Nach Raubüberfällen in Kaufungen und Helsa

„Überraschend gewaltbereit“: Vier Jugendliche im Kreis Kassel festgenommen

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Die Polizei hat vier junge Männer festgenommen. Sie sollen für zwei Überfälle im Kreis Kassel verantwortlich sein. 

Die Polizei hat vier junge Männer zwischen 17 und 19 Jahren festgenommen. Sie sollen einen Supermarkt in Helsa sowie zwei Menschen in Kaufungen überfallen haben. 

Die Polizei kam dem Quartett laut eigener Angaben auf die Schliche, als sie zum Raubüberfall auf den Einkaufsmarkt in Helsa am 18. Februar ermittelte. Ihr Verdacht fiel zuerst auf einen bereits polizeilich bekannten 18-Jährigen aus dem nördlichen Schwalm-Eder-Kreis. Auch die mutmaßlichen Komplizen konnten sie identifizieren. Nun stehen der 18-Jährige sowie der aus Kassel stammende 19-Jährige und der aus Lohfelden stammende 17-Jährige im dringenden Verdacht, diesen Überfall begangen zu haben. 

Bevor die Gruppe dingfest gemacht werden konnte, verübte sie mutmaßlich am 30. März jedoch einen weiteren bewaffneten Raubüberfall in Kaufungen. Drei zunächst unbekannte Männer hatten abends an der Wohnung eines jungen Mannes geklingelt und ihn und seine Mutter anschließend mit Waffen bedroht. Dabei wurde der junge Bewohner verletzt. 

Festnahme mit Unterstützung von Spezialeinheiten

Die Räuber flüchteten anschließend mit Wertsachen aus der Wohnung. Die Ermittlungen der Beamten führten auch in diesem Fall zu der Gruppe, die bereits für den Raub in Helsa in den Fokus geraten war. Alle vier Männer wurden am Dienstagmorgen mit Unterstützung von Spezialeinheiten in ihren Wohnungen festgenommen. Dabei konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden. 

Gegen den 18-Jährigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis konnte bereits im Vorfeld ein Untersuchungshaftbefehl wegen Verdunklungsgefahr erwirkt werden, da er einen Zeugen mit dem Tode bedroht haben soll, falls er Informationen an die Polizei weitergebe. 

Zwei Tatverdächtige sind wieder frei

Auch der 18-Jährige aus Kassel wurde am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt. Die beiden 18-Jährigen sitzen in Untersuchungshaft. Den 17-jährigen und den 19-jährigen Tatverdächtigen ließen die Ermittler wegen fehlender Beweise laufen. Gegen sie wird weiter ermittelt.

Für die Polististen ist erstaunlich, wie sich die Tatverdächtigen in den Vernehmungen verhielten. Mehrfach schilderten die Festgenommenen, in der Überzeugung gehandelt zu haben, dass solche Taten von der Polizei sowieso nicht geklärt werden. Dass im vergangenen Jahr in Kassel 83 Prozent und nordhessenweit knapp 70 Prozent solcher Raubüberfälle aufgeklärt wurden, schien den Jugendlichen völlig entgangen zu sein, teilt die Polizei mit. 

Die Täter legten eine überraschende Gleichgültigkeit und Gewaltbereitschaft an den Tag. Die Folgen für die Opfer und für ihre eigene Zukunft schien sie nicht zu interessieren. Auch dass bei den Überfällen Verbrechen begangen werden, die sofort Ermittlungen und häufig mehrjährige Freiheitsstrafen zur Folge haben, war ihnen offenbar nicht bewusst.

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