt worden, bestätigt Horst Sinemus am gestrigen Freitag. In Absprache mit der Autobahnpolizei habe man den Weg inzwischen mit Baken zugestellt. „Das müsste ausreichen“, betont er. Sollte es aber weiter Probleme geben, müsse man andere Maßnahmen überlegen.

Seit Januar gibt es die Lkw-Waage auf der A 44 Richtung Südkreuz Kassel und A 7. Schwere Lastwagen werden über dieses technische Verfahren zum Schutz der maroden Bergshäuser Brücke in Höhe Baunatal-Rengershausen von der A 44 abgeleitet. Sie rollen dann über die A 49 an Kassel vorbei zur Autobahn 7. Im Januar – kurz nach der Einrichtung der Waage – hatte es in der dortigen Fahrbahnverengung mehrere schwere Unfälle mit Lastwagen gegeben. 

Dann wurde die Verkehrsführung durch Hessen Mobil geändert. Die meisten Lkw fahren seither nicht mehr über die Waage, sondern sie werden schon vorher über die rechte Fahrspur auf die Autobahn 49 Richtung Kassel geleitet. Wer dennoch über die Waage Richtung Bergshäuser Brücke rollt und dessen Fahrzeug über 3,5 Tonnen wiegt, der bekommt ein Strafgeld von 500 Euro verpasst. Außerdem muss der Fahrer den Führerschein für zwei Monate abgeben.

Wieviele Fahrzeuge über 3,5 Tonnen inzwischen pro Tag im Bereich der Lkw-Waage aufgehalten werden, weil sie die Verbotsschilder missachteten, dazu gab es von Hessen Mobil trotz mehrfacher Anfrage keine Angaben. Sprecher Horst Sinemus kündigte Zahlen für „Anfang der Woche“ an.

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