Mehrere Millionen Euro jedes Jahr für Beseitigung 

Illegale Müllentsorgung im Kreis Kassel nimmt in den Ferien zu

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Illegal entsorgter Müll an Straßenrändern nimmt insbesondere in der Ferienzeit drastisch zu. Die Straßenmeistereien und Hessen Mobil sammeln jedes Jahr rund 10.000 Tonnen Abfall ein.

Ferienzeit ist Reisezeit. Das bekommen auch die Mitarbeiter von Hessen Mobil zu spüren. Denn zu keiner Zeit wird so viel Müll illegal entsorgt, wie während der Sommerferien.

Das zeigt sich auch an den Straßenrändern im Landkreis Kassel. Achtlos weggeworfene Pappbecher, Fast-Food-Tüten, Zigarettenstummel aber auch Sperrmüll, Elektrogeräte, Autoreifen und Kleidungsstücke werden illegal entsorgt. Das Land Hessen gibt jedes Jahr mehrere Millionen Euro für die Beseitigung von Müll an den Straßen aus. Die Verkehrsbehörde Hessen Mobil hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr rund 3,6 Millionen Euro für die Beseitigung von Müll ausgegeben. 

„Allein im Landkreis Kassel sind seit Jahresbeginn rund 62 Tonnen Abfall angefallen“, sagt Hessen Mobil-Sprecher Gerd Bohne auf HNA-Anfrage. Hessenweit sollen es im vergangenen Jahr rund 10.000 Tonnen gewesen sein, die an Straßen und auf Rastplätzen von Hessen Mobil gesammelt und entsorgt wurden. „Davon lagen rund ein Drittel illegal entsorgt am Straßenrand, und zwei Drittel auf Parkplätzen“, sagt Bohne. Anschlussstellen von Autobahnen seien besonders betroffen. 

Müll erschwert auch Grünpflegearbeiten

Illegaler Müll werde hingegen verstärkt auf unbewirtschafteten Rastplätzen abgelegt. „Das Müllaufkommen ist seit einigen Jahren konstant“, sagt Bohne. Hessen Mobil habe im vergangenen Jahr 31 800 Arbeitsstunden geleistet, um Hessens Straßen zu reinigen. Hinzu kämen Kosten für den Einsatz von Fachfirmen und die Abfallentsorgung. Müllschwerpunkte gebe es in erster Linie temporär – grundsätzlich zu Reisezeiten, besonders während der Sommerferien – steigt die Müllmenge an. Dann müssten die Abfallbehälter deutlich öfter geleert werden. Das verursache zusätzliche Kosten.

Ein „Großreinemachen“ erfolge einmal im Jahr vor Beginn der Mähsaison. Denn der achtlos weggeworfene Müll erschwere die Grünpflegearbeiten. Aufgrund des Bewuchses könne der Müll aber nicht immer komplett gesammelt werden. Der Müll wird teils geschreddert durch die Mähwerke weiter verteilt“, sagt Bohne. Im Bereich von Anschlussstellen würde sogar zwei- bis dreimal im Jahr Müll beseitigt.

Ab und an auch kuriose Entsorgungen

Manchmal werde auch ein kurioser Fund gemacht wie beispielsweise eine Mörsergranate auf einem Rastplatz. „Alte Autos werden auch oft auf Rastplätzen entsorgt.“ Wenn der Halter nicht ermittelt werden kann, muss das Land Hessen die Entsorgungskosten tragen.

Hessen Mobil ist für 1000 Kilometer Autobahn, 2500 Kilometer Bundesstraße, 5600 Kilometer Landesstraße und 3600 Kilometer Kreisstraßen zuständig. Hinzukommen hessenweit rund 200 Parkplätze mit WC-Anlagen (PWC) und Tank- und Rastanlagen (T+R). Zusätzlich seien Autobahn- und Straßenmeistereien während ihrer Streckenwartung im Einsatz, um die Straßen vom Müll zu befreien. Rastanlagen würden teilweise mehrmals in der Woche gereinigt.

Es droht ein Bußgeld

Der Begriff illegale Müllentsorgung ist breit gefächert: Sowohl das unachtsam weggeworfene Taschentuch oder die ausgetretene Zigarettenkippe als auch große Müllkippen im Wald können Fälle von illegaler Müllentsorgung sein. Wer Müll oder Sperrmüll illegal entsorgt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Höhe ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass die Täter geschnappt werden – was bei diesen Fällen oft gar nicht so einfach ist.

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