Über den Hohen Dörnberg strampeln

Kreis-CDU will Verbindung zwischen Radfernwegen R4 und R1

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Eine von Touristen wie Einheimischen gleichermaßen genutzte Wegeverbindung zwischen den Radfernwegen R1 und R4 wünscht sich die CDU-Kreistagsfraktion.

Bisher gibt es keinen durchgängig ausgebauten Radweg zwischen den Radfernwegen R4, westlich von Kassel gelegen, und dem R1, der östlich an Kassel vorbeiführt, der touristisch vermarktbar wäre. Die Kreis-CDU würde das gerne ändern.  

Wer gerne Fahrrad fährt und vielleicht sogar mit dem Rad zur Arbeit pendelt, der kennt sie sicherlich: Die Schotterpisten, über die man oft kilometerlang holpern muss.

Wer zum Beispiel von Habichtswald Richtung Ahnatal mit dem Rad fährt – und dabei viele Höhenmeter erstrampelt –, der tut das bisher auf einem Wirtschaftsweg mit grober Schotterdecke. Ähnlich sieht es auf vielen Strecken zwischen Fuldatal und Vellmar und weiter Richtung Ahnatal aus. Entspanntes Fahrradvergnügen sieht anders aus.

Das möchte die CDU-Kreistagsfraktion Kassel-Land gerne ändern. Sie wünscht sich einen Radweg in Ost-West-Ausrichtung nördlich der Stadt Kassel und hat deshalb einen entsprechenden Antrag für die kommende Kreistagssitzung Ende Juni eingereicht. Der angedachte Radweg soll die Radfernwege R1 und R4, die von Norden nach Süden verlaufen, verbinden. „Mit unserem Antrag auf Schaffung eines Radwegs vom hessischen Radfernweg R4 in Höhe von Zierenberg bis zum hessischen Radfernweg R1 in Fuldatal wollen wir den Erfordernissen für die touristische Nutzung und den berechtigten Interessen der einheimischen Radfahrer Rechnung tragen“, schreibt Martin Roth, Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion für Wirtschafts- und Strukturpolitik, Bau- und Verkehrswesen in einer Pressemitteilung.

Konkret möchte die Fraktion den Kreisausschuss damit beauftragen, „sich bei der Grimmheimat Nordhessen im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit beim Projekt Qualitätsmanagementkonzept für Rad- und Wanderwege in der Grimmheimat Nordhessen dafür einzusetzen, dass ein den Erfordernissen von Einheimischen und Touristen angemessener Radweg“ zwischen dem R1 und dem R4 ausgewiesen wird.

Doch ganz so einfach, wie es sich die CDU vorstellt, ist es offenbar nicht. So ist zum Beispiel die hessische Landesbaubehörde Hessen Mobil für das gesamte außerörtliche Radwegenetz entlang von Bundes- und Landesstraßen in Hessen zuständig. Die Kommunen wiederum sind für den Bau und den Unterhalt der Radwege innerhalb der Stadt- beziehungsweise Gemeindegrenzen verantwortlich. „Bei der Umsetzung muss immer genau geschaut werden, wo es finanziert wird“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Grundsätzlich sei eine Querverbindung wie die von der CDU geforderte sehr zu begrüßen, „da läuft die CDU bei uns offene Türen ein“, und man werde das Anliegen prüfen, aber das Projekt Qualitätsmanagementkonzept für Rad- und Wanderwege sei vermutlich der falsche Adressat. „Der Fokus der Grimmheimat ist ein anderer“, sagt Kühlborn.

Das bestätigt auch Hanna Kramer, Projektmanagerin Natur- und Landtourismus beim Regionalmanagement Nordhessen. „Sinnvoll wäre so eine Verbindung auf jeden Fall“, sagt Kramer. Bei dem jetzt beginnenden Qualitätsmanagementkonzept ginge es jedoch darum, eine Netzanalyse des vorhandenen Wegenetzes zu machen, um Qualitätskriterien zu entwickeln, um die Wege touristisch vermarkten zu können. Zu solchen Kriterien zählen zum Beispiel die Breite der Wege, die Anbindung an Hotels und Gaststätten, Rastmöglichkeiten aber vor allem auch die Beschilderung auf einem Radweg. „Es geht nicht darum, neue Wege zu bauen“, betont Kramer. Das sei nicht die Aufgabe der interkommunalen Zusammenarbeit beim Projekt Qualitätsmanagementkonzept für Rad- und Wanderwege in der Grimmheimat Nordhessen. Wenn so eine Verbindung gebaut würde, könnte das Regionalmanagement beratend tätig werden, „aber die beteiligten Kommunen haben die Wegehoheit und müssten miteinbezogen werden.

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