Gebührenerhöhung

Müll entsorgen wird im Landkreis Kassel teurer

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Die Gebühren für die Restmülltonne im Landkreis werden 2020 um 7,4 Prozent teurer. Sie enthalten die Gebühren für die Biotonne, Altpapier und Sperrmüll.

Gestiegene Kosten und höhere Auflagen sind der Grund, warum die Müllentsorgungsgebühren nächstes Jahr im Landkreis Kassel teurer werden - allerdings die erste Preissteigerung seit 2005.

Die Müllentsorgung wird für Bürger im Landkreis Kassel zum kommenden Jahr teurer. Das gaben Uwe Pietsch, Eigenbetriebsleiter der Abfallentsorgung im Landkreis Kassel, und Landrat Uwe Schmidt bekannt.

Für die 80 Liter fassende Restmülltonne für einen Vier-Personen-Haushalt müssen Bürger ab 1. Januar 13,20 Euro im Jahr mehr bezahlen. Das ist ein Anstieg um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gebühren der großen Container mit 1100 Litern Fassungsvermögen, die laut Pietsch 40 Prozent der Bevölkerung nutzen, meist Bewohner von großen Mietshäusern, werden um 0,9 Prozent angehoben.

Neue Tarifabschlüsse steigern die Kosten

Ein Grund für die Erhöhung seien die Tarifabschlüsse des Öffentlichen Dienstes, die eine Kostensteigerung um 10 Prozent bedeuten. „Das ist positiv für die Beschäftigten, aber ohne eine Gebührenerhöhung können wir das nicht schaffen“, stellte Landrat Uwe Schmidt klar. Außerdem ist die Restabfallentsorgung nach einer neuen Ausschreibung gestiegen und es ist teurer geworden, Sperrmüll zu verwerten. Ähnliches gilt für Biomüll: Die neue Verordnung verschärfe die Anforderungen an die Qualität von Kompost und Bioabfall.

Über fünf Prozent seien die Kosten in allen Bereichen seit der letzten Gebührensenkung 2017 gestiegen, so Schmidt. „Bisher haben wir das auffangen können“, erklärt Uwe Pietsch. Der Betrieb konnte seit 2005 sogar zwei Mal die Kosten senken. Aber: „Überall sind bundesweit die Preise gestiegen.“ Das mache die Entsorgung einfach teurer.

Wertstoffe weltweit weniger wert

Außerdem bekomme man auch weltweit für Wertstoffe weniger. Der Vermarktungspreis für Altpapier sei um 38 Euro pro Tonne gesunken, so Pietsch. Auch der Altholzmarkt ist zusammengebrochen. Früher gab es eine Vergütung für den Holzabfall, nun müsse man zuzahlen. Holz kommt zu großen Teilen in Sperrmüll vor. Die Gebühren dafür sind in den Restmüllgebühren enthalten. Ebenso die Bio- und Papiertonne.

Die angepassten Gebühren sind nun wieder auf dem Niveau von 1999. Das macht die Akteure stolz. Auch im Vergleich mit anderen Landkreisen sind sie niedrig. Sie sind nun für die nächsten drei Jahre kalkuliert. „Wir hoffen, die Gebühren auch über 2023 hinaus stabil zu halten“, sagt Pietsch. Er hofft auch, dass sich der Markt beruhigt, denn: „So hochpreisig kann es nicht weitergehen.“

Abschließend muss der Kreistag der Erhöhung noch zustimmen sowie die Gemeindeparlamente in Baunatal, Fuldabrück, Kaufungen und Reinhardshagen, die eine eigene Gebührensatzung haben.

Das passiert mit Restmüll im Landkreis

2018 hat jeder Einwohner 158 Kilogramm Restmüll produziert. Das macht 29 Prozent des Abfalls der privaten Haushalte aus. Die Gesamtmenge war 37 337 Tonnen, 800 Tonnen mehr als im Vorjahr. Der gesamte Restmüll wird an den Umschlagplätzen in Hofgeismar und Lohfelden-Vollmarshausen abgeholt, zu Ersatzbrennstoff aufbereitet und energetisch verwertet. Dabei werden auch 1456 Tonnen Metall recycelt.

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