Stromversorgung

Baustart für Stromtrasse Wahle-Mecklar in Hessen

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Blick auf den ersten Strommasten für die Trasse Wahle-Mecklar auf hessischem Boden im Wald bei Rohrbach: Die Überlandleitung wird später auch durch Niestetal, Kaufungen, Lohfelden und Söhrewald führen. Dort beginnen die Bauvorbereitungen erst im Herbst 2018. Anfang 2019 werden dann die ersten Masten aufgestellt.

Kreis Kassel. Nun hat auch in Nordhessen der Bau der insgesamt 230 Kilometer langen Nord-Süd-Hochspannungstrasse Wahle-Mecklar begonnen. Der erste Spatenstich durch den Netzbetreiber Tennet erfolgte jetzt in Rohrbach bei Ludwigsau etwa zehn Kilometer nördlich von Bad Hersfeld.

Die 380 Kilovolt-Trasse Wahle-Mecklar, die den Großraum Braunschweig/Hannover mit Nordhessen verbinden wird, wird im hessischen Bauabschnitt D auch durch Niestetal, Kaufungen, Lohfelden und Söhrewald führen. „Die Vorbereitung der Baufelder dort wird voraussichtlich im September oder Oktober beginnen“, sagt Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht. Anfang 2019 würden dann die ersten Masten hochgezogen. „In welcher Gemeinde es losgeht und wo genau, das steht jetzt allerdings noch nicht fest“, sagt Lieberknecht.

Der 65 Kilometer lange hessische Abschnitt D ist der zweite von insgesamt vier Bauabschnitten, die sich bereits im Bau befinden. Der Startschuss für den Bau des Abschnitts B zwischen Lamspringe im Landkreis Hildesheim und Hardegsen im Landkreis Northeim war bereits im März gefallen. Die Abschnitte A zwischen Wahle und Lamspringe und C von Hardegsen bis zur hessisch/niedersächsischen Grenze befinden sich noch in der Planfeststellung.

Der Planfeststellungsbeschluss für den hessischen Abschnitt lag Tennet bereits im Februar vor. Im Zuge der einzuhaltenden Klagefrist war jedoch keine einzige Klage beim Verwaltungsgericht eingegangen. „Das ist bei solch einem Großprojekt eine Besonderheit“, sagt Lieberknecht. Im Kern sei das der guten Planungsarbeit von Tennet sowie der Genehmigungsbehörde (RP Kassel) geschuldet.

Der Neubau der Stromtrasse im Bereich Niestetal, Kaufungen, Lohfelden und Söhrewald wird auch den Rückbau beziehungsweise die „Mitnahme“ von zwei alten Überlandleitungen zur Folge haben. So wird bei Niestetal nach Inbetriebnahme von Wahle-Mecklar im Jahr 2021 die alte 220 Kilovolt-Leitung von Lehrte bei Hannover nach Niestetal-Sandershausen auf einer Länge von 140 Kilometern zurückgebaut. Darüber hinaus wird Tennet die alte 110 Kilovolt-Überlandleitung, die aktuell noch vom Sandershäuser Berg kommend an Kaufungen und Lohfelden vorbei hinauf in die Söhre führt, mit in die neue Nord-Süd-Verbindung integriert, sodass auch hier die alten 110-Kilovolt-Strommasten abgebaut werden können.

Nach Inbetriebnahme wird die Hochspannungsleitung das Umspannwerk Wahle (Gemeinde Vechelde, Niedersachsen) mit dem Umspannwerk Mecklar (Gemeinde Ludwigsau) verbinden. Ziel ist es, die Übertragungskapazität für Windenergie sowie die Netzstabilität und Versorgungssicherheit für Niedersachsen und Nordhessen zu erhöhen.

Tennet steckt etwa eine Milliarde Euro in das Projekt, insgesamt werden 180 bis zu 93 Meter hohe Strommasten neu gebaut. Nur im Bereich Göttingen ist die Verlegung eines Erdkabels geplant. Der vordringliche Bedarf für diese Leitung war bereits 2009 im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) festgestellt worden.

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