Sanierung lohnt sich umso mehr

Steuerbonus für Haussanierung - Eigenheimbesitzer im Landkreis Kassel können profitieren

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Dämmwolle senkt nicht nur die Heizkosten, sondern auch den CO2-Ausstoß von Gebäuden. Diese Sanierung können Hausbesitzer nun von der Steuer absetzen.

Für Hausbesitzer im Kreis Kassel lohnt sich 2020 die energetische Gebäudesanierung. Sie erhalten dafür einen Steuerbonus. Wir erklären für wen das gilt. 

  • Für Hausbesitzer imKreis Kassel gibt es einen Steuerbonus für energetische Gebäudesanierung.
  • Die Förderung gilt nur für privat genutzten Wohnraum.
  • Gebäude verursachen 30 Prozent des CO2-Ausstoßes.

Für Hausbesitzer lohnt es sich ab 2020 einmal mehr, in die energetische Gebäudesanierung zu investieren: Es gibt einen neuen Steuerbonus für klimafreundliche Umbauten.

Wer also zum Beispiel das Dach dämmt, Fenster, Türen oder die Heizung erneuert, kann künftig drei Jahre lang 20 Prozent der Investitionen von der Steuer absetzen. Die maximale Förderung liegt bei 40.000 Euro, das Gebäude muss mindestens zehn Jahre alt sein.

Im Kreis Kassel gibt es viel Potenzial

Die Gewerkschaft IG Bau weist in einer Mitteilung auf das Potenzial im Kreis Kassel hin: „Aktuell sind hier 46 400 Gebäude älter als 40 Jahre. Viele von ihnen haben eine katastrophale CO2-Bilanz“, sagt Klaus Michalak von der IG Bau Nordhessen. 

Diese Zahlen stammen aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2015. Laut Landkreissprecher Andreas Bernhard sagt die Statistik jedoch nichts darüber aus, in welchem energetischen Zustand sich die Gebäude befinden – vermutlich sei schon vielfach nachgerüstet worden. Bisher gab es Zuschüsse und günstige Kredite für energetische Sanierungen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Bauindustrieverband Hessen begrüßt Förderung

„Dass die steuerliche Förderung umgesetzt wird, begrüßen wir“, sagt Helena Götte vom Bauindustrieverband Hessen- Thüringen –es sei ein schon länger benötigter Impuls. Das bestätigt Andreas Lieberknecht, Geschäftsführer des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen. 

Der Steuerbonus stellt laut Götte nicht nur Vorteile für Privateigentümer dar, sondern sei auch einer weiterer Schritt, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Förderung nur für privat genutzten Wohnraum

„Zu kritisieren von unserer Seite ist jedoch, dass die jetzige Fassung lediglich dem privat genutzten Wohnraum fördert. Daher bleibt noch eine große Lücke zu schließen“, so Götte: Gewerblich oder zu fremden Wohnzwecken genutzte Immobilien könnten von dieser Förderung nicht profitieren. 

Eine flächendeckende Emissionsminderung sei nur dann zu schaffen, wenn auch für vermietete Wohngebäude und Gewerbeimmobilien steuerliche Anreize geschaffen werden – auf sie entfallen laut Götte rund 37 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs.

„Wir haben immer schon gefordert, dass man energetische Sanierungen voranbringen und steuerlich fördern sollte“, so Lieberknecht vom Verband baugewerblicher Unternehmer. Es sei eine einfache Methode, um Anreize zu schaffen. 

Deutschlandweit eine sehr geringe Modernisierungsquote

Die Modernisierungsrate beim Wärmeschutz liegt deutschlandweit bisher bei einem Prozent, bei Heizungsanlagen bei drei Prozent. Das gehe aus einer Studie des Instituts Wohnen und Umwelt mit Sitz in Darmstadt aus dem Jahr 2016 hervor. Dieser geringe Anteil könne sich durch den Steuerbonus erhöhen – der Hauseigentümer spart laut Lieberknecht langfristig Kosten, hinzu komme der Umweltaspekt

Es gebe aber auch Kritik: Derzeit sei noch nicht klar, wie viel es am Ende wirklich bringt, denn beim energetischen Sanieren werde auch wieder Material verbraucht, das teilweise aufwendig und unter hoher Umweltbelastung produziert werden müsse. 

Da aber noch keine Erfahrungswerte vorliegen, ist es laut Lieberknecht bislang schwer einzuschätzen, ob der Steuerbonus die Sanierungsbereitschaft vorantreibt und wie viele davon tatsächlich Gebrauch machen. 

Gebäude verursachen fast 30 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes

Der Gebäudebestand in Deutschland umfasst rund 18 Millionen Wohn- und 1,7 Millionen Nichtwohngebäude, also jene, die kommunal, sozial und gewerblich genutzt werden. Das berichtet Helena Götte vom Bauindustrieverband Hessen-Thüringen. 

Öffentliche und private Gebäude machten in Deutschland einen Anteil von 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus (Heizung, Warmwasser und Beleuchtung). Diese sind laut Götte für fast 30 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes verantwortlich. 

„75 Prozent aller Gebäude wurden vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1978 errichtet. Sie sind vielfach noch unsaniert und daher oftmals in einem energetisch schlechten Zustand“, berichtet sie. Diese alten, unsanierten Gebäude trügen demnach erheblich zum CO2-Ausstoß bei. Durch den Energieverlust stiegen auch die Wohnnebenkosten an.

Sanierungswürdige Häuser gibt es im Landkreis Kassel genug

In Kassel wird deswegen nun ein Schutzwall errichtet: Erneut sind Teile des leerstehenden Hauses an der Holländischen Straße in Kassel eingestürzt. Die Eigentümer errichten nun eine zehn Meter hohe Schutzwand.

Darüber hinaus gibt der Kreis Kassel 30.000 Euro für ein Fachwerkhaus in Naumburg aus: In Naumburg soll ein über 300 Jahre altes Fachwerkhaus erhalten bleiben. Dafür haben sich Bürger zusammengetan, die in dem Haus Ferienwohnungen schaffen wollen. Nun bekamen sie Unterstützung.

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