Kriminalitätsstatistik 2018

Landkreis Kassel ist die sicherste Gegend in ganz Nordhessen

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Deutlich weniger Wohnungseinbrüche: Wurde 2014 im Landkreis Kassel noch 419 Mal eingebrochen, zählte die Polizei 2018 nur noch 198 Fälle.

Wer in Sicherheit leben will, hat dazu derzeit im Landkreis Kassel gute Chancen. Das sagt die Polizei.

Noch nie sind im Landkreis Kassel seit 2014 so wenig Straftaten registriert worden, wie im vergangenen Jahr. Wurden vor vier Jahren noch 8200 Straftaten zur Anzeige gebracht, waren es 2018 nur noch 6913. Gleichzeitig wurde die Aufklärungsquote nochmals gesteigert und liegt nun bei 58 Prozent – der bislang höchsten Wert seit zehn Jahren.

„Damit zählt der Landkreis Kassel aktuell zu den sichersten Gebieten in Nordhessen überhaupt“, sagte gestern Karl-Ludwig Lamp, Leiter des Polizeireviers Kassel-Ost, bei der Präsentation der Kriminalstatistik für das Jahr 2018. Vor allem die Wohnungseinbrüche seien seit 2014 im Landkreis um 50 Prozent zurückgegangen (von 419 auf nun 198 Fälle). „Es gibt also keinen Grund, sich im Landkreis unsicher zu fühlen“.

In Zahlen ausgedrückt heißt das: „Pro 100 000 Einwohner wurden 2018 im Landkreis Kassel 2921 Straftaten verübt“, sagte Lamp. Zum Vergleich liege diese Quote für Kassel schon bei 8979 Straftaten pro 100 000 Einwohner. In ganz Nordhessen liegt die Quote bei 4740 Fällen pro 100 000 Einwohnern.

Vor allem sei diese Entwicklung optimierten Ermittlungsmethoden und einer verbesserten Bürgeraufklärung zu verdanken. So lasse sich der Trend auch auf die Altkreiskommunen herunterbrechen. Insgesamt wurden dort im Jahr 2018 genau 1621 Straftaten registriert, das sind zwar nur sechs Fälle weniger als noch im Jahr 2017, aber immerhin schon 412 Fälle weniger, als noch im Jahr 2014.

„Ganz nebenbei: Nur 25 Prozent aller angezeigten Straftaten wurden von nicht-deutschen Straftätern begangen. Bei den übrigen 75 Prozent der Fälle hatten die Täter einen deutschen Pass in der Tasche“, erklärte Lamp.

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Die einzelnen Kommunen des Landkreises Kassel im Überblick

Fuldabrück

Vor allem in Fuldabrück ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche stark zurückgegangen (2014; 44, 2018: 10). Gleiches gilt für die Landen- diebstähle (2014: 73, 2018: 31). „In Fuldabrück gibt es nichts Spektakuläres zu berichten“, sagte Lamp.

Helsa

Hier hat es im Vergleich zu den Vorjahren einen starken Anstieg bei den Sexualdelikten gegeben (2014: 1, 2018: 16). „Wenn es in einem Ort eine Problemfamilie gibt, dann gehen die Zahlen schon mal schnell nach oben“. Auch hatte in Helsa im Jahr 2018 ein Pärchen gelebt, das in Sachen Internetbetrug unterwegs war. Schon sprang die Zahl bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten von 15 (2017) auf 49 (2018) hoch.

Kaufungen

In Kaufungen ging die Anzahl der Sachbeschädigungen im vergangenen Jahr dramatisch zurück (2017: 79, 2018: 42). Auch wird aktuell in Wohnungen deutlich seltener eingebrochen. „2014 hatten wir alle zwei Wochen einen Einbruch, jetzt nur noch einen alle zwei Monate“.

Lohfelden

Ohne den Lohfeldener Rüssel würde die Statistik für Lohfelden besser aussehen. „Nach wie vor werden im Umfeld der Autobahn und des Industriegebietes typische Straftaten begangen, die mit den Kernorten Lohfeldens nichts zu tun haben“, sagte Lamp. So ist Lohfelden tatsächlich der Spitzenreiter im östlichen Altkreis, wenn es um die Menge von Straftaten pro Einwohner geht (499 Straftaten auf 14 118 Einwohner).

Nieste

In Niestetal wurden 2018 genau 49 Straftaten registriert, neun mehr als noch im Vorjahr. Geschuldet ist das begangenen Körperverletzungen. Aber: Die Polizei ermittelte die Täter, Aufklärungsquote: 100 Prozent.

Niestetal

Kriminalstatistisch liegt Niestetal im Mittelfeld. Seit 2015 liegt die registrierte Fallzahl bei rund 325. In 2017 und 2018 hatte es aber häufiger Autodiebstähle gegeben.

Söhrewald

Söhrewald ist die sicherste Kommune im ganzen Altkreis. Zwar gab es 2018 im Vergleich zu 2017 fünf Rauschgiftdelikte und acht Rohheitsdelikte mehr. Jedoch wurden all diese Fälle zu 100 Prozent aufgeklärt.

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