Arbeitsplatz Autobahn

Hessen Mobil schneidet Pflanzen an Autobahnen im Kreis Kassel zurück

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Gefährlicher Arbeitsplatz: Die Kolonne von Hessen Mobil wird durch einen Lastwagen mit LED-Warnhinweis vom Verkehr geschützt. Die Arbeitsfahrzeuge fahren in Schrittgeschwindigkeit auf der linken Spur.

Kreis Kassel. Von Oktober bis Februar steht Grünpflege auf dem Programm bei Hessen Mobil - solange keine Räum- und Streuarbeiten bei Schneefall anliegen.

Der Baum- und Strauchschnitt dient sowohl der Verkehrssicherheit als auch dem Naturschutz. Markus Wurmnest steht in der Mitte der Autobahn, zwischen den Betonschutzwänden, die die Fahrbahn in südlicher Richtung von der in nördlicher Richtung trennen. Auf der linken Spur fährt eine Kolonne orangener Fahrzeuge im Schritttempo. An ihnen rasen Autos und Lastwagen vorbei – ein gefährlicher Arbeitsplatz für die Mitarbeiter von Hessen Mobil. Die Mannschaft der Autobahnmeisterei Baunatal pflegt von Oktober bis Februar die Grünstreifen am Fahrbahnrand von 150 Kilometern Autobahnstrecke um Kassel.

Schutz der Autofahrer

Wurmnest ist Leiter der Autobahnmeisterei und erklärt die Sicherheitsvorkehrungen. Zwei Wagen mit LED-Warnschildern auf dem Standstreifen weisen den Verkehr auf das Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde hin und auf die Sperrung der linken Spur. Dort fährt einige hundert Meter weiter ein Lastwagen mit einem weiteren blinkenden Warnschild. Er schützt die drei vor ihm fahrenden kleineren Arbeitsfahrzeuge, deren Mitarbeiter das Gras zwischen den Schutzwänden kürzen, vor möglichen Auffahrunfällen. „In den letzten zwei Jahren gab es drei schwere Unfälle, bei denen Mitarbeiter verletzt wurden“, sagt Bauingenieur Wurmnest. Weiter geht's zu einem zukünftigen Einsatzort.

Nächster Halt ist eine grüne Insel an der A 44, die von Auf- und Abbiegerspuren umrahmt ist. Einige Bäume an der Abfahrt neigen sich in Richtung Fahrbahn, dort wo sie am meisten Licht erhalten. Sie müssen demnächst beschnitten werden, erklärt Wurmnest. Die Mitarbeiter von Hessen Mobil schneiden das sogenannte „Straßenbegleitgrün“, also Bäume, Sträucher und Wiesen am Fahrbahnrand, so zurecht, dass der Blick auf Straßenschilder, Brücken und um Kurven gewährleistet ist. Die Pflanzen würden kürzer geschnitten, als es im heimischen Garten üblich sei. Denn für die Arbeiter sei es nicht möglich, alle Pflanzen jedes Jahr zu pflegen. An Autobahnen gilt ein Mindestabstand zwischen Pflanzen und Fahrbahn von 1,25 Meter.

Naturschutz ist Aufgabe

Rein geht's in den Mini-Wald und Wurmnest erklärt das Vorgehen von Hessen Mobil. Aus kleinen Baumgruppen wie dieser würden kurzlebige Bäume, beispielsweise Pappeln, herausgenommen, um langlebigen Bäumen, wie Eichen, Platz zum Wachsen zu geben. Das dabei gefällte Holz wird zu Hackschnitzeln verarbeitet – der Erlös aus dem Verkauf sei geringer als die Arbeitskosten für die Bestandspflege. Hessen Mobil erwirtschafte durch die Fällarbeiten keinen Gewinn.

Totes Holz bleibt liegen: Es bietet einen Lebensraum für Insekten, erklärt Markus Wurmnest, hier an der A 44 bei Baunatal.

