Jetzt wird's laut

Wenn Lärm krank macht: Wie uns im Kreis Kassel Dauerbeschallung beeinflusst

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Sie ist ein Inbegriff des Verkehrslärms in der Region: die Bergshäuser Brücke bei Fuldabrück. 

Kreis Kassel. Fast jeder ist ihm ausgesetzt: Lärm, vor allem durch den Straßenverkehr. Wie wir Lärm wahrnehmen und welche Auswirkungen er hat – Fragen und Antworten.

Die Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA) beschäftigt sich unter anderem mit Geräuschbelastung. Sie gibt Antworten auf die folgenden Fragen: 

Was ist Lärm und wie wird er wahrgenommen?

Lärm – unerwünschter, störender und belästigender Schall – ist eines der einschneidensten Umweltprobleme unserer Zeit. Viele Menschen fühlen sich durch den immer stärker werdenden Lärm belästigt. Dadurch rücken andere Umweltprobleme in den Hintergrund.

Wo und wann ist der Mensch den unerwünschten Geräuschen ausgesetzt?

Mittlerweile rund um die Uhr und überall: In der Wohnung, am Arbeitsplatz und auf der Straße gibt es quasi eine konstante Geräuschkulisse.

Welche Rolle spielt dabei der Verkehrslärm, zum Beispiel durch Autobahnen und Bundesstraßen?

Verschiedene Schallquellen werden von den Menschen in unterschiedlichem Maße als störend empfunden. Verkehrsgeräusche erleben Menschen allerdings als starke Belästigung. Sogar mehr als die Hälfte der Deutschen (54 Prozent) fühlt sich durch alltägliche Straßengeräusche gestört.

Lärmkarte des Ballungsraums Kassel: Die Hauptverkehrsstraßen sind blau markiert. Die dunkelrote Farbe zeigt die Räume, wo der Verkehrslärm am stärksten ist.

Wie wirkt die Dauerbeschallung auf Menschen?

Der Geräuschpegel kann das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden der betroffenen Personen negativ beeinflussen. Konkret belastet viel Krach möglicherweise die sprachliche Kommunikation, die Erholung oder auch die allgemeine Gesundheit.

Was wird im Landkreis und in der Stadt Kassel momentan schon gegen den akuten Lärm getan?

Das Regierungspräsidium (RP) Kassel ist für den Ballungsraum Stadt und Landkreis verpflichtet, eine sogenannte Lärmminderungsplanung durchzuführen.

Was bedeutet das nun konkret?

2017 hat das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) den Lärm in seiner Intensität in Landkreis und Stadt Kassel kartiert – mit einem Schnitt in der Nacht und einem am Tag. Anhand der Karten (siehe Grafik) sollen jetzt einzelne Lärmaktionspläne erstellt werden, die zu konkreten Aktionen führen sollen. 

Noch bis zum 31. Januar können Bürger Anregungen und Vorschläge zu Lärmminderungsmaßnahmen beim Regierungspräsidium einbringen. Die Lärmkarten für den Regierungsbezirk sind auf der Internetseite des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie abrufbar.

Und was kann jeder in der Zwischenzeit gegen den Lärm tun?

Laut DEGA ist schon viel gewonnen, wenn sich jeder seines eigens produzierten Lärms bewusster ist und nicht mehr Krach macht, als unbedingt erforderlich ist.

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