2019 wurde er nachgewiesen

Ist der Wolf zurück im Landkreis Kassel? Präventionskonzept in der Diskussion 

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Ist er wieder zurück? 2019 wurde der Wolf im Landkreis Kassel wie auch in ganz Hessen wieder mehrfach nachgewiesen. Die FDP-Kreistagsfraktion fordert nun ein entsprechendes Präventionskonzept ein. 

Im Jahr 2019 wurde der Wolf im Landkreis Kassel nachgewiesen, deshalb soll sich der Kreis besser auf die Rückkehr des Wolfes vorbereiten. Dieser Auffassung ist die FDP-Kreistagsfraktion.

Kreis Kassel – Die will in der Kreistagssitzung am Donnerstag, 19. September, von 13 bis 18 Uhr in der Stadthalle Wolfhagen einen entsprechenden Antrag zur Abstimmung bringen will.

Der Wolf werde in der Region zunehmend heimisch, sagt FDP-Fraktionschef Björn Sänger. „Daher sollten wir den Wolf vorbereitet erwarten“. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung – vor allem bei Landwirten, Tierhaltern und Jagdpächtern – zu erhöhen, solle auf Kreisebene in Ergänzung zu bereits laufenden Landesprogrammen ein Konzept zur Prävention von Wolfsübergriffen erarbeitet werden. 

„Ziel ist es, neben Informationen und Beratungen auch entsprechende Schutzvorhaben sowie den Ersatz von Schäden durch Wolfsübergriffe zu gewährleisten“, erklärt Sänger. Grundsätzlich solle das Präventionskonzept in Abstimmung mit den zuständigen Stellen des Landes Hessen erarbeitet werden.

Aktuell handelt es sich bei den gesichteten Wölfen meist um "Durchzügler"

Aktuell setzt das Land ein Förderprogramm um, bei dem 500.000 Euro pro Jahr für zusätzlichen Aufwand beim Schutz von Weidetieren bereitgestellt werden. Im Jahr 2018 wurden im Rahmen anderer Förderprogramme bereits 100.000 Euro ausgezahlt. Tatsächlich sei von 2018 bis 2019 ein bemerkenswerter Anstieg von Wolfs-Nachweisen in Hessen zu verzeichnen, sagt ein Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel. Aktuell sei noch davon auszugehen, dass es sich bei den Tieren lediglich um Durchzügler handele.

Wolf riss Schaffe und Lämmer bei Zierenberg-Rangen

Spektakulär war der Wolfsübergriff im Landkreis Kassel an Ostern, als bei Zierenberg-Rangen ein Wolf vier Schafe tötete und zwei Lämmer verletzte. Eine DNA-Analyse hatte eindeutig die Urheberschaft Wolf bestätigt. Eine finanzielle Unterstützung hatte es für den Zierenberger Schäfer jedoch nicht gegeben. Bereits Ende März hatte eine Wölfin in Alheim-Licherode Schafe gerissen. Hessenweit wurde ein weiterer Wolfsriss Mitte April noch bei Fulda bestätigt.

Die aktuell vom Hessischen Umweltministerium veröffentlichten und per DNA-Analysen oder Fotografien belegten Wolfsnachweise legen nahe, dass aktuell noch im Raum Vogelsberg ein Wolf unterwegs ist. Für den Wolf, der an Ostern in Zierenberg die Schafherde angegriffen hatte, gibt es bislang keine weiteren Nachweise. Tatsächlich ließen sich im Jahr 2019 in Hessen bislang 20 „Wolfsereignisse“ belegen. Identifiziert wurden dabei mindestens sechs Einzeltiere. Dagegen gelang im Jahr 2018 kein einziger Wolfsnachweis, im Jahr 2017 gab es fünf.

Ob Wölfe sesshaft werden ist noch fraglich

Ob der Trend anhält und auch in Hessen langfristig Wölfe sesshaft werden, ist noch fraglich. Tatsächlich leben laut Nabu in Deutschland inzwischen rund 70 Rudel, 30 Paare sowie einige Einzeltiere, deren Vorkommen sich hauptsächlich auf Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt beschränkt.

Wolfskenner wie Andreas Beerlage aus Korbach sagen, dass die Verkehrsdichte in Hessen trotz großer Waldgebiete viel zu hoch sei, als dass sich hier ein Wolfsrudel wirklich wohlfühlen würde.

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