Nur ein Mitarbeiter vor Ort

Krankheitswelle legt Führerscheinstelle im Landkreis Kassel lahm

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Nichts los am Hauptbahnhof: Die Führerscheinstelle des Landkreis Kassel bleibt bis auf Weiteres geschlossen. 

Wer zur Führerscheinstelle des Landkreises will, der steht und stand in den vergangenen Wochen immer wieder vor verschlossenen Türen.

Und nicht nur das: Auch die Bearbeitungszeit ist deutlich länger als üblich, teilweise warten Menschen sechs Monate auf die Bearbeitung ihres Antrages.

Der Grund für die Schließung und die langen Wartezeiten sind eine Reihe von teils schweren und langwidrigen Erkrankungen unter den neun Mitarbeitern der Stelle, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. „Wir sind uns bewusst, dass das für die Betroffenen eine blöde Situation ist. Aber wir können uns leider auch keine Mitarbeiter backen.“

Derzeit nur ein Mitarbeiter vor Ort

Momentan sei nur ein einziger Mitarbeiter vor Ort, der neben der Bearbeitung der Anträge auch damit beschäftigt sei, einen neuen Kollegen einzuarbeiten. Gerade in diesem komplexen Bereich sei es nicht möglich, dass einfach irgendwer einspringe. 

„Wir hoffen, ab kommender Woche zumindest eingeschränkte Öffnungszeiten anbieten zu können“, sagt Kühlborn. Dann sollten zwei weitere Mitarbeiter wieder einsatzfähig sein.

Derweil müssen sich auch diejenigen in Geduld üben, die bereits seit Wochen oder gar Monaten warten. Denn von ehemals einer Woche hat sich die Bearbeitungszeit auf inzwischen sechs Monate erhöht. „Natürlich ist das total ärgerlich, wenn Führerscheine erst weit nach der Prüfung ausgestellt werden“, so Kühlborn. 

Prioritätenliste für Anträge

Derzeit würden die Anträge nach einer Prioritätenliste abgearbeitet. Berufskraftfahrer, die ohne Führerschein ihren Job nicht ausüben könnten, würden beispielsweise bevorzugt behandelt.

Für Bürger im Landkreis gibt es laut Kühlborn jedoch eine noch nicht so häufig genutzte Alternative: „Bis auf zwei Ausnahmen können alle Anträge im Zusammenhang mit der Fahrerlaubnis auch bei den Rathäusern der kreisangehörigen Kommunen abgegeben werden.“ Nur Anträge auf Ersatzführerscheine bei Verlust und auf internationale Fahrerlaubnisse müssen bei der Führerscheinstelle gestellt werden.

Auch im Kreistag Thema

Auch im Kreistag war die Führerscheinstelle Thema. Die CDU-Fraktion hatte einen Dringlichkeitsantrag eingereicht. Die Forderung: „Der Kreisausschuss wird aufgefordert, kurzfristig dafür zu sorgen, dass die Bearbeitungszeiten in der Regel auf eine maximale Dauer von vier bis höchstens sechs Wochen reduziert werden.“ 

So wie es momentan laufe, sei das nicht bürgernah, sagt Fraktionsvorsitzender Andreas Mock. Außerdem müsse man bedenken, dass von der Effektivität der Stelle Unternehmen und wirtschaftliche Abläufe abhängen würden. Der Antrag wurde unter Enthaltung der Grünen angenommen.

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Kommentare

RumpelstielzchenAntwort
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Und das Volk bezahlt diesen Service? Wenn Ihre Wünsche erfüllt würden, müßte ich wohl einen Steuersatz von 127 Prozent zahlen.

RumpelstielzchenAntwort
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"Der Grund für die Schließung und die langen Wartezeiten sind eine Reihe von teils schweren und langwidrigen Erkrankungen"
Klingt das nach Grippewelle oder Urlaub?

Lasse SvensenAntwort
(0)(0)

89% schafft vielleicht eine massive Grippewelle. Oder ein Betriebsausflug ins Krankenhaus.
Bei 20 muss man wachsam sein, bei 50 Alarm geben. Aber es auf 10% Rest kommen zu lassen deutet auf Unfähigkeit hin.

Kommentare

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