Rückenwind für Gegner der Kurve Kassel

Kurve Kassel: Weitere Bürgermeister plädieren für Prüfung der Sollingbahn als Alternative

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Kurve Kassel: Weitere Bürgermeister plädieren für Prüfung von Alternative

Die Gegner der Kurve Kassel bekommen Unterstützung. Bürgermeister von Gemeinden entlang der Sollingbahn für eine Prüfung dieser Strecke als Alternative zur Kurve Kassel aus.

„Damit sprechen wir uns ausdrücklich noch nicht dafür aus, die Strecke in den Solling zu verlagern, aber wir legen Wert darauf, dass die Region bei der Planung und Abwägung solcher und anderer Infrastrukturmaßnahmen nicht in Vergessenheit gerät“, sagt Cornelius Turrey, der Bürgermeister von Oberweser.

Das Treffen der Bürgermeister fand auf Anregung des hessischen Landtagsabgeordneten Oliver Ulloth (SPD) statt. Ziel des Treffens war, Chancen und Risiken des Wiederausbaus der Bahnstrecke zu besprechen. 

Zu den Teilnehmern gehörten die Bürgermeister der Kommunen Bad Karlshafen (Marcus Dittrich, parteilos), Bodenfelde (Mirko von Pietrowski, parteilos), Hardegsen (Michael Kaiser, parteilos), Oberweser (Cornelius Turrey, SPD), Uslar (Torsten Bauer, CDU) und Wahlsburg (Jörg-Otto Quentin, parteilos). Komplettiert wurde die Runde durch die Bürgermeister von Espenau (Carsten Strzoda, parteilos), Immenhausen (Jörg Schützeberg, parteilos) und Vellmar (Manfred Ludewig, SPD), deren Kommunen nach aktuellem Stand im Planungsgebiet der Kurve Kassel liegen.

Hier soll die Kurve Kassel verlaufen.

Mit Ausnahme des Bodenfelder Bürgermeisters sprach sich die Runde für eine Prüfung der Sollingbahn als mögliche Alternative zur Kurve Kassel aus. Lärmschutz sei für alle Bürgermeister ein wichtiges Thema gewesen und auch entlang der Sollingbahn zu berücksichtigen, erklär Ulloth. 

"Wir erwarten nun Bewegung im Bundesverkehrsministerium"

„Aber wir glauben, dass mit einem zweispurigen Wiederausbau und der Elektrifizierung der Sollingbahn Verbesserungen des schienengebundenen ÖPNV hinsichtlich der Fahrzeit und der Taktung einhergehen können, und damit ließe sich auf lange Sicht auch der Gefahr einer Streckenstilllegung entgegenwirken“, erklärt Uslars Bürgermeister Bauer. Es gehe nicht darum, Schienenverkehr nach dem Sankt-Florians-Prinzip aus einer Region wegzudrücken, sondern sich bietende Chancen sichtbar zu machen und für ihre Nutzung einzutreten.

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„Wir erwarten nun Bewegung im Bundesverkehrsministerium und fordern, dass eine gleichwertige und vergleichende Prüfung der Sollingbahn als Alternativroute durchgeführt wird“, ergänzt Ulloth. Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits erklärt, die Strecke über Altenbeken nicht als Alternativvariante zur Kasseler Kurve prüfen zu lassen. In einem persönlichen Gespräch Anfang September wollen Ulloth und seine Parteigenossen Manuela Strube, Esther Dilcher und Timon Gremmels das Thema jedoch weiter verfolgen.

„Es geht schließlich um eine Investition für die nächsten Jahrzehnte.“

Dass der Bund wieder mehr auf den schienengebundenen Güterverkehr setzen und verstärkt in die Trassen investieren will, wird von den Bürgermeistern begrüßt. „Vom Zeitpunkt der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans 2030 bis heute hat sich viel getan. Nach meiner Auffassung wird man mit dem für beide Richtungen eingleisigen Projekt Kurve Kassel dem langfristigen Ziel einer wirtschaftlichen und leistungsstarken Schienennetzinfrastruktur keinesfalls gerecht“, sagt Espenaus Bürgermeister Strzoda.

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Zwar seien die notwendigen Investitionen beim Wiederausbau der Sollingbahn deutlich höher sind als beim Neubau der Kurve Kassel, gelte es unter Abwägung aller Gesichtspunkte die nachhaltigere Lösung zu verfolgen, statt bestehende Alternativen von vornherein auszuklammern, erklärt Ulloth. „Es geht schließlich um eine Investition für die nächsten Jahrzehnte.“

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