231 Kilogramm pro Jahr

Beim Bioabfall ganz vorn: Einwohner im Landkreis Kassel sind top im Recyceln

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Biomüll wird entsorgt: Im Landkreis Kassel sammelte 2017 jeder Bürger durchschnittlich 231 Kilogramm Biomüll.

Wenn's um das Sammeln von Bioabfällen geht, ist der Landkreis Kassel ganz vorn: 231 Kilogramm hat jeder Einwohner im Jahr 2017 produziert.

Daraus konnten große Mengen Kompost und Strom erzeugt werden. 231 Kilogramm hat jeder Einwohner im Landkreis Kassel produziert. Auf fast einhundert Kilogramm weniger, nämlich 139, kommen die Einwohner anderer hessischer Landkreise durchschnittlich bei getrennt erfassten Bioabfällen. Das geht aus der Abfallmengenbilanz hervor, die kürzlich in Wiesbaden herausgegeben wurde. „Mit unseren hohen Recyclingquoten sparen wir Rohstoffe und Energie und tragen so zum Klimaschutz bei“, sagt Uwe Pietsch, Leiter des Eigenbetriebs Abfallentsorgung Kreis Kassel.

Ohnehin hat der Landkreis Kassel in Sachen Biomüll schon lang die Nase vorn: Seit 26 Jahren gibt es hier bereits die gebührenfreie Biotonne, 2015 wurde sie erst bundesweit eingeführt.

Die im Landkreis gesammelten Bioabfallmengen verpuffen aber nicht einfach, sondern werden weiterverarbeitet: Rund 54 600 Tonnen Bio- und Grünabfälle waren es 2017 in den drei Biokompostierungs- und einer vorgeschalteten Vergärungsanlage in Fuldatal, Hofgeismar und Lohfelden. Das sind rund 1600 Tonnen mehr als 2016.

Über 10 000 Tonnen Kompost konnten so zu Dünger und Bodenverbesserer verarbeitet werden. Obendrein wurden rund 1,5 Millionen Normkubikmeter Biogas erzeugt, womit ein Teil des Strom- und Wärmebedarfs der Gemeinde Lohfelden gedeckt wurde. „Eine Bananenschale liefert genug Strom, um eine Fünf-Watt-LED-Lampe eine Stunde lang brennen zu lassen“, erläutert Pietsch. Hinzu komme noch nährstoffreicher Kompost. „Im Gegensatz zu Sonne und Wind steht Bioenergie ganzjährig zur Verfügung und hat damit bei der Umstellung auf erneuerbare Energien eine Schlüsselrolle“, sagt der Betriebsleiter weiter.

Nichtsdestotrotz landeten jedes Jahr bundesweit Millionen Tonnen an verwertbaren Küchenabfällen im Restmüll. Laut Abfallmengenbilanz sind im Landkreis derzeit rund 25 Prozent Küchen- und Speiseabfälle im Restabfall, bundesweit sind es noch über 40 Prozent.

Das sei eine gigantische Verschwendung, betont Pietsch. „Nicht alle Bürger wissen, dass neben vertrockneten Blumen und Bananenschalen auch gekochte Essensreste und altes Brot über die Biotonne verwertet werden können.“

Das gehört in die Biotonne - und das nicht

Was in die Biotonne gehört: 

  • Obst- und Gemüseabfälle 
  • Fleisch- und Fischabfälle, Reste von Käse und Wurst 
  • Altes Brot, Kuchen, Gebäck
  • Reste von Milchprodukten wie Joghurt und Quark (keine Flüssigkeiten, keine Milch) 
  • Verdorbene Lebensmittel (ohne Verpackung)
  • Alle Essensreste aus privaten Haushalten, gekocht, gebraten und roh - Zeitungspapier zum Einwickeln von Essensresten
  • Zimmer- und Balkonpflanzen 

Was nicht in die Biotonne gehört: 

Damit Biogase und Komposte wirklich klima- und umweltfreundlich sind, ist es wichtig, dass Bioabfälle nicht in Plastiktüten oder mit Plastik- und Glasverpackungen in die Biotonnen gegeben werden. „Plastik, Glas, Dosen und andere Fremdstoffe müssen von den Mitarbeitern in den Biokompostierungsanlagen mit aufwendiger Maschinentechnik wieder aussortiert werden, um die strengen gesetzlichen Anforderungen für gütegesicherten Kompost zu erreichen“, sagt Uwe Pietsch, Leiter des Eigenbetriebs Abfallentsorgung Kreis Kassel. „Nur erstklassiger Kompost lässt sich heutzutage vermarkten.“ 

Alternative zu Plastiktüten: 

Die Abfallentsorgung Kreis Kassel bietet über die Rathäuser der Städte und Gemeinden kompostierbare Biobeutel für 1 Euro pro Rolle mit 25 Stück an. Aber auch Zeitungspapier kann zum Einwickeln von Bioabfall genutzt werden.

Weitere Infos unter abfall-kreis-kassel.de oder Tel.: 05 61/10 03 11 33.

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