Am Boden liegen morsche Stämme. Totholz wie dieses würde zurückgelassen, um Insekten einen Lebensraum zu bieten, sagt Hobbyimker Wurmnest. Auch manche halbhohen Stämme ohne Äste blieben als Nisträume für Spechte erhalten. Ein Blick nach oben zeigt: Die Vögel nehmen das Angebot an. „Die Grünflächen an Autobahnen bieten vielseitige Lebensräume“, sagt Wurmnest. Das gelte natürlich nur für flugfähige Tiere, die nicht über Fahrbahn laufen müssen.

Die Balance finden

Der Rückweg führt an einer dicken Eiche vorbei. Bäume mit „landschaftsprägendem Charakter“, wie zum Beispiel an einer Allee, stünden unter Naturschutz, erklärt Wurmnest. Sie werden nicht gefällt und stattdessen durch Leitplanken vom Verkehr getrennt, um Autofahrern Schutz vor den massiven Stämmen zu bieten. „Wir müssen Naturschutz und Verkehrssicherheit unter einen Hut bringen. Wenn wir das schaffen, haben wir das Ziel erreicht.“

Tägliche Meldungen von Staus, Sperrungen und Unfällen – die A7 ist häufig dicht. Wir sind die Autobahn mit der Kamera abgeflogen und geben einen großen Überblick auf die Problem- und Baustellen an der A7.

Hessen Mobil beschneidet Pflanzen an Autobahnen im Kreis Kassel

Hessen Mobil schneidet von Oktober bis Februar Sträucher und Bäume an der Autobahn zurück.Kranke Bäume und solche die die Sicht auf Schilder oder die Fahrbahn versperren werden gefällt.Außerdem soll Platz gemacht werden für gesunde und langlebige Bäume. Totes Holz bleibt als Lebensraum für Insekten liegen. links: Markus Wurmnest, Leiter der Abteilung Baunatal.Foto: Kim Henneking
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Hessen Mobil schneidet von Oktober bis Februar Sträucher und Bäume an der Autobahn zurück.Kranke Bäume und solche die die Sicht auf Schilder oder die Fahrbahn versperren werden gefällt.Außerdem soll Platz gemacht werden für gesunde und langlebige Bäume. Totes Holz bleibt als Lebensraum für Insekten liegen. Foto: Kim Henneking
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Hessen Mobil schneidet von Oktober bis Februar Sträucher und Bäume an der Autobahn zurück.Kranke Bäume und solche die die Sicht auf Schilder oder die Fahrbahn versperren werden gefällt.Außerdem soll Platz gemacht werden für gesunde und langlebige Bäume. Totes Holz bleibt als Lebensraum für Insekten liegen. Dieser Baumstamm dient Spechten als BrutplatzFoto: Kim Henneking
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Hessen Mobil schneidet von Oktober bis Februar Sträucher und Bäume an der Autobahn zurück.Foto: Kim Henneking
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Hessen Mobil schneidet von Oktober bis Februar Sträucher und Bäume an der Autobahn zurück.Foto: Kim Henneking
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Hessen Mobil schneidet von Oktober bis Februar Sträucher und Bäume an der Autobahn zurück.Foto: Kim Henneking
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Hessen Mobil schneidet von Oktober bis Februar Sträucher und Bäume an der Autobahn zurück.Foto: Kim Henneking
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Hessen Mobil schneidet von Oktober bis Februar Sträucher und Bäume an der Autobahn zurück.Foto: Kim Henneking
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Hessen Mobil schneidet von Oktober bis Februar Sträucher und Bäume an der Autobahn zurück.Foto: Kim Henneking
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Hessen Mobil schneidet von Oktober bis Februar Sträucher und Bäume an der Autobahn zurück.Kranke Bäume und solche die die Sicht auf Schilder oder die Fahrbahn versperren werden gefällt.Außerdem soll Platz gemacht werden für gesunde und langlebige Bäume. Totes Holz bleibt als Lebensraum für Insekten liegen. Foto: Kim Henneking
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