Zwei Angeklagte verurteilt

Gefährliche Körperverletzung: Hohe Strafe für Schläge und Tritte

Drogen und Schulden waren der Auslöser: Zwei Männer aus Stadt und Landkreis Kassel sind wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. 

Wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht Kassel einen 29-Jährigen aus dem Kreis Kassel zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Die 5. Große Strafkammer ordnete außerdem die Unterbringung des Mannes in einer Entziehungsanstalt an. Ein Mitangeklagter 24-Jähriger aus Kassel wurde wegen Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Beide müssen die Kosten des Verfahrens tragen. Die Staatsanwältin hatte zwei Jahre und sechs Monate mit Entziehungsanstalt, für den Mittäter sechs Monate auf Bewährung und die Zahlung von 750 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung beantragt.

Beide Männer waren von der Staatsanwaltschaft wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Zusammen mit zwei weiteren, bisher unbekannten Personen hatten sie der Anklage und den Ermittlungen der Polizei zufolge am 12. August 2016 nahe der Brücke am Kwai einen jetzt 23-Jährigen geschlagen und getreten und ein Elektroschockgerät gegen ihn eingesetzt, um seine Tasche zu entreißen. Ein Raub sei aber nicht feststellbar gewesen, sagte Vorsitzender Richter Jürgen Stanoschek bei der Urteilsverkündung. Das Gericht gehe davon aus, dass der 24-Jährige einen Elektroschocker eingesetzt habe. Dies hatte der Geschädigte bei der Polizei angezeigt, am ersten Verhandlungstag aber erklärt, es sei kein Elektroschocker verwendet worden. Hintergrund der Tat sind Drogengeschäfte und Schulden. Der Geschädigte war an diesem Tag per Telefon in eine Falle gelockt worden, um ihm am Tatort „eine Abreibung zu verpassen”, wie der Richter formulierte. Er sei ins Gesicht geschlagen und getreten, aber nicht krankenhausreif geschlagen worden.

Der Richter sprach von krimineller Energie. „Sie haben Ihr ganzes Leben noch nie im normalen Beruf gearbeitet”, sagte Stanoschek zu dem 29-Jährigen. Er habe nunmehr die Chance, frühzeitig aus der Entziehungsanstalt entlassen zu werden, „um ins Arbeitsleben zu gehen”.

„Es tut mir leid.” Das sagten übereinstimmend Beide in ihrem letzten Wort. Sie entschuldigten sich für die Taten.

Der 29-Jährige hat bereits 13 Vorstrafen, unter anderem wegen schweren Raubes, Diebstahls, Körperverletzung, Erpressung, Einbruchs und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Unter Bewährung hatte er weitere Straftaten begangen. Das Verlesen der Urteile dauerte eineinhalb Stunden. Wegen Fluchtgefahr hatte der Mann nach der jüngsten Tat 65 Tage in Untersuchungshaft gesessen.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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