Erde wird durchlässiger

Frost tut Boden gut: Kälteeinbruch beschert Bauern positiven Start

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Im Landkreis Kassel gibt es sie noch nicht: Die Blauzungenkrankheit kann aber auch in der Region ausbrechen. Betroffen sind Rinder, Schafe und Ziegen. Unser Bild zeigt Schafe auf einer Weide vor dem Herkules. 

Zu trocken, zu nass, zu kalt, zu warm – irgendwas ist ja immer. Vor allem Landwirte haben Jahr für Jahr mit der Unberechenbarkeit des Wetters zu kämpfen. Doch 2019 ist für die Bauern gut angelaufen.

„Der Frost, der zurzeit herrscht, tut dem Boden gut“, sagt Stefanie Wittich vom Kreisbauernverband Kassel. Denn wenn Frost in den Boden eindringt, gefriert die Feuchtigkeit und Eis entsteht. Da Eis ein größeres Volumen als Wasser hat, sprengt es die Erdklumpen auseinander. „Der Boden wird krümeliger. Verdichtete Stellen werden aufgebrochen und die Erde wird durchlässiger“, erklärt Wittich.

Laut dem Bauernverband wäre es aber noch besser, wenn eine leichte Schneedecke auf den Feldern liegen würde. „Schnee schützt die Pflanzen vor dem Erfrieren und die Kulturen nehmen keinen oder weniger Schaden.“

Drei Wochen Frost halten Pflanzen aus

Wenn es in den nächsten Wochen so kalt bleiben sollte, sei das erst mal kein großes Problem für die Pflanzen. „Winterweizen ist generell eher unempfindlich, Gerste ist ein bisschen empfindlicher“, erklärt Wittich. „Doch zwei, drei Wochen Frost halten die Pflanzen aus.“

Bei Raps komme es darauf an, wie groß die Pflanze gewachsen ist. Denn je größer der Raps ist desto frostempfindlicher sei er. Gut sei das kalte Wetter auch in Bezug auf Schädlinge und Krankheiten. Zum Beispiel der Ausbruch der Blauzungenkrankheit, die Schafe, Rinder und Ziegen gefährden kann, werde so unwahrscheinlicher, weil Insekten und Schädlinge nicht aktiv sind.

Die Blauzungenkrankheit ist eine Seuche, die erst im Dezember wieder in Deutschland aufgetreten war. Bis dahin und seit 2012 galt das Land als offiziell frei von der Krankheit. Sie wird durch Mücken aus der Familie der Gnitzen übertragen – nicht von Tier zu Tier.

Laut Bauernverband ist die Krankheit im Landkreis Kassel bisher nicht angekommen, es sei aber nicht ausgeschlossen, dass dies in Zukunft noch passiert. „Wichtig ist, dass die Seuche völlig ungefährlich für den Menschen ist“, sagt Wittich. Trotzdem rät sie allen Landwirten, die Rinder, Schafe oder Ziegen halten, ihre Tiere impfen zu lassen. „Das ist die einzige Möglichkeit, die Krankheit zu verhindern.“ Doch zurzeit sei der Impfstoff knapp. „Wir empfehlen den Bauern, sich wegen des Themas an einen Tierarzt zu wenden und sich dort über den Impfstoff zu informieren.“

Was das Jahr für die Landwirtschaft noch bringen wird, weiß natürlich niemand. Aber ein großer Wunsch der Bauern in der Region ist, dass es mal ohne Extreme abläuft, sagt Stefanie Wittich vom Bauernverband. „Die Landwirte wünschen sich einfach mal ein ganz normales Jahr.“

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