40-Tonner war auf Betonwand geknallt

Nach Lkw-Unfall auf A44: Diskussion um neue Beschilderung

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Gestrandet: Der 72-jährige Lkw-Fahrer geriet mit seinem Brummi am Samstag auf der A44 auf die Betonleitwand zwischen den beiden Fahrspuren Richtung Osten.

War der Fahrer oder die Beschilderung Schuld am Lkw-Unfall auf der A44? Hessen Mobil sieht keinen Handlungsbedarf. Doch ein Anwohner sagt, häufiger gefährliche Situationen zu beobachten.

Schon zwei Tage nach der Einrichtung der neuen Verkehrsführung vor der Bergshäuser Brücke auf der A44 ist es dort zu einem schweren Unfall mit einem 40 Tonnen schweren Lastwagen gekommen. Am Samstagabend fuhr ein 72-jähriger Lkw-Fahrer aus Richtung Dortmund kommend mit seinem Fahrzeug auf eine Betonleitwand auf. Der Fahrer blieb unverletzt. Nach 30 Metern blieb der Lkw auf der Leitwand hängen. Andere Verkehrsteilnehmer wurden nach Angaben der Polizei nicht in den Unfall verwickelt.

Der Betonwand ist laut Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus Teil der Fahrbahnverschwenkung vor der neuen Lkw-Waage. Dort werden seit Freitagabend Lastwagen gewogen und wieder auf die A49 abgeleitet, wenn sie schwerer als 3,5 Tonnen sind.

Alle Details zum erwähnten Unfall lesen Sie in diesem Artikel: Lastwagen fährt auf A44 auf Betonbegrenzung

A44: Warnhinweise für neue Verkehrsführung missachtet

Der 72-Jährige hatte wohl alle Warnhinweise auf die neue Verkehrsführung missachtet und war so mit dem 40-Tonner auf die Fahrbahnbegrenzung aufgefahren. Hinweisschilder gebe es bereits zwei Kilometer vor dem Westkreuz Kassel, erläutert der Hessen-Mobil-Sprecher. Sechs bis sieben Hinweise auf LED-Anzeigetafeln und auf der üblichen Beschilderung auf Blech-Tafeln schlössen sich an, betont Sinemus weiter. Und: Die Beschilderung sei bereits im Herbst auf der A44 und der A49 aufgebaut worden.

Die beschädigte Leitwand sei inzwischen wieder in Ordnung gebracht worden, so Sinemus. Der Verkehr laufe seit Sonntagnachmittag wieder. Die Wiegeanlage, die zum Schutz der in Sanierung befindlichen Bergshäuser Brücke dient, sei wieder in Betrieb. Aber gibt es nach dem Vorfall für die Verkehrsbehörde einen Anlass, die Verkehrsführung im Bereich der Lkw-Waage am Kreuz Kassel-West zu ändern? „Wir sehen dort noch keinen Handlungsbedarf“, sagt der Sprecher. „Das muss sich einspielen.“ Die Erfahrung zeige, dass sich die Lkw-Fahrer nach einiger Zeit auf eine neue Führung der Fahrspuren einstellten. (Update: Erst in der Nacht zum 15.01. ist es erneut zu einem schweren Unfall an dieser Stelle gekommen.) 

A44: Ständig gefährliche Situationen

Dass das aktuell jedenfalls noch nicht der Fall ist, hat ein Baunataler Anwohner beobachtet. Der Mann, der nur einen Steinwurf entfernt von der A44 wohnt, schildert im Gespräch mit der HNA, dass es ständig zu sehr gefährlich Situationen auf dem Autobahnabschnitt komme. „Ich kann das aus meinem Fenster beobachten.“ Seit dem Aufbau der Waage samt der roten Blinklichter am vergangenen Freitag bremsten immer wieder Lkw-Fahrer ihre Brummis vor der Anlage bis zum Stillstand ab, schildert der Baunataler die Situation. „Dann legen die den Rückwärtsgang ein und fahren rückwärts auf der Autobahn zurück.“ Der Baunataler vermutet, dass die Fahrer so weit auf der A 44 zurückfahren, bis sie die Auffahrspur zur A 49 erreichen.

Die Polizei sieht aktuell jedenfalls keinen Handlungsbedarf. Die Überprüfung der Situation nach dem Unfall sei Sache der Verkehrsbehörde Hessen Mobil, erläutert Polizeisprecher Matthias Mänz.

In dieser Fotostrecke sehen Sie Bilder, die nach dem A44-Unfall am 12. Januar 2019 entstanden sind. Der Fahrer des LKW aus Slowenien blieb unverletzt.

A44 bei Kassel: Lkw fährt auf Betonbegrenzung

A44 bei Kassel: Lkw fährt auf Betonbegrenzung
 © HessennewsTV
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